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ALLRIS - Auszug

11.03.2020 - 11 Durchforstungsmaßnahmen städtischer Grundstücke...

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Wortprotokoll

Herr Hanssen (Fachbereichsleiter Verkehr und Technische Dienste) erklärt, die Durchforstungsmaßnahmen seien notwendig gewesen, um abgestorbene Bäume zu entnehmen und die Grundstruktur der Waldfläche wiederherzustellen. Im Baubebauungsplan sei die Waldfläche als Grünfläche ausgewiesen. Durch die natürliche Entwicklung könne dieser Bereich nun als klassischer Naherholungswald über die Trampelpfade genutzt werden. Die Stadt habe die Verkehrssicherungspflicht. In Waldflächen gebe es diesbezüglich andere Vorgaben als in Grünanlagen. Waldnutzer und Spaziergänger hätten daher eine größere Eigenverantwortung. Forstwirtschaft dagegen agiere in anderen Zeiträumen. Viele Personen hätten gefragt, warum erst jetzt nach 10 Jahren Maßnahmen ergriffen worden seien. Andere hingegen hätten angefragt, wann denn endlich ein Pflegedurchgang erfolge. Ziel sei es, diese Flächen als Waldflächen zu erhalten. Daher würden dort nicht jedes Jahr Pflegemaßnahmen durchgeführt. Die Abwägung sei für die Verwaltung schwierig, da in einem Wald nicht aufgeräumt und gefegt werde. Daher werde nicht aufgeräumt, da gemäß der Waldwirtschaft alles was nicht verwertbar ist, dort zur Bodenverbesserung, für Kleinsttiere, Vögel, Insekten und Käfer verbleibe, auch wenn es in der Vergangenheit schon mal die Anweisung der Verwaltungsspitze zum aufräumen und fegen gegeben hat.

Er sei gestern im Bereich der Bachstraße gewesen. Sicherlich hätte dort noch der ein oder andere Baum entfernt werden müssen. An anderer Stelle habe er auch Stucken vorgefunden, die gut aussahen. Diese einzelnen ume seien gewissermaßen Opfer des maschinellen Einsatzes geworden. Zudem sei an manchen Stellen schon ein natürlicher Zersetzungsprozess zu beobachten gewesen. Auch die Vögel scheinen sich dort schon wohlzufühlen. Der Natur müsse Zeit gegeben werden, zu reagieren. Dies passiere nicht auf Knopfdruck. Daher sei es wichtig, dass Äste dort verbleiben. Sobald es nun wieder grüner werde, sehe die Fläche auch optisch besser aus. Aktuell sollen keine weiteren Maßnahmen mehr erfolgen.

Im Ausschuss Umwelt, Verkehr und technische Dienste am 14.05. werde der 10-Jahresplan mit einem Maßnahmenkatalog vorgestellt und über den Zustand der gesamten städtischen Forsten berichtet. In einigen dieser Flächen werde gänzlich Forstwirtschaft betrieben. Da der Holzmarkt derzeit überschwemmt sei, würden einige Maßnahmen derzeit noch nicht durchgeführt. Aufgrund des Klimawandels stelle sich die Frage, wie zunkünftige Waldentwicklung aussehe. Welche Bäume sind die der Zukunft? Nachpflanzen oder der Natur überlassen? Diese reagiere besser als wir Menschen in unserem kurzfristigen Dasein.

Dies sei seine fachliche Einschätzung. Er habe allerdings auch Verständnis für die Aufregung.

 

Im Weiteren beantwortet Herr Hanssen Fragen der beratenden Mitglieder und Ortsratsmitglieder:

In dem Bereich im Klein Hehlen habe man abgestorbene Bäume entfernt und den Abstand zu den Grundstücken vergrößert. Zunächst werde dieser Bereich beobachtet, ob er sich naturgemäß entwickele oder unterstützt werden müsse. Dazu benötige man Platz, damit für die bessere Entwicklung Licht von oben durchdringen könne.

Die Kommunikation zwischen dem Fachdienst und den betroffenen Anwohnern sei verbesserungswürdig worauf die Verwaltung in Zukunft achten werde. Er könne nicht ausschließen, dass auch Bäume mit Spechtlöchern gefällt worden seien. Ein Unternehmen sei mit den Durchforstungsmaßnahmen beauftragt worden. Bei künftigen Maßnahmen müsse eine vermehrte Begleitung durch den Fachdienst erfolgen. Die Erhaltung von Habitatsbäumen sei wichtig, sofern diese nicht verkehrsgefährend seien. Gegebenfalls erfolge eine Nachpflanzung, wo es sinnvoll und Platz vorhanden sei.

Eine Nachbegehung erfolge, gerne gemeinsam mit dem Ortsrat oder in größerer Runde, um auch über die Ausbesserung der Wege zu entscheiden.

 

Sodann wird die Sitzung von 21:36 bis 22:05 Uhr für Fragen der anwesenden Bürger unterbrochen.

 

Anschließend bedankt sich Ortsbürgermeister Didschies für den Vortrag von Herrn Hanssen und auch dafür, dass einige Missverständnisse ausgeräumt werden konnten.

Es besteht Einvernehmen, eine kleine Ortsteilbegehung zu diesem Thema im April durchzuführen. Ortsbürgermeister Didschies wird hierzu mit der Verwaltung einen Termin abstimmen.