09.05.2023 - 9 Mündlicher Vortrag der Verwaltung zu den Anträg...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 9
- Datum:
- Di., 09.05.2023
- Status:
- gemischt (Protokoll genehmigt)
- Uhrzeit:
- 17:00
- Anlass:
- Sitzung
- Beschluss:
- zur Kenntnis genommen
Wortprotokoll
Fachbereichsleiter Herr Nerreter geht in seinem Vortrag zunächst auf die einzelnen Punkte des Antrags Nr. 0108/23 zur Schulentwicklungsplanung ein:
Zu 1:
Obwohl seit 2009 in Niedersachsen die rechtliche Verpflichtung des Schulträgers zur Führung eines kommunalen Schulentwicklungsplans entfallen sei, betreibe die Verwaltung eine kontinuierliche Schulentwicklungsplanung für die Stadt Celle!
In diesem Rahmen werde neben der Betrachtung der zu erwartenden Schülerentwicklung insbesondere der bauliche Zustand der Celler Grundschulen umfassend betrachtet.
Hierbei wurde festgestellt, dass vier große Schulprojekte erforderlich seien:
- Katholische Schule
- GS Neustadt,
- GS Garßen und
- Waldwegschule
Ferner wurden alle Mensen betrachtet. Die Ausgabe von Essen solle nicht (mehr) in Räumen erfolgen, die zugleich auch als Unterrichtsräume dienen. In diesem Jahre erfolge daher in drei Grundschulen Umbauten:
- GS Wietzenbruch
- GS Altencelle und
- GS Vorwerk
In den Grundschulen Groß Hehlen und Hehlentor seien größere Lösungen (jeweils Anbauten) erforderlich. Diese werden in ca. 2 Jahren abgeschlossen sein.
Bedingt durch Veränderungen im dortigen Ganztagsbetrieb werde die Mensa der GS Heese-Süd aktuell auf Veränderungsbedarfe untersucht.
Bei allen Schulbauprojekten werden sowieso neue Mensen vorgesehen, so dass spätestens mit Abschluss der Schulbauoffensive alle Mensen auf einem zeitgemäßen Stand sein werden.
Begründung zu den aktuellen vier großen Schulbauprojekten
- Katholische Schule
Probleme gebe es auf dem aktuellen Grundstück: Keine zeitgemäßen Unterrichtsräume, keine Sporthalle, keine Mensa, Schulhof zu klein, keine Möglichkeit der Nutzung von Nachbargrundstücken
Für die Katholische Schule sei die Nähe zur katholischen Kirche erforderlich. Die Ortsteile Blumlage/ Altstadt und Neuenhäusen seien dicht bebaut. Es stehe allein ein Grundstück in ausreichender Größe zur Verfügung. Hierbei handele es sich um das „Baufeld M“.
- GS Neustadt
Die Schule stehe unter Denkmalschutz. Einen anderen möglichen Nutzungszweck für das große Gebäude gebe es nicht. Bereits dies spreche für eine zukunftsfähige Sanierung.
Es komme hinzu, dass auch die Ortsteile Neustadt und Heese dicht bebaut seien. Es stehen keine Flächen in ausreichender Größe zur Verfügung.
- GS Garßen
Die vorhandene Grundschule genüge nicht den heutigen Anforderungen. Auf dem vorhandenen Grundstück gebe es keinen Raum für bauliche Erweiterungen. Es müsse daher auch aufgrund der zu erwartenden Schülerentwicklung ein Neubau erfolgen.
Nach Betrachtung von Alternativstandorten konnte eine Fläche am nördlichen Rand des Ortsteils Garßen gefunden werden. Diese Fläche befinde sich im Eigentum der Stadt Celle. Derzeit erfolgen konkrete Prüfungen.
- Waldwegschule
Der bauliche Zustand der Schule sei inakzeptabel. Unter Berücksichtigung zeitgemäßer pädagogischer Anforderungen sei ein Neubau deutlich wirtschaftlicher als eine Sanierung.
Wie bei allen Neubauprojekten sei die Standortfrage umfassend überprüft worden:
Für den Standort Waldweg sprechen folgende Gründe:
- Es müsse kein Bauleitverfahren durchgeführt werden. Bei den anderen in Betracht kommenden Standorten müsste hingegen zunächst ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Die Umsetzung des Schulbaus würde sich entsprechend verzögern.
- Am Standort Waldweg sei bereits eine Sporthalle vorhanden, welche in ein zukünftiges Neubauprojekt Grundschule zu integrieren sei. Obgleich sie Sanierungsbedarf aufweise, lägen die dafür erforderlichen Kosten jedoch deutlich unter einem Investitionsaufwand für einen entsprechenden Turnhallenneubau. Für einen Turnhallenneubau seien das prognostiziert zwischen 5 und 6 Mio. €.
- Das Nebeneinander von Schule und Kindertagesstätte habe einen großen Vorteil (wie auch in den Ortsteilen Wietzenbruch und Altencelle). Die Schulkinder könnten den Hortbereich in unmittelbarer Nähe nutzen und hätten keine langen Wege.
- Außerdem biete das städtische Grundstück viel Platz, mit Option bei Erfordernis ein unmittelbar angrenzendes städtisches Grundstück temporär nutzen zu können.
Das Gelände des Bauhofes als Alternative befinde sich an der Neuenhäuser Straße in unmittelbarer Nähe zur Bahnlinie. Es sei umgeben von gewerblicher/ industrieller Nutzung. Der Schulweg (an der vielbefahrenen Neuenhäuser Straße entlang) wäre sehr gefährlich. Es bestehe daher Zweifel, ob bauplanungsrechtlich an diesem Standort überhaupt ein Schulbau zugelassen werden könne. Ferner liege das Grundstück des Bauhofes am äußeren Rand des Schuleinzugsbezirkes.
Gegen das Stadtwerkegelände an der Fuhsestraße als Alternative spräche –neben den oben aufgeführten Argumenten- die sehr nahe Lage zur Neustädter Schule. Die Grundschulen in der Stadt Celle sollten einen gewissen Abstand zueinander aufweisen, um die Länge der Schulwege der Kinder möglichst gering halten zu können.
Auf Bitten aus dem Ausschuss werden dem Protokoll Lagepläne der Schulbauprojekte Katholische Grundschule und GS Garßen beigefügt.
Ratsfrau Fiß möchte wissen, ob geprüft worden sei den Neubau der katholischen Schule in Vorwerk zu errichten. Neben der katholischen Kirche befinde sich ein unbebauter Acker. Herr Nerreter erläutert, dass die Katholische Schule eng mit der Kirchengemeinde Sankt Ludwig verbunden sei und dieser Kirchenstandort auch langfristig gesichert sei.
Die Vertreterin der Rektorenkonferenz, Frau Gothe regt an, die Schulleitungen und Kollegen und Kolleginnen in den betroffenen Grundschulen in die Phase 0 der Neubauplanung mit einzubeziehen.
Ausschussvorsitzender Ratsherr Ohl erkundigt sich, ob es keine anderen Interessenten für eine Nutzung der Katholischen GS gebe. Fachbereichsleiter Herr Nerreter berichtet, dass nach dem der Landkreis Celle kein Interesse habe, derzeit aber Anfragen bei freien Schulträgern liefen.
Im Juni sei ein Termin mit einem Interessenten geplant. Für eine Nachnutzung als Jugendherberge sei das Gebäude leider zu klein.
Zu 2)
Bei allen Schulbauprojekten würden die Schulen zu pädagogisch zeitgemäßen Cluster- Schulen umgebaut werden. Sie werden Lernlandschaften mit „Marktplätzen“ erhalten.
Der Raumbedarf und die Ausstattung der Schulen würden jeweils mit den Schulleitungen abgestimmt, um alle pädagogischen Aspekte zu berücksichtigen. Dabei werde eine „Standard-Ausstattung“ unter Berücksichtigung von Schulspezifika erarbeitet.
Die Verwaltung werde über die Entwicklungen jeweils im Ausschuss berichten.
Auf die Frage von Ratsfrau Künstler, wer den Standard für die Möbel in den Schulen entwickele, erläutert der Fachdienstleiter Schulen Herr Lehmann, dass dies in einem intensiven Dialog mit den Schulen vor Ort geschehe. Außerdem würden die Fachberater des regionalen Landesamts für Schule und Bildung in Anspruch genommen, um eine gute Ausstattung der Grundschulen zu realisieren.
Die Vertreterin der Lehrer Frau Hage möchte wissen, ob auch die Finanzierung der Möbel in den allgemeinen Unterrichtsräumen durch die Stadt finanziert werde. Dies wird von Herrn Lehmann bejaht. Ziel sei eine einheitliche Ausstattung mit Mobiliar. Den unterschiedlichen Konzepten in den Schulen kann z.B. bei der Ausstattung der Marktplätze Rechnung getragen werden.
Auf Nachfrage von Ratsfrau Schult bestätigt Herr Lehmann, dass auch neue Lernmethoden wie z.B. selbstbestimmtes Lernen in den neuen Räumlichkeiten realisiert werden können.
Zu 3)
Eine Veränderung der Schuleinzugsbezirke sei spätestens mit der Eröffnung der neuen Grundschule Westercelle vorzunehmen. Eine Satzungsänderung werde von der Verwaltung in der 2. Jahreshälfte 2023 vorbereitet. Hierbei würden auch die räumlichen Bezüge in anderen Stadtteilen geprüft werden.
Zu 4)
Es finden regelmäßige Treffen mit dem Landkreis Celle (als Schulträger für die weiterführenden Schulen) statt. Das letzte Treffen habe am 16. Januar 2023 stattgefunden. Seitens des Landkreises haben Herr Kreisrat Buchhold und Frau Bunge teilgenommen. Es sei festgestellt worden, dass aktuell kein Wechsel in der Nutzung von Schulgebäuden möglich sei.
Antrag 113/23
- Die Schulwegeplanung sei für die neue Grundschule Westercelle ein sehr wichtiges Thema. Die Grundzüge der Planung wurden bereits erstellt. Die Planung werde derzeit optimiert. In der nächsten Sitzung des ASKJ am 07.09.2023 werde die Planung vorgestellt.
- Für den neuen Standort der katholischen Schule werden die räumlichen Beziehungen (Parkplätze; Hol- und Bringverkehre; …) derzeit geprüft. Es werde ein Verkehrsgutachten eingeholt.
- Die Ortsräte haben aktuell die Möglichkeit, Vorschläge zur Einrichtung von Hol- und Bringzonen zu erarbeiten. Diese Vorschläge werden in der Sitzung des ASKJ am 07.09.2023 vorgestellt werden.
Ratsfrau Fündeling schlägt vor, das Ergebnis der morgigen Sitzung des Ortsrates Westercelle abzuwarten und dann in einer gemeinsamen Sitzung mit dem Ortsrat nach den Sommerferien über die Schulwegeplanung zu beraten. Außerdem regt sie an, Herrn Vogt als Kontaktbeamten der Polizei bei der Erarbeitung des Schulwegs mit einzubeziehen. Herr Riebandt von der Polizei gibt den Hinweis, dass es sich aus fachlichen Gründen eher anbieten würde Herr Wichmann einzubinden.
Frau Gothe weist darauf hin, dass die Grundschulen Bruchhagen und Nadelberg die Kinder im Rahmen der Verkehrserziehung ebenfalls auf den neuen Schulweg vorbereiten werden.
Anlagen
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