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ALLRIS - Auszug

09.03.2022 - 9 Sanierung Breite Strasse

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Wortprotokoll

Herr Hanssen (Fachbereichsleiter Verkehr und Technische Dienste) informiert, am 07.03.2022 habe eine ratsinterne Informationsveranstaltung zum Sanierungsgebiet Neuenhäusen stattgefunden. Auf der städtischen Homepage unter der Rubrik Städtebauförderungen seien beide Varianten zur Sanierung der Breite Straße und viele weitere Informationen zum Sanierungsgebiet einzusehen. Unterschied: bei der 1. Variante verbleiben die Bäume, bei der 2. Variante werden die Bäume gefällt und eine neue Allee gepflanzt. Von 66 vorhandenen Bäumen seien 11 bereits abgängig, 30 weisen leichte bis mittlere Schäden (Lebenserwartung 10-15 Jahre). Die Lebenserwartung der verbleibenden 25 Bäume sei fraglich. Die Verwaltung folge der Empfehlung des Planungsbüros für Variante 2. Eine weitere Ausarbeitung erfolge derzeit auf Entwurfsebene. Variante 1 sei kostenmäßig teuer, aufwändiger, gefährde die verbleibenden Bäume und der Alleecharakter ginge verloren. Den derzeitigenumen gehe es aufgrund des sandigen und verdichteten Bodens (aufgrund von parkenden Autos) nicht gut. Zudem versickere das Wasser nicht und fließe zu schnell ab. Im Winter komme noch die Belastung durch Streusalz hinzu.

 

r Bäume seien 3 Kriterien hinsichtlich des Standortes wichtig:

-          verfügbares Bodenvolumen mindestens 15 m³ (mehr noch besser).

-          Sauerstoff und Nährstoffgehalt.

-          Speichervolumen des Substrats innerhalb der mindestens 15 m³ Boden (Feuchtgehalt).

 

Da die Wurzeln des derzeitigen Baumbestandes nicht an das Grundwasser gelangen, versuchen die Bäume an das Wasser in der Kanalisation und an Nährstoffe, die sich im Mörtel befinden, zu gelangen. Beim Baumerhalt sste die Erde abgesaugt werden und es re ein Wurzelschnitt notwendig. Zudem wisse man nicht, wie viele Bäume die sehr komplexen Arbeiten rund um das Wurzelwerk überleben würden. Bei einer Neuanpflanzung schütze man nicht nur die Bäume, sondern auch die neuen Leitungen. Im Weiteren erläutert Herr Hanssen das Prinzip Schwammstadt. In diesem Modell fungiere die Stadt als Schwamm, der bei Regenereignissen so viel Wasser wie möglich speichert, welches dann in Trockenperioden abgegeben werden kann. Um diese Speichermöglichkeit nutzen zu können, bedarf es jedoch auch entsprechender unterirdischer Speicher. Das anfallende Wasser könne beispielsweise über im Untergrund angelegten Rigolen den Bäumen zur Verfügung gestellt werden.

 

Auf Nachfrage aus dem Ortsrat was für eine Lebenserwartung die neuen Bäume hätten, informiert Herr Hanssen, wenn alle technischen Voraussetzungen geschaffen würden, da es sich um keinen natürlichen Standort handele, etwa 80 bis 100 Jahre. Neben einer schmalkronigen Lindenart kämen auch andere Bäume wie beispielsweise Hainbuchen in Betracht.

 

Auf weitere Nachfragen erklärt Herr Hanssen, auch die Firmen seien Anlieger und könnten die Parkplätze nutzen. Teilweise sei es aufgrund der Bebauung schwierig, das dahinterliegende Grundstück zum Parken zu nutzen. Der öffentliche Straßenraum reiche bis an die Häuser. Daher könne man nicht sagen, dass vorhandene Treppen privat seien. Nach 2,75 m schließe der Grünstreifen und dann der Baum an. Dies hänge von den Ausführungen und der Planung ab. Die Anordnung von Längsparkplätzen erhöhe die Sicherheit für Radfahrer. Die Detailplanung sei noch nicht festgelegt. Diese werde mit der Variante 2 fortgesetzt. In diesem Rahmen würde auch festgelegt, ob beispielsweise ein Fahrradschutzstreifen eingerichtet werde. Die Detailplanung würde auch den Anliegern vorgestellt. Wenn diese ausführungsreif sei, könne sie auch dem Ortsrat vorgestellt werden.

Bei einer Neupflanzung nach dem Schwammstadt-Prinzip würden die Leitungen mit einer wurzeldichten Folie geschützt und die Wurzeln in einen Bereich gelenkt, in dem die Bäume Wasser und Nährstoffe finden.  

 

Anschließend wird die Sitzung von 19:22 bis 19:28 Uhr einvernehmlich für Fragen der anwesenden Bürger unterbrochen.