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ALLRIS - Auszug

28.06.2022 - 9 Anfragen an die Verwaltung

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Wortprotokoll

Die Punkte der Gruppe für Nachhaltigkeit und Vielfalt unter Anfragen hat am 23.6.2022 an die Verwaltung werden wie folgt beantwortet:

 

Punkt 1: Tabellarische Kostengegenüberstellung der Variante 1 und 2b

 

Antwort zu 1: Kosten in der Vorentwurfsphase werden allenfalls überschlägig ermittelt. Allerdings ist der Mehraufwand für die baumerhaltende Variante 1 aufgrund von Erfahrungswerten geschätzt worden. (sowohl vom Planungsbüro als auch von der Fachverwaltung). Allein für Kanalarbeiten liegt der Mehraufwand bei über 1 Mio.€. Hinzuzurechnen wären die Kosten für zu erwartende Fällungen absterbender Bäume und deren Ersatzpflanzungen, die dann zu 100% von der Stadt Celle zu tragen wären.

 

Punkt 2: Qualitative Berechnung der CO2 Bilanz, die die Fällung der Bäume zugunsten der Neupflanzung sogenannter „Klimabäume“ legitimiert.

 

Antwort zu 2: Dass Bäume beim Wachstum CO2 binden, ist unbestritten. Höchst problematisch sind jedoch Mengenangaben. Über die Photosynthese wird CO2 in Form von Kohlenstoff (C) im Holzkörper gespeichert. Da das Molekül CO2 schwerer ist als das Kohlenstoffatom C alleine, erfolgt eine Umrechnung mit dem Faktor 3,67. Entscheidend ist die Holzdichte der Baumart: Buche zu Fichte mit gleichem Holzvolumen: 3,4m³ ca. 100 Jahre alt

 

Trockengewicht Fichte 1,4 t: 50% davon C 0,7t x 3,76 2,6 t CO2

 

Trockengewicht Buche 1,9 t: 50% davon C 0,95t x 3,67 3,5t CO2 (d.h. fast eine Tonne mehr als Fichte)

 

r 66 Linden in Abhängigkeit von Baumhöhe und Stammdurchmesser in der Breiten Straße, unter der Annahme einer ähnlichen Holzdichte wie die Buche, ergäbe sich rein rechnerisch unter zu Hilfenahme einer Schätztabelle der bayrischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft eine Fixierung von 80 t CO2 ( 1 EFH in Holzbauweise). Sicherlich müsste man aufgrund der schlechten Standortverhältnisse eine Reduktion vornehmen, z.B. um 25% 60 t CO2.

 

Durch die Fällung ist das gespeicherte C ja nicht verloren: erst durch die Zersetzung oder Verbrennung fände eine Freisetzung von CO2 wieder statt. Die neuen Bäume haben ja auch schon C gespeichert (je nach Alter und Größe). Eine 8 Jahre alte Linde hat in der Baumschule vielleicht 100kg CO2 gespeichert x 66 6,6t. Aber wie gesagt: selbst Klimaaktivisten scheuen sich vor Aussagen, wieviel CO2 ein Baum wirklich speichert!

 

Punkt 3: eine Darstellung, die die Verträglichkeit von Schwammstadtelementen in unmittelbarer Nähe historischen Fachwerks unter Einbeziehung der geologischen Gegebenheiten belegt.

 

Antwort zu 3: Die Ausführungsplanung befasst sich zurzeit mit der Aufgabenstellung. Es wird jedenfalls eine verträgliche Lösung geben, mit der das Wasser von den Gebäuden weggeführt wird und den Bäumen zugutekommt oder im Extremfall abgeleitet wird.

 

Punkt 4: Berechnung der groben Kosten für die Neupflanzungen, Erhaltungs-, Nachsorge- und Pflegemaßnahmen sowie die zusätzlichen Ausgleichsmaßnahmen und deren Folgekosten bei Variante B1.

 

Antwort zu 4: Ca. 8 Jahre alte Linden 5x verpflanzt mit Drahtballierung und 35-40cm Stammumfang (ca. 5-7m Höhe, 2-3 m Kronenbreite) der Sorte Tilia cordata Rancho 66 Stück würden rund 240.000€ kosten. Zusätzliche Kosten für Pflanzung usw. kämen dazu Ausschreibung je nach Dauer Fertigstellungspflege 3 oder 5 Jahre.

Der Erhalt würde natürlich auch laufende Kosten verursachen, die mindestens genauso hoch wären!

 

Punkt 5: Bewertung einer Entscheidung über die Varianten durch das interne Controlling. Bzw. des Rechnungsprüfungsamtes

 

Antwort zu 5: Dazu wird auf die Antwort zu Punkt 1 verwiesen. Ergänzend wird darauf hingewiesen, dass im anstehenden öffentlichen Ausschreibungsverfahren das wirtschaftlichste Angebot zum Zuge kommen wird. Daran ist das Rechnungsprüfungsamt beteiligt und bekommt alle Unterlagen vor Auftragsvergabe zur Prüfung!

 

Punkt 6: Veröffentlichung des Baumgutachtens als Anhang zur Einladung der Sitzung.

 

Antwort zu 6: Das Gutachten kann, wie auch schon mehrfach geschehen, bei der Fachverwaltung eingesehen werden.

 

Die Übersicht über Schwammstadtsysteme wird ans Protokoll angehängt.

 

Weitere Anfragen:

Auf die ergänzende Frage der Fraktion Bündnis90-Die Grünen warum das Baumgutachten nicht allgemein veröffentlicht werde, verweist die Verwaltung vor dem Hintergrund der Komplexität des Gutachtens auf die Möglichkeit der Einsichtnahme hin.

 

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Anlagen