29.08.2023 - 9 Aktuelles aus der Celler Zuwanderungsagentur (m...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 9
- Datum:
- Di., 29.08.2023
- Status:
- gemischt (Protokoll genehmigt)
- Uhrzeit:
- 17:00
- Anlass:
- Sitzung
Herr Nothdurft berichtet über die aktuelle Situation im Eigenbetrieb der Celler Zuwanderungsagentur und geht zunächst auf die Zentrale Anlaufstelle (ZAS) ein.
Mit Stand 31.07.2023 hat die Stadt Celle die vom Land Niedersachsen festgelegte Quote zur Aufnahme von Geflüchteten mit 84 Personen übererfüllt. Unter Berücksichtigung dieser Übererfüllung besteht im übrigen Landkreis Celle noch eine offene Quote von 172 Personen.
Aktuell sind in Celle 112 Wohnungen angemietet und dort insgesamt 348 Personen direkt durch die ZAS untergebracht. Sowohl die Betreuung dieser und weiterer Asylbewerber und Geflüchteten, als auch das Wohnungsmanagement sind zeitintensiv. Nur rund ein Drittel der Mitarbeiter waren auch schon vor dem Krieg in der Ukraine in der ZAS beschäftigt und bringen insofern die Erfahrung aus den Jahren 2015/16 mit.
In der Unterkunft an der Hohen Wende sind Ende Juli 182 Personen aus 19 Nationen untergebracht. Aufgrund der beim Land wegbrechenden Kapazitäten bis zum Jahresende, insbesondere in Fallingbostel und Laatzen, besteht beim Land ein großes Interesse den bis zum 30.09.2024 geschlossenen Vertrag mit der Stadt Celle auf weitere Jahre zu verlängern.
Über den Sommer wurden mehrere Veranstaltungen abgehalten. Unter anderem war die Polizei mit einem Verkehrserziehungsprojekt im Haus. Auch die Kontaktbeamten haben mehrfach die Unterkunft besucht und Aufgaben und Funktion der Polizei anschaulich erklärt.
Bei dem Sommerfest mit rund 50 Kindern war ein Zauberer zu Gast. Kinderschminken, Dosenwerfen, Eierlaufen, etc. rundeten das gut gelungene Fest ab.
Bei der täglichen Arbeit sind viele Herausforderungen zu meistern. Große Probleme bereiten hierbei aktuell vakante Stellen und auch die Verlegung von immer mehr vulnerablen Personen durch die Landesaufnahmebehörde nach Celle.
Mit Geldern aus dem Integrationsfonds Niedersachsen konnte in diesem Jahr unter anderem ein Integrationsprojekt in der Welfenallee realisiert werden. Das Projekt ist für zwei Jahre gefördert und hat am 01.08. begonnen. Personal für die Durchführung ist mit jeweils drei 30 Stundenkräfte gefunden. Als Profession stehen eine Sozialarbeiterin, eine Erzieherin und eine Verwaltungskraft mit entsprechender Sprachkompetenz zur Verfügung.
Herr Westermann berichtet über das Projekt „Integrationsbegleitung – Hilfe zur Selbsthilfe“, innerhalb dieses Projektes wurde ALLER(T)RÄUME, ein interkulturelles Zentrum ins Leben gerufen. Das Projekt wird vom Land Niedersachsen finanziert und ist auf 2 Jahre ausgerichtet. Die Federführung liegt beim Eigenbetrieb Celler Zuwanderungsagentur. Genutzt werden Räume im alten Arbeitsamt in der Welfenallee. Es sind drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingesetzt, eine Sozialarbeiterin mit traumapädagogischer Weiterbildung, eine Erzieherin mit Koordinierungsfunktion und eine Sprachmittlerin mit Verwaltungstätigkeit. Herr Westermann ist der Projektleiter aus dem Team Integration.
Im Rahmen der Projektarbeit wird versucht, Integrationshemmnisse abzubauen, den Spracherwerb zu fördern sowie Traumabewältigung zu unterstützen. Die Projektarbeit geht jetzt los, seit dem 22.8.2023 gibt es in den Räumlichkeiten Strom, aufgrund eines Wasserschadens hatte sich der Beginn verzögert.
Kooperationspartner sind bspw. die Johanniter, DRK, Caritas, die Erziehungsberatungsstelle und die Familienbildungsstelle und viele weitere Akteure im Stadtgebiet.
Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind im Projekt mit 30 Wochenstunden beschäftigt.
Herr Nothdurft weist darauf hin, dass der Fördermittelgeber den Migrationshintergrund im Fokus hat.
Aus dem Ausschuss kommt die Frage, ob man die Nutzung der Immobilien in der Hohen Wende ausweiten kann. Lt. Herrn Nothdurft ist dies zur Zeit nicht möglich, die Gebäude sind zum Teil an das Land abgegeben. Dieses sucht Kapazitäten für 20.000 Geflüchtete in ganz Niedersachsen.
