18.03.2021 - 9.3 Sachstand Digitalisierung Grundschulen
Grunddaten
- TOP:
- Ö 9.3
- Datum:
- Do., 18.03.2021
- Status:
- gemischt (Sitzung abgeschlossen)
- Uhrzeit:
- 17:00
- Anlass:
- Sitzung
Wortprotokoll
Fachdienstleiter Schulen Herr Lehmann knüpft an die letzte Ausschusssitzung aus November 2020 an.
Die Schulen hätten das dort angekündigte pädagogisch-technische Celler Basiskonzept für die Digitalisierung eingereicht, welches in den weiteren Prozess einfließt.
Die Verwaltung hätte im November und Dezember 2020 zusammen mit Sachverständigen, Elektrikern, IT-Fachleuten und unter Beteiligung der Schulleitungen im Zuge einer Begehung aller 15 Grundschulen eine IT-Bestandsanalyse durchgeführt. Herr Lehmann zeigt einige aussagekräftige Fotos davon. Im Ergebnis sei festzustellen, dass nahezu die komplette IT-Ausstattung nicht zukunftsfähig sei, so dass alles neu aufgebaut werden müsse. Insbesondere die Infrastruktur müsse mit hohem Aufwand erneuert werden.
Im Jahr 2021 sollen in einem Kraftakt die 4 Bausteine Infrastruktur, pädagogische Bildungskonzepte, Endgeräte sowie Support, eingebettet in ein Gesamtkonzept angegangen werden.
Die Infrastruktur solle ertüchtigt werden, indem alle Schulen in 2021 mit einem breitbandigen Internetanschluss versorgt werden, die Netzwerkverkabelung müsse erneuert werden und das WLAN solle an allen Schulen digitalpaktfähig ertüchtigt werden.
Die Schulen seien aktuell dabei, Ihre Medienbildungskonzepte zu überarbeiten und dem Schulträger zur Verfügung zu stellen.
Die ersten 450 Ipads werden aufgrund der Lieferengpässe des Weltmarktes voraussichtlich im Frühjahr ausgeliefert werden. Hiermit könne man unter den eingeschränkten infrastrukturellen Möglichkeiten erste Erfahrungen sammeln.
Über den in Arbeit befindlichen Medienentwicklungsplan werde der technische und organisatorische Rahmen festgelegt.
Man sei mit Dienstleistern und Firmen in fortgeschrittenem Kontakt, damit die Umsetzung gelänge.
Diese hätten zugesagt, in der Lage zu sein, die Arbeitspakete in 2021 weitgehend zu erledigen.
Wichtig für die Stadtverwaltung sei, dass man kein Stück-und Flickwerk betreibe, sondern gleich eine nachhaltige, zukunftsfähige Gesamtlösung schaffe. Es bringe z.B. wenig, jetzt flächendeckend Endgeräte zu beschaffen, wenn die Infrastruktur dafür nicht da sei oder pädagogische Konzepte dafür noch nicht fertig seien.
Ratsfrau Marks meint, die durchgeführte Bestandsanalyse würde verdeutlichen, dass die Schulen, was IT betrifft, jahrelang allein gelassen worden wären.
Ratsfrau Hagedorn möchte weniger in die Vergangenheit schauen und begrüßt vielmehr die vorgestellte gesamtheitliche Herangehensweise.
Ratsherr Wilhelms bemängelt, dass die Maßnahmen erst jetzt angegangen werden und dass die angesetzten 2,6 Millionen € nicht ausreichend seien.
Ratsherr Trenkenschu verweist diesbezüglich darauf, dass in der Vergangenheit durch die Bundes- und Landesregierung zu wenig Geld bereitgestellt wurde.
Herr Lehmann erklärt, dass der Digitalpakt von Bundesebene in dem Bewusstsein auf 6 Jahre ausgelegt worden sei, dass die Versäumnisse in der Digitalisierung nicht von heute auf morgen aufzuholen seien. Auch die Celler Politik sei im Rahmen der Haushaltsplanung im Jahre 2019 noch davon ausgegangen, dass sich die Modernisierung der Schulen über die Jahre bis 2024 erstrecken sollte. Selbst in den beiden ersten Ausschusssitzungen des Jahres 2020 vor Corona sei die Digitalisierung noch kein Thema gewesen. Vor diesem Hintergrund könne man nun während der Pandemie nicht erwarten, die Versäumnisse der vergangenen 20 Jahre in wenigen Monaten in Gänze aufzuholen. Nichtdestotrotz hätte sich die Stadtverwaltung die genannten ambitionierten Ziele für 2021 gesetzt.
Ratsherr Ceyp weist darauf hin, dass die von Herrn Wilhelms angemahnten knappen Haushaltsmittel im Rahmen der Haushaltsplanungen angepasst werden könnten.
Man sei auf dem richtigen Weg und es bringe nun nichts, in die Vergangenheit zu schauen.
Ratsherr Engelen bezeichnet den aktuellen Zustand der Schulen als Trauerspiel und gibt zu bedenken, dass Ausschreibungsfristen zu beachten seien. Daher bezweifelt er, dass die Umsetzung zeitnah gelänge. Die Problematik der Einhaltung des Vergaberechts sei die zu lösende Aufgabe der Verwaltung erklärt Herr Lehmann. Man sei dabei, funktionsfähige Lösungen dafür zu erarbeiten. Dezernentin Frau McDowell möchte dazu Weiteres im nichtöffentlichen Sitzungsteil bekannt geben.
Der Ausschussvorsitzende Herr Ohl meint, die Verwaltung müsse unabhängig vom Gesamtkonzept die Schulen jetzt während der Pandemie bei einfach umzusetzenden, provisorischen Zwischenlösungen unbürokratisch unterstützen.
Herr Lehmann erklärt, dass man ständig in engem Kontakt mit allen Schulleitungen stehe und jederzeit auch bei solchen kleineren Dingen unbürokratisch Hilfe anböte ,wie z.B. kürzlich in der GS Vorwerk, was der dortige Schulleiter Herr Reichert bestätigt.
Fachbereichsleiterin Frau Lohmann bekräftigt, dass man im regelmäßigen Austausch mit den Rektoren stände und sich beim nächsten Treffen darüber weiter austauschen würde.
