31.03.2022 - 21 Strategiepapier zur Förderantragstellung im EFR...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 21
- Sitzung:
-
Sitzung des Rates der Stadt Celle
- Gremium:
- Rat der Stadt Celle
- Datum:
- Do., 31.03.2022
- Status:
- gemischt (Protokoll genehmigt)
- Uhrzeit:
- 17:00
- Anlass:
- Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 60 Sonderprojekte
- Ziele:
- Erfüllung der Aufgaben als Oberzentrum
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Beigeordnete Abenhausen führt aus, dass die Innenstädte in Europa und Deutschland bei vielen beliebt seien, u. a. wegen der vorhandenen Vielfältigkeit. Solche Innenstädte, die viele Touristen anziehen, seien ein wahrer Schatz, doch sie unterlägen auch einem Wandel. Viele Menschen würden an den Stadtrand ziehen und dort überwiegend auch ihre Einkäufe tätigen bzw. ihre Zusammenkünfte pflegen. Deshalb sei es gut, diesem Trend entgegenzuwirken. Celle wolle seine Innenstadt widerstandsfähig gegen Verödungstendenzen machen. Ihre Gruppe begrüße die Bewerbung der Stadt Celle, denn es stünden gute Leitsätze auf der Agenda. Gleichzeitig regt sie an, die Bürgerschaft hier mitzunehmen, denn sie würden diesen Prozess konstruktiv begleiten. Das sei keine Nörgelei, sondern gelebte Basisdemokratie. Im Übrigen hätten schon viele gute Ideen, die seinerzeit als Nörgelei abgetan worden sind, Eingang ins Strategiepapier gefunden (u. a. mehr bewohnte Altstadthäuser, mehr Orte der Geselligkeit ohne Konsumzwang, weniger Autoverkehr). Man solle Interessierte mitgestalten lassen, eine Bürgerbeteiligung nur zur Halbzeit sei nicht ausreichend. Sie sei sicher, dass Celle dann eine neue Lebendigkeit bekommen werde. Ihre Gruppe würde sich über einen Zuschlag durch den Fördermittelgeber freuen.
Ratsherr Blidon trägt vor, dass er sich zunächst gefragt habe, was der Begriff Resilienz mit den Innenstädten zu tun habe, denn diesen Begriff kannte er bis dato nur aus dem medizinischen Bereich. Doch hier gehe es darum, dass sich die Städte bei gewissen Entwicklungen rasch anpassen und erholen können, ohne langfristige Entwicklungsperspektiven zu gefährden. Die Entwicklung der Resilienz beziehe sich hauptsächlich auf Städte und da in diesem Bereich viele Menschen auf engen Raum leben würden, seien z. B. bei Naturkatastrophen viele dort Wohnende auf einmal betroffen. Für die Städte, die resilienter werden wollen, müsse es Ziel sein, die abstrakte Forderung nach Resilienz in handfeste Maßnahmen umzusetzen. Doch solche Vorhaben seien oftmals auf kommunaler Ebene bei den politischen Akteuren nicht beliebt, denn es solle präventiv Geld investiert werden, damit etwas nicht passiert bzw. deren Folgen gering bleiben. Deshalb sei dieses aktuelle Konzept positiver besetzt als solche Begriffe wie Risiko und Verwundbarkeit. Solche positiven Standortmerkmale würden auch Investitionen der Wirtschaftsunternehmen fördern, da sie auf der Grundlage einer gewissen Standortsicherheit getroffen werden. Eine gute Infrastruktur und gute Schutzvorkehrungen für Immobilien seien Faktoren, die eine Stadt im Wettbewerb mit anderen Städten Vorteile verschaffen würden. Hier in Celle seien Abwanderungstendenzen junger Menschen festzustellen, da Celle mit der Attraktivität größerer Städte nicht mithalten könne. Deshalb müsse es Ziel sein, die Celler Innenstadt zu einem multifunktionellen Wohn-, Arbeits- und Erlebnisstandort zu machen. Dies sei grds. der richtige Weg, doch dann müsse man auch in Kauf nehmen, dass damit auch eine gewisse Geräuschentwicklung verbunden ist. Es dürfe diese neue Resilienz-Strategie nicht dazu führen, dass die Innenstadt komplett autofrei wird. Solch eine Entwicklung werde die FDP-Fraktion kritisch betrachten. Die Idee, aus der Innenstadt ein Museum zu machen, könne nur scheitern. Seiner Meinung nach gehöre auch der Autoverkehr zur Resilienz der Stadt Celle, genauso wie lautes Kinderlachen oder die Geräuschkulisse vor Gaststätten. Die völlige Ruhe komme noch früh genug.
Beigeordneter Brammer weist auf folgende drei Leitprojekte hin:
- Qualifizierung der öffentlichen Räume,
- Klimalabor Innenstadt,
- Nachhaltiges Mobilitätsmanagement mit digitalem Rückgrat.
Dies könne man unter dem Oberbegriff „Aufenthaltsqualität“ zusammenfassen. Was damit gemeint ist, könne man am besten anhand des sog. Wimmelbildes (siehe Homepage der Stadt Celle) nachvollziehen. Die SPD-Fraktion werde dieses Vorhaben unterstützen.
Beigeordneter Dr. Bischoff erklärt, dass die Celler Innenstadt einen hohen Stellenwert habe. Man kämpfe seit Jahren darum, den innerstädtischen Einzelhandelsstandort zu erhalten und widerstandsfähig zu machen. Nur durch einen funktionierenden Einzelhandel können angemessene Mieten erzielt und infolge dessen die historische Bausubstanz erhalten werden. Die Zukunft bringe viele Herausforderungen an die Städte, u. a. zu den Themen Aufenthaltsqualität sowie kulturelle und sportliche Attraktivität. Weiterhin müsse der Tourismus als wichtiges wirtschaftliches Standbein geschützt und weiterentwickelt werden. Auch die Punkte Klimaschutz in den Innenstädten und Mobilitätskonzepte dürften nicht zu kurz kommen, hier dürfe es keine Denkverbote geben. Die in Rede stehende Bewerbung sei deshalb sinnvoll und die CDU-Fraktion werde hier zustimmen.
Danach entscheidet der Rat einstimmig wie folgt:
1) Die Stadt Celle bewirbt sich für das Förderprogramm „Resiliente Innenstädte“.
2) Die Finanzierung des Förderprogramms „Resiliente Innenstädte“ ist durch Beschluss des Rates vom 10.02.2022 sichergestellt.
3) Das Strategiepapier gemäß Anlage 1 der o. g. Vorlage wird beschlossen.
Anlagen zur Vorlage
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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1,7 MB
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2
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(wie Dokument)
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147,6 kB
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