09.03.2023 - 4 Mitteilungen des Eigenbetriebes
Grunddaten
- TOP:
- Ö 4
- Datum:
- Do., 09.03.2023
- Status:
- gemischt (Protokoll genehmigt)
- Uhrzeit:
- 17:00
- Anlass:
- Sitzung
Wortprotokoll
Herr Nothdurft berichtet über Aktuelles aus der Abteilung Zentrale Anlaufstelle (ZAS).
Die Stadt Celle hat mit Stand Februar 2023 bei der Quote zur Unterbringung Geflüchteter noch eine Untererfüllung von 48 Personen. Da einige Kommunen innerhalb des Landkreises Celle noch viele Kapazitäten frei haben, werden zurzeit keine weiteren Personen aufgenommen, weder vom Land noch vom Landkreis zugeteilte. Ausnahmeregelungen finden im Rahmen der Familienzusammenführung oder bei vulnerablen Personen statt.
Das Land wird ab der 13. KW für den Zeitraum von 7 Wochen pro Woche 23 Personen dem Landkreis Celle unmittelbar zuweisen.
Herr Nothdurft betont, dass es im Stadtgebiet in Bezug auf Probleme mit Geflüchteten ruhig ist, dies ist u. a. der guten Arbeit der Mitarbeitenden der ZAS zu verdanken.
Aus der Bevölkerung werden weiterhin Wohnungsangebote gemacht, die jedoch nicht benötigt werden, da keine Überkapazitäten geschaffen werden sollen.
Im Materiallager der ZAS befinden sich noch Bestände. Diese werden sinnvoll verwendet, z. B. für Obdachlosenunterkünfte.
Aus der Abteilung Unterkunft an der Hohe Wende berichtet Herr Nothdurft wie folgt:
Aktuell befinden sich 181 Bewohner in der Unterkunft, davon sind unter 18 Jahre 38 Personen, über 18 Jahre 143 Personen. Zurzeit sind 24 verschiedene Nationalitäten untergebracht (Syrien, Burundi und Türkei mit prozentual größtem Anteil). 201 Plätze stehen zur Belegung zur Verfügung, der Rest wird für Quarantänefälle freigehalten.
Die Erstaufnahmeeinrichtungen der Landesaufnahmebehörde (LAB NI) sind voll und überbelegt. Dies hat zur Folge, dass seit Monaten eine durchgehende Belegung von über 175 Personen in der Unterkunft stattfindet. Eine Trennung nach Nationalitäten bei der Zimmerbelegung ist teilweise nicht mehr möglich. Schule und Kindergarten sowie Jugendbetreuung laufen. Traditionen zur Weihnachtszeit, wie Nikolaus und Weihnachtsmann, wurden den Kindern nahegebracht. Außerdem erfolgte am Rosenmontag ein kunterbunter Faschingsumzug der Kinder und Jugendlichen durch alle Bereiche und das Bewohnergebäude in der Hohen Wende.
Nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt erfolgt seit dem 06.02.2023 die Essenseinnahme (Frühstück, Mittag und Abendessen) der Bewohnenden wieder in der Mensa. Die Kommunikation der Bewohnenden soll hierdurch gefördert, die allgemeine Müllproduktion reduziert und Essensrestebestände im Bewohnergebäude minimiert werden. Die Umstellung lief für alle reibungslos und ohne Schwierigkeiten.
Weiterhin wurde nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt ab dem 02.03. die Maskenpflicht aufgehoben. Schnelltestungen Geflüchteter erfolgen somit nur bei Symptomen. Alle Mitarbeitenden testen sich weiterhin regelmäßig. Bei positivem Schnelltest erfolgt weiterhin eine Isolierung.
Seit 01.02.2023 erfolgt durch die Caritas (Marlies Petersen) wieder eine unabhängige Asylverfahrensberatung in der Flüchtlingsunterkunft. Diese wird jeden Montagnachmittag durchgeführt. Frau Petersen hilft und gibt Geflüchteten Informationen zum Asylverfahren. Weiterhin bereitet sie gemeinsam die Interviews vor und gibt Information über Hilfemöglichkeiten nach der Verteilung. Zusätzlich werden im Einzelfall Termine bei der Caritas in Vorwerk vereinbart.
Zum Haushalt 2022 berichtet Herr Nothdurft, dass das vorläufige Ergebnis weitaus positiver ausfällt, als ursprünglich geplant. Gründe sind u.a. die dezentrale Unterbringung statt in einer Sammelunterkunft Kriegsvertriebener aus der Ukraine. Es gab keinen langfristigen Leerstand. Insbesondere eine unerwartet hohe Zuwendung des Bundes im Dezember in Höhe von rd. 531.000 € sowie die Übernahme der Abschlagszahlungen für Dezember durch den Bund in Höhe von ca. 40.000 € haben zu dem positiven Ergebnis beitragen können. Insgesamt wird mit einem sechsstelligen positiven Ergebnis gerechnet. Personell wurde viel mit Zeitverträgen gearbeitet, um flexibel und möglichst kostengünstig auf die Lage reagieren zu können.
Zum Thema Integration gibt Frau Klukon (Abteilung Integration des Eigenbetriebes) allgemeine Infos. Der „Integrationsfonds“ ist ein Instrument, das die Landesregierung geschaffen hat, um die Kommunen, die besonders vom Zuzug betroffenen sind, bei ihren Integrationsaufgaben zu unterstützen. Das Land stellt dafür jährlich insgesamt 10 Mio. € für Integrationsprojekte zur Verfügung. Gefördert werden Projekte, die insbesondere dazu dienen, den sozialen Zusammenhalt zu stärken und die gesellschaftliche Teilhabe der betroffenen Personengruppen zu fördern, einschließlich der Schaffung angemessener Betreuungs- und Bildungsangebote. Frau Klukon koordiniert die Antragsstellung für den Integrationsfonds, unterstützt bei inhaltlichen Fragen und ist Ansprechpartnerin für die Bewilligungsstelle beim Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems.
Vorausgesetzt der Bewilligung durch die Bewilligungsstelle, wird die Celler Zuwanderungsagentur ein Projekt umsetzen. Die Fördersumme beträgt 270.000 € für zwei Jahre. Als Eigenmittel sind mindestens 10% der Gesamtausgaben einzubringen. Personalkosten und Sachausgaben sind förderfähig. Die Antragsfrist endet am 31.03.2023.
Die inhaltliche Ausgestaltung wird von Herrn Westermann (Sozialarbeiter ZAS) erläutert.
Schwerpunkt wird ein traumapädagogisches Angebot sein, das helfen soll, Strategien zu entwickeln, Traumata bei den Geflüchteten zu bewältigen. Es wird sich um niedrigschwellige Angebote für alle Nationalitäten handeln. Hierfür ist Netzwerkarbeit und die Zusammenarbeit mit
Kooperationspartnern erforderlich. In Zusammenarbeit mit dem Jobcenter soll z. B. eine Arbeitsmarktintegration ermöglicht werden.
Frau Klukon berichtet des Weiteren über eine vom Arbeitskreis Migration und Arbeitsmarktintegration geplante Veranstaltung mit dem Titel „Qualifizierung bringt mich weiter“. Diese Veranstaltung wird am Dienstag, den 9. Mai in der Gemeinde St. Hedwig, Marienwerder Allee 10, stattfinden und richtet sich an Erwachsene aus dem Ausland ohne Berufsabschluss. Die Agentur für Arbeit, das Jobcenter, die Caritas, Diakonie, Handwerkskammer sowie die Industrie- und Handelskammer werden in Form einer Messe ihre Angebote vorstellen. Die Teilnehmenden lernen vor Ort die Akteure kennen, die sie bei ihrer Suche nach einem Ausbildungsplatz oder Qualifizierung unterstützen. Um Sprachbarrieren zu überwinden, werden Sprachmittler in den Sprachen Französisch, Ukrainisch, Russisch, Arabisch, Kurdisch und Farsi unterstützen. Alle Akteure des Arbeitskreises werden zeitnah über ihre Netzwerke Werbung für diese Veranstaltung machen und die Zielgruppe zu dieser Veranstaltung gezielt einladen.
