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ALLRIS - Auszug

28.06.2022 - 4 Mitteilungen des Eigenbetriebes

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Wortprotokoll

Herr Nothdurft informiert darüber, dass es bei den formell zu erledigenden Aufgaben krankheitsbedingt noch Rückstände gibt. Er stellt die neue Mitarbeiterin im Bereich Innere Dienste, Frau Fernau vor.

 

Unterkunft Hohe Wende:

Zurzeit sind 113 Personen in der Unterkunft untergebracht, hiervon sind insgesamt 38 Personen unter 18. Es befinden sich Personen aus insgesamt 19 Nationalitäten in der Unterkunft, hauptsächlich Balkan (Serbien, Nordmazedonien, Montenegro, Bosnien), Türkei, Kolumbien (12 %).

 

Aktuell gibt es zu berichten, dass Corona derzeit im Griff ist. Es wird auch weiterhin auf die strikte Einhaltung der Maßnahmen (insbes. FFP2) geachtet. Der Quarantänebereich für Corona und sonst. Infektionskrankheiten wird, in Absprache mit der LAB Niedersachsen, aufrechterhalten. Schule und Kita sind geöffnet, ein gemeinsames Schulabschluss- und Ferienbeginn-Fest ist am 13.07. geplant. Ein Ferienersatzprogramm läuft vom 25.07. 12.08. mit Unterstützung des Bundes für Lernförderung.

 

Im Gebäude M3 wurde die Bürosituation aufgrund von Sicherheitsaspekten, Datenschutz und Corona in Zusammenarbeit mit den Beschäftigten optimiert.

 

Vor zwei Wochen gab es einen fachlichen Austausch in der LAB Braunschweig mit den dortigen Kolleginnen und Kollegen. In den nächsten zwei Wochen wird es zusätzliche Zuweisungen geben, um die Standorte Braunschweig und Fallingbostel zu entlasten.

 

Vakante Stellen werden nachbesetzt. Frau Harms wird vorgestellt, sie ist seit dem 02.05.22 als Sozialarbeiterin in der Celler Zuwanderungsagentur tätig.

 

Insbesondere vor dem Hintergrund der vielen neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fand am 24.06.22 eine Betriebsversammlung in den Räumlichkeiten der Hohen Wende statt.

 

Zentrale Anlaufstelle:

In der Zentralen Anlaufstelle hat es auf Grund des erhöhten Arbeitsaufkommens bzgl. der Ukraine Krise personelle und räumliche Veränderungen gegeben.

 

In der Sozialarbeit hat eine Aufstockung um 5 Personen, in der Sprachmittlung um 3 Personen stattgefunden.

 

Eine Unterstützung seitens der Verwaltung im Bereich Vertragsmanagement bei der Anmietung von Wohnungen, Koordinierung der Transporte, Transporte und Aufbau des Mobiliars ist gegeben.

 

Es besteht ein großes Engagement von Ehrenamtlichen bei der Sammlung von Mobiliar zur Ausstattung der Wohnungen. Hier wurden zwei neue befristete Kräfte im Bereich Küchenaufbau und Koordination der Wohnungsausstattung eingestellt.

 

Schließlich unterstützen sich auch die unterschiedlichen Betriebsteile im Eigenbetrieb. Dieses ist insbesondere derzeit bei den Hausmeistern der Fall.

 

Frau McDowell bittet um eine kurze Unterbrechung des Berichtes, um mögliche Frage zu stellen.

 

Herr Kizilyel fragt nach den Beweggründen der Kolumbianer in Deutschland Asyl zu suchen. Herr Nothdurft verweist an Herrn Salzsieder. Dieser erklärt, dass die Kolumbianer in Deutschland visafrei einreisen dürfen.

 

Herr Kizilyel fragt nach den Bleibewünschen der Ukrainer mit dem Hintergrund, dass sie schnell in den Arbeitsmarkt können. Herr. Nothdurft gibt das Wort an Herrn Niedner weiter, dieser berichtet, dass die Ukrainer tendenziell eher wieder in die Heimat zurück möchten. Vor allem ältere Menschen können sich vorstellen in Celle zu bleiben. Hr. Salzsieder ergänzt, dass viele Frauen bei amerikanischen Unternehmen arbeiten und auch hier in der Lage sind online für ihren Arbeitgeber weiter tätig zu sein. Er berichtet ebenfalls von Handwerkerinnen und Handwerkern, die sehr schnell Arbeit gefunden haben.

 

Auf Nachfrage aus dem Ausschuss informiert Herr Salzsieder über das Verfahren des Rechtskreiswechsels zum 1.6.22. Ab diesem Zeitpunkt erhalten Ukrainerinnen und Ukrainer Leistungen vom Jobcenter. Ergänzend verweist er darauf, dass verwaltungsseitig bis Oktober noch eine erkennungsdienstliche Erfassung aller Geflüchteten aus der Ukraine erfolgen muss. Frau McDowell erwähnt anerkennend den Arbeitseinsatz der Kollegen aus der Ausländerstelle.

 

Herr Nothdurft führt seinen Bericht fort.

 

Zuweisungen:

Seit Ende Februar sind bereits zahlreiche ukrainische Geflüchtete in der Stadt Celle angekommen. Derzeit sind in der Verwaltung 839 Personen registriert, darunter 313 Kinder und Jugendliche, die im Stadtgebiet untergebracht sind. Die landesweit festgelegte Quote hat die Stadt Celle schon seit Mai übererfüllt, Tendenz steigend. Deshalb gibt es seit Monaten keine offizielle Zuweisung seitens des Landes mehr.

 

Wohnraumversorgung:

Stand heute ist die angemietete Fläche von 2620 auf über 6.300 qm gestiegen. Auch die Anzahl der untergebrachten Menschen ist um mehrere Hundert Prozent gestiegen. Dabei wurden Wohnungen angemietet, um Obdachlosigkeit zu vermeiden, aber auch parallel unterstützt in eine private Anmietung zu kommen bzw. die Wohnung auszustatten.

 

Der Hauptschwerpunkt der Verteilung der nach Celle Geflüchteten liegt auf der Neustadt-Heese, Wietzenbruch, Hehlentor und Blumlage-Altstadt. Sehr unterstützend ist die allerland Immobilien GmbH bei der Zurverfügungstellung von Wohnraum. Allerdings liegt die Problematik darin, dass die Wohnungen unmöbliert vermietet werden. Möblierter Wohnraum wurde insbesondere in der Anfangszeit von Privat bereitgestellt.

 

Die Anmietung und Ausstattung der Wohnungen ist eine Herausforderung. Funktioniert aber bislang sehr gut. Hiervon konnte sich die Generalkonsulin der Ukraine aus Hamburg vor zwei Wochen überzeugen. Drei Faktoren sind dabei wichtig, Wohnraum ist noch zu finden gewesen, es gab und gibt ein sehr starkes Ehrenamtliches Engagement in Celle und die vorhandenen Strukturen der Zuwanderungsagentur haben sehr zu einem reibungslosen Ablauf beigetragen.

 

Aktuell stellt der Rechtskreiswechsel ins Jobcenter die Mitarbeiterinnen vor Herausforderungen. Vorher war die Kommunikation besser und auch homogener.

 

Bei der Begleitung der Ehrenamtlichen ist aufgrund der aktuellen Klientel immer noch einmal abzusprechen, wo die tatsächlichen Bedarfe liegen und wie sie erfüllt werden können.

 

r die Zuwanderungsagentur bedeutet die Krise auch, dass für den Haushaltsplan noch mehr Flexibilität benötigt wird, um insbesondere personelle Unterstützung schnell umsetzen zu können.

 

Der Haushaltsplan für 2023 stellt aufgrund der vielen Unabwägbarkeiten ebenfalls eine Herausforderung dar. Es wird mit siebenstelligen Mehrkosten im Bereich des Eigenbetriebes gerechnet.

Die Frage eines Nachtragshaushaltes für 2022 stellt sich erst dann, wenn es mehr Klarheit über den tatsächlichen Bedarf und eine Kompensation über die positiven Ergebnisse in der Vergangenheit gibt.

 

Integration:

Frau Klukon stellt einen kurzen Bericht zum Thema Integration vor.

 

Im Bereich Integration geht es um Sprachbildung, es geht aber auch um die Koordinierung der Integrationsaufgaben für die Stadt Celle. Daher ist es wichtig mit Einrichtungen der Migrationsarbeit im Austausch zu sein, um die Angebote der Migrations- und Integrationsarbeit aufeinander abzustimmen und ggf. auszubauen. Der regelmäßige Kontakt zu Migrantenselbstorganisationen, Migrationsberatungsstellen und Sprachkursanbietern ist daher von großer Bedeutung.

 

Sie informiert beispielhaft über drei aktuelle Maßnahmen:

 

  1. Das Projekt: „Deutsch in Alltagssituationen“. Das Projekt richtet sich an Menschen mit Migrationshintergrund. In dem Projekt bauen die Teilnehmenden ihre Deutschkenntnisse aus und erproben diese auch in der Praxis. In insgesamt 16 Kursterminen je 4 Unterrichtstunden werden Themen wie Ämter und Behörden, Grundgesetz, Geschichte und Kultur Deutschlands vermittelt und diese Theoriephasen werden in der Praxis angewendet bzw. vertieft. Hierzu ist ein Besuch u.a. in Bergen Belsen geplant und auch mit der Stadtbibliothek mit dem Projekt „Interkulturelle Bibliothek“ werden Austausche und eine Bibliotheksführung stattfinden, die Freude am Lesen soll geweckt und gefördert werden.

Das ist ein Projekt in Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle Integration, dem Ezidischen Kulturzentrum und dem Projekt „Interkulturelle Bibliothek“. Das Projekt wird im Juli starten.

 

Frau McDowell möchte wissen, wo das Projekt stattfindet, Frau Klukon merkt an, dass es im Ezidischen Kulturzentrum stattfinden wird.

 

  1. Für die Menschen aus der Ukraine gibt es inzwischen zahlreiche Angebote in Celle. Beispielhaft werden Maßnahmen vorgestellt:

 

a)      In zwei Gruppen mit je 12 und 11 Kindern kommen von Mo.- Do. von 9.00 bis 12.00 Uhr Kinder zwischen 4 und 6 Jahren mit Migrationshintergrund und Kinder aus der Ukraine in der freien evangelischen Gemeinde in der Wiesenstraße zusammen. Die Mütter kommen mit und tauschen sich dort aus. Es gibt drei große themenbezogene Räume für die Kinder. Ein Einkaufsladen, ein Raum für Bauen und Lego, und ein Lern- Kuschel und Leseraum. Die Kinder lernen spielerisch deutsch und werden für die Schule vorbereitet. Die Mütter werden aktiviert d.h. zwei Frauen aus der Ukraine helfen mit bei der Betreuung. Die eine hat lange Zeit als Nachhilfelehrerin im Ganztag in der Ukraine gearbeitet und die zweite Kraft war in der Ukraine u.a. als Grundschullehrerin tätig. Diese Damen unterstützen unsere städtischen Kolleginnen im Projekt. Das Projekt wird über den Niedersächsischen Integrationsfonds gefördert.

 

b)      Das zweite Angebot trägt den Titel „Treffen für Kinder und ihre Familien aus der Ukraine“ ein Angebot der Interkulturellen Bibliothek der Stadt Celle und dem Kinderschutzbund Celle. Das Angebot ist Anfang Juni gestartet. Zwei Treffen mit Familien aus der Ukraine haben in der Bibliothek stattgefunden. Es fanden Führungen in der Bibliothek statt. Jüngere Kinder konnten in unterschiedlichen Stationen basteln und es wurde vorgelesen. Die älteren Kinder und Erwachsene konnten sich Bücher in der Herkunftssprache auswählen, diese wurden dann bestellt und können in der Bibliothek ausgeliehen werden. Der Kinderschutzbund plant einen Ausflug zum Lobetaler Abenteuerspielplatz.

Für Juli und August sind bereits die nächsten Schritte geplant:

Ein Manga Workshop für Jugendliche wird initiiert. In der Bibliothek am Lauensteinplatz sollen sich Jugendliche aus der Ukraine regelmäßig treffen können. Alle Angebote werden partizipativ geplant und umgesetzt. Geflüchtete Menschen werden aktiviert. In dem Projekt arbeitet beispielsweise eine Frau aus der Ukraine mit, die in der Ukraine in einer Bibliothek gearbeitet hat.

 

  1. Der Newsletter der Celler Zuwanderungsagentur. In dem Newsletter werden auch zukünftig die Themeninhalte so gewählt, dass über Akteure, Projekte und die geleistete Integrationsarbeit in Celle berichtet wird. In der letzten Ausgabe wurden u.a. neue Persönlichkeiten der Integrationsarbeit in Celle präsentiert.

Die nächste Ausgabe nach den Sommerferien wird den Schwerpunt „Ukraine-Hilfe“ haben.

 

Herr Uca möchte wissen, welche Fördersumme für das Projekt „Deutsch in Alltagssituationen“ zur Verfügung steht. Die geplanten Kosten für das Projekt betragen laut Frau Klukon 2.950,- €.

 

Herr Nothdurft informiert abschließend noch über das Projekt „Demokratie leben!“

Demokratie leben!“rdert Projekte von Vereinen, Verbänden oder Initiativen zur Demokratieförderung, Vielfaltgestaltung und Extremismus Prävention.

 

Einschl. der Pflichtprojekte (Koordinierungs- und Fachstelle, Öffentlichkeitsarbeit, Jugendforum) sind weitere 17 Projekte in 2022 in der Förderung von 13 verschiedenen Trägern. Das Gesamtvolumen beträgt knapp 125.000,00 €. Es findet eine Jugendkonferenz statt, eine Präventionswerkstatt wird initiiert und ein Stadtteilfest organisiert. Ein Projekt beschäftigt sich mit einem Demokratie-Briefkasten und einem Demokratie-Wunschtelefon. Das Mädchenwochenende findet wieder statt. Das Kino 8 ½ zeigt wieder Filme zum Thema mit Moderation und anschließender Diskussion. Es finden viele Kunstprojekte statt, davon eines, dass sich mit Umweltschutz beschäftigt.

 

Die diesjährige Demokratiekonferenz wurde am 11.05.22 mit ca. 60 Gästen abgehalten. Nach einem Einführungsvortrag fanden 3 Workshops (Themenbereichen Jugendbeteiligung, Vernetzung in Coronazeiten und eine Ideenschmiede) statt. Den Abschluss bildete Schmidts Katzen auf der Open-Air-Bühne im Innenhof der CD-Kaserne.

 

Der Bund hat den Partnerschaften für Demokratie in Deutschland weitere 20.000,- € in Aussicht gestellt zu verschiedenen Themenbereichen. Celle hat einen Erhöhungsantrag zum Thema Flucht und Migration gestellt. Der offizielle Förderbescheid steht noch aus.

 

Herr Uca bittet um eine Übersicht der bereits durchgeführten Projekte „Demokratie leben!“. https://dl-celle.de/projekte-der-partnerschaft-fuer-demokratie-celle/. Hier finden sich unter „Projekte“ alle Projekte, die bereits durchgeführt wurden und noch durchgeführt werden.

 

Herr Nothdurft greift den Vorschlag von Herrn Kizilyel zur Begehung der Hohen Wende aus der letzten Sitzung auf. Es wird beschlossen, dass diese nach der nächsten Betriebsausschusssitzung stattfinden sollte. Die Sitzung wird um eine halbe Stunde auf 16:30 Uhr vorgezogen und der Sitzungsort in die Hohe Wende verlegt.