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ALLRIS - Auszug

24.04.2008 - 4 "Ensemble Altstadt Celle" (Vortrag der Nds. Den...

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Wortprotokoll

Der Ratsvorsitzende begrüßt zu diesem Tagesordnungspunkt Frau Albrecht und Herrn Neß vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege (NLD).

 

Herr Neß erklärt einführend, dass in Abstimmung mit  der Stadt Celle eine aktualisierte Bestandsaufnahme bezüglich der Gebäude und Anlagen in der Altstadt gemacht worden sei. Auch für die Eigentümer sei dies wichtig, damit sie genauere Kenntnisse über ihre Denkmäler haben. Alle Gebäude und Anlagen im Stadtgebiet seien bewertet worden (größtenteils mit Innenbegehungen); hierbei hätten regelmäßige Abstimmungsgespräche stattgefunden. Die abschließende Gesamtbewertung als Stadtdenkmal sei in einem Gutachten niedergelegt worden, welches der Stadt vorliege. In Kürze werde die Fortschreibung des Denkmalverzeichnisses für die Altstadt der Stadt zur Verfügung gestellt; hierzu könne sie dann eine Stellungnahme abgeben. Danach werden die Eigentümer informiert.

 

Frau Albrecht (NLD) trägt vor, dass das bisherige Denkmalverzeichnis 1989/90 aufgestellt worden sei. Große Teile der Stadt seien inventarisiert worden, jedoch nicht die Altstadt. Die Altstadt sei als Gruppe baulicher Anlagen definiert worden, ohne Inaugenscheinnahme der einzelnen Häuser und Parzellen. Somit lag ein Denkmalverzeichnis vor, das einzelne Adressen aufzählte, aber keine Differenzierung der Gebäudeteile enthielt.

 

In den vergangenen 12 Monaten sei eine vertiefte Inventarisation durchgeführt worden, in der die Bauten mehrheitlich vom Keller bis zum Dachboden begangen worden seien. Hierbei sei eine umfangreiche Fotodokumentation erstellt worden. Diese Erhebungen seien durch Angaben aus den Bauakten ergänzt worden. Auf der Grundlage aller zur Verfügung stehenden Informationen sei für alle Objekte der Altstadt eine denkmalpflegerische Bewertung vorgenommen worden. Als Ergebnis liege nunmehr eine aktualisierte Denkmalliste der Celler Altstadt vor.

 

Parallel zur vertieften Inventarisation der Altstadtquartiere sei eine Neubewertung des Ensembles „Alstadt Celle“ erfolgt. Bislang seien der Schlossbereich und die Altstadt jeweils als eigene „Gruppe baulicher Anlagen“ definiert worden. Im Zuge der aktuellen Bestandsaufnahme sei dies modifiziert worden, d. h. Altstadt und Schloss werden nun zu einer gemeinsamen Gruppe / Einheit zusammengefasst, da zwischen ihnen eine enge, stadträumliche Verzahnung bestehe.

 

Weiterhin sei die räumliche Abgrenzung des Ensembles „Altstadt“ verändert worden. Bislang hätten die Straßenzüge Nordwall und Südwall die Gruppengrenze gebildet; die ehemaligen Wallbereiche seien ausgespart geblieben. Jetzt habe man die Grenze bis zum Stadtgraben hinausgeschoben. Demzufolge seien auch die innerhalb der neu definierten Ensemblegrenze gelegenen ehemaligen Wallbereiche im Rahmen des Projektes inventarisiert und bewertet worden.

 

Eine Neubewertung habe auch hinsichtlich der nach 1945 (und vor 1979) errichteten Fachwerkbauten stattgefunden. Hierbei handele es sich in der Regel um Ersatzbauten für abgerissene Vorgänger. Dabei sei die Maßstäblichkeit der Altstadtbebauung und eine handwerkliche Ausführung der Fachwerkbauweise gewahrt worden.

 

Die Erkenntnisse der umfangreichen Vor-Ort-Erfassungen und  Begehungen insbesondere der Hofbebauungen und der historischen Innenausstattungen vieler Häuser seien in dieser Form nun erstmals dokumentiert worden. Der Fokus bei den Innenbegehungen habe auf erhaltene Gewölbekeller, historische Ausstattungen wie Treppen, Türen und Fenster sowie den Dachböden gelegen. 

 

Im Rahmen der neuen Denkmalkartierung seien der Stadt- und der Schlossgraben als schützenswertes Gewässer und der Schlosspark als schützenswerte Grünanlage kartiert worden. Innerhalb der Altstadt bestehe eine differenzierte Denkmalbewertung in Einzeldenkmale, Gruppenbestandteile und nicht konstitutive Bestandteile; außerhalb der Altstadt-Gruppe habe bislang keine Überprüfung und Neubewertung der Denkmaleigenschaft stattgefunden.

 

Die Inventarisation der Celler Altstadt habe insgesamt einen großen Erkenntnisgewinn sowohl zu den Einzelbauten als auch zu den Altstadtstrukturen erbracht. Anfragen zu Denkmaleigenschaften können nun zeitnah und fachlich fundiert beantwortet werden.

 

Auf die Frage der SPD-Fraktion, wer Zugang zu den erstellten Karteien und dem Informationsportal ADABweb des Landesamtes für Denkmalpflege habe, gibt Herr Neß an, dass private Personen bisher keinen Zugriff hätten zu diesen behördeninternen Dokumentationen. Weiterhin weist die SPD-Fraktion darauf hin, dass bereits in vielen Städten Bewertungen vorgenommen worden seien. Hier stelle sich die Frage, ob auch ein Ranking vorgenommen werde. Herr Neß führt aus, dass dies nicht die Aufgabe des NLD sei.

 

Die CDU-Fraktion bittet um Auskunft, warum auf den vorgestellten Plänen einzelne Grundstücke außerhalb der Altstadt besonders hervorgehoben worden seien. Herr Ness erläutert, dass bisher nur der Kernbestand der Altstadt neu bewertet worden sei. Außerhalb der Altstadt sei die bisherige Bewertung so geblieben.

 

Die Fraktion der Bündnis 90 / Die Grünen fragt, wie das NLD den baulichen Zustand bzw. die Bausubstanz der Denkmäler allgemein einschätze. Dazu gibt Frau Albrecht an, dass keine besorgniserregenden Zustände festgestellt worden seien. 

 

Die FDP-Fraktion bittet um Auskunft, inwieweit die Stadt noch Möglichkeiten habe, auf die Bewertungen des NLD Einfluss zu nehmen. Herr Neß führt aus, dass die Kommunen eine fachliche Stellungnahme dazu abgeben können. Diese Eingabe werde dann geprüft und ggf. entscheidet das Ministerium als oberste Behörde in dieser Angelegenheit.

 

Auf die Frage der FDP-Fraktion, wie oft das in Rede stehende Verzeichnis überarbeitet werde, antwortet Herr Neß, dass dieses Verzeichnis kontinuierlich gepflegt werde.  Beispielsweise erfolge eine Änderung, wenn  ein Gebäude abgebrochen worden sei.

 

Die CDU-Fraktion bittet um Auskunft, ob bei der Zusammenfassung von Altstadt und Schloss zu einer gemeinsamen Gruppe / Einheit der Kubus am Schlossplatz gestört habe. Hierzu gibt Herr Neß an, dass dies nicht der Fall gewesen sei, da innerhalb eines solchen Raumes durchaus Veränderungen möglich seien. Der Oberbürgermeister ergänzt, dass beim Bau des Kubuses das NLD beteiligt worden sei; diese Behörde habe damals für dieses Vorhaben „grünes Licht“ gegeben.

 

Abschließend dankt der Ratsvorsitzende Frau Albrecht und Herrn Neß vom NLD für den heutigen Vortrag.