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ALLRIS - Auszug

14.09.2022 - 5 103.Änderung des Flächennutzungsplans der Stadt...

Beschluss:
ungeändert beschlossen
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Wortprotokoll

Im Ortsrat besteht Einigkeit, dass zu den Tagesordnungspunkten 5 und 6 gemeinsam vorgetragen und beraten wird. Am Ende der Aussprache wird dann separat über die beiden vorliegenden Verwaltungsvorlagen abgestimmt.

 

Herr Wiglenda (allerland GmbH) führt anhand einer PP-Präsentation in die Thematik ein und weist darauf hin, dass es Ziel sei, nachhaltiges und CO2-gemindertes Bauen in die Baulandentwicklung zu überführen. Auf dem vorgesehenen Areal solle eine Fche für ein Alten- und Pflegeheim vorgehalten werden. Der überwiegende Teil des Baugebietes seir klassische Einfamilienhäuser (EFH) vorgesehen (Größe der Grundstücke = 700 bis 750 m²). Auf Nachfrage des Ortsbürgermeisters gibt er an, dass in einem kleinen Bereich sog. Stadtvillen zulässig sein sollen; diese würden sich aber gut ins Baugebiet integrieren, es solle nicht aussehen wie im benachbarten Baugebiet „Im Tale I“. Weiterhin solle die Flächenversiegelung so gering wie möglich gehalten werden. Diverse Gutachten seien erstellt worden und in diesem Gebiet seien keine besonders geschützten Arten vorhanden. Die Planung werde sich am Baugebiet Düpmoor anlehnen, denn dort seien gute Ideen umgesetzt worden. Es sollen viele Grünflächen geschaffen und Bäume gepflanzt werden, um u. a. die Beschattung zu erhöhen. Das Regenwasser werde in Mulden abgeleitet, so dass es dort verdunsten bzw. versickern kann. Im Bereich der Scheuener Straße werde ein Verkehrsknoten entstehen, der grds. funktionieren werde, aber noch ertüchtigt werden müsse. Entlang des Lehmhorstweges solle die Begrünung bleiben bzw. noch zusätzlich geschaffen werden; eine Eiche könne jedoch nicht stehen bleiben, da sie nicht in die Planungen integriert werden konnte. Im B-Plan sollen Einfriedungen und Anpflanzungen festgesetzt werden. Die allerland GmbH wolle finanzielle Anreize schaffen, damit auf den Bauten Gründächer realisiert werden (durch Rückvergütungen bzw. durch ein Zuschusssystem). Fossile Energieträger sollen rechtlich im B-Plan ausgeschlossen werden, ein kaltes Nahwärmenetz sei jedoch nicht umsetzbar (auch nicht durch Miteinbeziehung von Bestandsbauten). Bei der Erschließung solle das Schwammstadtprinzip umgesetzt werden. Zum Wohngebiet „Im Tale I“ solle eine Wegebeziehung für Fußnger und Radfahrer geschaffen werden; Autos müssten außen herumfahren. Im neuen Wohngebiet sei eine Spielfläche für ältere Jugendliche vorgesehen; Kleinkindspielplätze seien im Umfeld schon zahlreich vorhanden.

 

Auf Nachfrage des Ortsratsmitgliedes Otte zum landwirtschaftlichen Verkehr gibt Herr Wiglenda an, dass der Lehmhorstweg weiterhin von landwirtschaftlichen Fahrzeugen befahren werden könne, man wolle vielmehr die Schleichverkehre reduzieren. Ortsratsmitglied Kohrs bittet um Auskunft zum Lärmschutz an der Scheuener Straße. Dazu führt Herr Kaplick (allerland GmbH) aus, dass vorrangig ein passiver Lärmschutz vorgesehen sei (u. a. durch spezielle Fenster, ausreichend Abstände, Fassadengestaltung und ggf. einen Gebäuderiegel).

 

Ortsratsmitglied Meier fragt nach, welche Personengruppen durch dieses Konzept angesprochen werden sollen, denn er bezweifelt, dass ein Zuschuss für Gründächer reizvoll sei, wenn die Baukosten bis zu 750.000,- € betragen. Herr Wiglenda führt aus, dass es ein Klientel gebe, das aus Großstädten kommt, um sich im ländlichen Bereich neu auszurichten und in diesem Vorhaben Entwicklungspotential sehen. Aber auch aus dem Raum Celle werde es Interessenten geben; dadurch könne eine Abwanderung in Nachbargemeinden verhindert werden. Der Baubeginn sei ca. ab 01.01.2024 vorgesehen (für Hochbauten); vorher müssten erst die Erschließungsmaßnahmen erfolgen.

 

In der Zeit von 19:20 bis 19:40 Uhr wird die Sitzung für Bürgerfragen unterbrochen.

 

Ortsratsmitglied Schmidt betont, dass sie keinen Bedarf für so viele EFH sehe; zudem vermisse sie den sozialen Wohnungsbau. Positiv sei, dass eine Fläche für ein Alten- und Pflegeheim vorgehalten werde und sie hofft, dass dies auch so umgesetzt wird. Ortsratsmitglied Meier ergänzt, dass in den nächsten zehn Jahren sehr viele EFH wieder frei werden, die dann ggf. leer stehen werden. Auf seine Frage, ob hierüber Daten erhoben werden, gibt die Verwaltung an, dass es Daten über Altersstrukturen gebe. Celle als Oberzentrum müsse Bauland anbieten, auch über den vorhandenen Bedarf, denn dadurch könne man neue Einwohner/innen generieren. Celle stehe derzeit recht gut dar, z. B. in Uelzen seien die Einwohnerzahlen rückläufig. Der Ortsbürgermeister ergänzt, dass der Begriff „Wachstum“ heute gleichzusetzen sei mit „Halten“ bzw. „maßvoll rückläufig“. Derzeit halte Celle die Zahl von rd. 70.000 Einwohnern und Ziel sei es langfristig, nicht auf 60.000 zu sinken. Dazu merkt Ortsratsmitglied Meier an, dass zukünftig in Celle immer weniger Menschen leben, aber immer noch viele neue Häuser gebaut werden. Das stehe im Widerspruch und er frage sich, was in 10 bis 20 Jahre mit den ganzen Immobilien passieren solle.

 

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Danach empfiehlt der Ortsrat dem Rat der Stadt Celle mehrheitlich bei sieben Ja-Stimmen und zwei Nein-Stimmen wie folgt zu entscheiden:

 

Dem Entwurf der 103. Änderung des Flächennutzungsplanes der Stadt Celle „Wohnbauflächen Im Tale II“ sowie dem dazugehörigen Konzept wird in der vorliegenden Fassung zugestimmt.

 

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Anlagen zur Vorlage

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Anlagen