19.06.2025 - 8 Resolution zur Theaterfinanzierung
Grunddaten
- TOP:
- Ö 8
- Sitzung:
-
Sitzung des Rates der Stadt Celle
- Gremium:
- Rat der Stadt Celle
- Datum:
- Do., 19.06.2025
- Status:
- gemischt (Protokoll genehmigt)
- Uhrzeit:
- 17:00
- Anlass:
- Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 41 Kultur
Wortprotokoll
Ratsherr Dr. Jochim hebt hervor, dass die Kosten für das Celler Theater als kommunale Bühne immer weiter steigen würden. Ohne Zuschüsse des Landes sei dies nicht mehr finanzierbar. Er befürwortet diese Resolution, um das Celler Theater zu erhalten.
Ratsfrau Schult weist darauf hin, dass die Bezuschussung des Theaters für das Land, für die Stadt und für den Landkreis eine Mammutaufgabe darstelle. Das Defizit steige immer weiter und führe u. a. dazu, dass Produktionen abgesetzt werden müssen. Dadurch drohe stetiger Kulturabbau, den sie ablehne. Auch der Verlust von Arbeitsplätzen sei nicht hinnehmbar. Die Kultur als Säule der Demokratie müsse gestärkt werden. Sie geht davon aus, dass sich die Stadt auch zukünftig an den Kostensteigerungen beteiligen werde. Bezüglich des aktuellen Jubiläumsjahres weist sie darauf hin, dass dies gesondert über Sponsoren finanziert worden sei.
Ratsherr Trenkenschu erklärt, dass er der Resolution zustimmen werde, auch wenn das Geld im städtischen Haushalt knapp sei. Deshalb sei es unerlässlich, dass auch im Bereich des Theaters die Kostenseite überprüft werde, um das Defizit möglichst zu verringern.
Ratsherr Dr. Hörstmann führt aus, dass sich das in Rede stehende Problem schon länger abgezeichnet habe. Auch bei anderen Einrichtungen gebe es finanzielle Engpässe, doch diese stünden im Vergleich zum Celler Theater immer besser dar, was für ihn nicht nachvollziehbar sei. Die Verwaltung möge auf eine Verbesserung der finanziellen Situation beim Celler Theater hinwirken.
Bürgermeister Wille trägt vor, dass die CDU-Fraktion der Resolution zustimmen werde. Weiterhin betont er, dass das Celler Theater seit Jahren finanziell schlechter wegkomme als andere Einrichtungen. Dies liege an den Regierungsparteien auf Landesebene, die die neue Förderkulisse strikt ablehnen. Er appelliert an alle Parteien, auf ihre Mitglieder im Landtag einzuwirken, um hier eine Veränderung herbeizuführen.
Ratsherr Zobel gibt zu den Ausführungen seines Vorredners an, dass bis zum Jahr 2022 die CDU in der Landesregierung vertreten gewesen sei. Auch in dieser Zeit seien notwendige Strukturänderungen nicht vorgenommen worden, um die Finanzierung der kommunalen Theater usw. zu verbessern. Es müssten umgehend Änderungen erfolgen, um auch die Tarifsteigerungen abzudecken; deshalb werde er der Resolution zustimmen.
Ratsherr Engelen führt aus, dass Bürgermeister Wille als Mitglied der Opposition im Landtag an die Landesregierung appelliert habe, mehr Geld für das Celler Theater zur Verfügung zu stellen. In diesem Zusammenhang müsse er darauf hinweisen, dass die Stadt auch nicht immer eine bedingungslose Unterstützung für das Theater zeige. Dies werde u. a. beim Thema „Mängelbeseitigung“ deutlich, denn hier müsse sich die Stadt als Mieter der Räumlichkeiten im Schloss mehr beim Land einsetzen und die Interessen des Theaters als Untermieter stärker vertreten.
Der Oberbürgermeister zeigt sich verwundert, dass dieses Thema so kontrovers diskutiert werde, dabei hätten doch alle das gemeinsame Ziel, nämlich das hiesige Theater zu fördern und zu unterstützen. Es gebe einen klaren Konsens dahingehend, dass Stadt, Land und Landkreis je ein Drittel der Kosten zu tragen haben. Doch das Land ziehe sich hier seit längerem heraus und die Stadt unternehme große Anstrengungen, dies zu kompensieren. Das Land solle sich an dem o. g. Konsens halten und die heutige Resolution solle dies einfordern.
Beigeordneter Brammer berichtet, dass die SPD-Fraktion zustimmen werde. Doch nach alledem müsse sich die Stadtgesellschaft, zu der auch der Rat gehöre, fragen, was ihr das Theater insgesamt wert ist. Dies müsse weiter definiert und ggf. auch finanziell unterfüttert werden. Der Ratsvorsitzende weist darauf hin, dass die von Herrn Brammer aufgeworfene Frage vorrangig mit dem Theaterverein erörtert werden müsse, denn dieser sei Träger des Schlosstheaters.
Beigeordneter Ohl informiert, dass es zum Thema „Theaterfinanzierung“ derzeit schon Gespräche auf Landesebene gebe; deshalb sei es nicht angebracht, wenn Bürgermeister Wille heute im Rat Landespolitik betreibe. Man sollte heute die Resolution verabschieden und danach den Akteuren den notwendigen Spielraum geben, um eine Lösung zu erarbeiten. Politischer Zank sei hier nicht angebracht.
Der Oberbürgermeister weist darauf hin, dass zu dem in Rede stehenden Thema schon seit mehreren Jahren mit verschiedenen Ministern Gespräche geführt worden seien, ohne dass sich an der Haltung des Landes etwas wesentlich geändert habe. Deshalb sei es nicht angebracht, sich hier zu mäßigen, sondern man müsse mit Nachdruck die städtische Position vertreten.
Danach entscheidet der Rat einstimmig wie folgt:
Anlagen zur Vorlage
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(wie Dokument)
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107,2 kB
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