02.03.2021 - 5 Bericht der Celler Zuwanderungsagentur über die...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 5
- Datum:
- Di., 02.03.2021
- Status:
- gemischt (Protokoll genehmigt)
- Uhrzeit:
- 17:00
- Anlass:
- Sitzung
Wortprotokoll
Herr Nothdurft berichtet über die Situation wie folgt:
Kernaufgabe der Zentralen Anlaufstelle für Geflüchtete (ZAS) ist die Betreuung, Integration
und Unterbringung der in Celle schutzsuchenden Menschen. Seit dem 01.07. letzten Jahres
liegen mehr Wegzüge als Zuzüge bei anerkannten Asylbewerbern vor. Vom 01.07.2020 bis
Ende Januar 2021 betrug der Saldo 67 Personen.
Reguläre Zuweisungen von Asylsuchenden erfolgen durch die Landesaufnahmebehörde
Niedersachsen (LAB) in das Stadtgebiet Celle. Durch die festgelegte Aufnahmequote mit
Verteilzeitraum bis voraussichtlich zum ersten Quartal 2021 besteht eine Übererfüllung und
somit muss der Landkreis Celle (und damit auch die Stadt Celle) keine Personen (außer der
o.g.) aufnehmen. Zum 31.12.2020 entspricht die Übererfüllung der Quote einer Anzahl von
241 Personen. Die sich stetig weiter erhöhende Übererfüllung entsteht insbesondere durch
die Anrechnung nachgeborener Kinder und der Familiennachzüge im Falle einer
Asylantragstellung nach der Einreise und der Ankunft in Celle.
Weiterhin wird nur noch bei rechtlicher Verpflichtung einer Zuweisung zugestimmt.
Die Anzahl der Personen, die zukünftig im Rahmen eines Familiennachzugs in Celle
einreisen wird, lässt sich weiterhin nicht prognostizieren. Insbesondere vor dem Hintergrund
der COVID-19-Pandemie ist die Anzahl der Einreisen dieses Personenkreises sehr stark
zurückgegangen.
Die Lage auf dem Wohnungsmarkt ist aus Sicht der ZAS weiterhin entspannt. Es ist vielen
untergebrachten Einzelpersonen und Familien gelungen, eigenständig Wohnraum außerhalb
des Stadtgebiets anzumieten.
Das Auszugsmanagement der ZAS, sowie die weitreichenden Kontakte der zuständigen
Mitarbeiter/innen, haben hierzu einen wesentlichen Beitrag geleistet. Zur Beendigung der
Obdachlosenunterbringung werden weiterhin die entsprechenden Prioritäten verfolgt:
- Direktanmietung der zugewiesenen Unterkunft durch die untergebrachten Bewohner (wenn möglich).
- Engmaschige Begleitung, Unterstützung und Kontrolle der eigenständigen Wohnungssuche.
Im Jahr 2020 konnten durch das Auszugsmanagement 59 Unterkünfte abgebaut werden.
Es befinden sich weitere 17 Wohnungen in Übergabe bzw. Kündigung. Der Wohnungsbestand
belief sich Stand 31.12.2020 auf 58 Unterkünfte.
Die letzten über die Städtische Wohnungsbau GmbH (WBG) bei der BImA angemieteten
Wohnungen, wurden mit Ablauf des 30.09.2020 zurückgegeben.
Im Laufe der Zeit sind die Geflüchteten Phasen durchlaufen, welche sie immer einen Schritt
weiter in Richtung Eigenständigkeit geführt haben. Zu Anfang ist der Hilfebedarf sehr hoch
gewesen. Viele Geflüchtete hatten keine Möglichkeiten sich zu verständigen. In der Stadt
Celle leben heute Geflüchtete, welche sich zum Großteil selbstständig mit allen
Belangen auseinandersetzen. Die meisten können sich mit der deutschen Sprache
verständigen. In der Zentralen Anlaufstelle gibt es keine Sprachmittler mehr, da die Arbeit
mit den Geflüchteten weitgehend ohne eine Sprachmittlung möglich ist.
Es ist wichtig, sich in dieser Pandemiezeit weiterhin für die Schutzsuchenden einzusetzen.
Damit die Integration nicht durch Isolation gefährdet wird, ist ein digitaler Austausch hilfreich.
Das gilt zum Beispiel auch für Sprachkurse, die nicht mehr im Präsenzunterricht
durchgeführt werden können und für gemeinsamen Austausch in Netzwerken.
Leider haben wir aktuell in Celle vermehrt Geflüchtete, die aufgrund von befristeten
Arbeitsverträgen und vor dem Hintergrund der Auswirkungen der Pandemie, ihre Arbeit
verloren haben.
Der letzte in der ZAS verbliebene Sozialarbeiter, Herr Westermann, bietet auf vielen Ebenen
Sozialberatung an und nimmt auch in Arbeitskreisen mit Hauptamtlichen teil. Ziel ist es
weiterhin Problemlagen zu thematisieren, nach Lösungen zu suchen und im Austausch zu
bleiben.
Nach diesem Bericht wird von Ratsfrau Schrader angemerkt, dass Integration weiterhin ein
Thema in diesem Ausschuss bleiben sollte, auch wenn Frau Klukon und Herr Backhaus zur
Zuwanderungsagentur wechseln. Die Verwaltung sagt zu, im Ausschuss weiterhin
regelmäßig über das Thema Integration zu informieren und
Informationen aus dem Betriebsausschuss der Celler Zuwanderungsagentur an die
Ausschussmitglieder weiterzugeben.
