19.11.2025 - 6 Antrag der CDU-Fraktion "Anmietung Kulturraum f...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 6
- Sitzung:
-
Sitzung des Kulturausschusses
- Gremium:
- Kulturausschuss
- Datum:
- Mi., 19.11.2025
- Status:
- gemischt (Protokoll genehmigt)
- Uhrzeit:
- 17:04
- Anlass:
- Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 16 Tourismus und Stadtmarketing
Wortprotokoll
Herr Dr. Jochim erklärt eingangs, dass die Intention hinter dem Antrag lediglich war einen weiteren Kulturraum für Veranstaltungen anzumieten und zur Verfügung zu stellen. Keine anderen Kulturräume oder Kulturschaffende seien bei der Erarbeitung betrachtet worden. Stattdessen sollte das bestehende kulturelle Angebot lediglich erweitert werden.
Frau Schult spricht sich grundsätzlich für ein Erweiterung der kulturellen Angebote aus, da dies zeitgleich auch immer die Demokratie fördere. Allerdings sei sie erstaunt, dass von der Verwaltung bisher signalisiert worden sei, dass an der Kultur gespart werden müsse und nun für diesen Zweck doch wieder Geld zur Verfügung stehen soll. Frau Mrotzek entgegnet ihr darauf, dass die Verwaltung sich dermaßen nie geäußert habe. Es stehe der Politik immer frei das Angebot zu erweitern.
Frau Schult äußert, dass es bereits jetzt Probleme gäbe alle bestehenden Angebote zu finanzieren und fragt im selben Zuge, ob für diese Angebote die finanziellen Mittel zur Verfügung stünden. Frau Mrotzek bejaht dies und verweist darauf, dass die bestehenden Angebote bereits in den Haushaltsentwurf eingepreist seien.
Zum Abschluss sprich sich Frau Schult dafür aus, dass sie persönlich vermeiden möchte, dass durch die Erweiterung des kulturellen Angebots durch einen weiteren Kulturraum, das kulturelle Angebot an anderer Stelle abgebaut werden müsse. Frau Mrotzek verweist als Ant-wort auf die politischen Gremien, welche immer das abschließende Wort bei Erweiterung und Abbau des kulturellen Angebots hätten. Ein zwanghafter Abbau entstehe durch die Umsetzung des Antrags nicht.
Frau Thomsen habe aus dem Antrag und den bisherigen Ausführungen mitgenommen, dass der Verein KulturAllerorts den FreiRaum weiterführen könne und zusätzlich zu diesem ein weiterer Kulturraum eingeführt werde. Jedoch sei ihr nicht ganz klar, ob die angegebenen Aufwendungen von 20.000 € nur für die eine oder für beide Immobilien angesetzt seien. Frau Mrotzek beantwortet die Frage und erklärt, dass sich die 20.000 € lediglich auf den neuen, zusätzlichen Raum beziehen würden, für welchen man jedoch erst noch eine passende Immobilie finden müsse.
Laut der Meinung von Frau Thomsen solle es ein Buchungssystem geben, an welches die beiden Kulturräume dann angebunden werden. Sie habe es so verstanden, dass dann Herr Flau die Aufsicht über die Systeme habe. Herr Flau führt dazu aus, dass der Begriff der Auf-sicht gedanklich zu streichen sei. Ziel sei es, mit dem Verein kooperativ weiterzuarbeiten. Fraglich sei laut Frau Thomsen nun jedoch, ob er auch persönlich vor Ort sei und die Übergabe des Raumes und weitere Tätigkeiten, wie die Aufsicht, übernehme. Ihr seien die personellen Kapazitäten in dieser Hinsicht noch nicht eindeutig genug geklärt. Herr Flau führt aus, er werde sich grundsätzlich an der Organisation beteiligen und die Verantwortlichen des Vereins unterstützen, soweit dies sinnvoll und gewünscht sei. Wie genau sich das ausgestalte, müsse sich aber noch zeigen. Derzeit fehle noch die Immobilie und das Konzept für den zweiten Kulturraum. Erst danach könne man sich um Freiwillige bemühen, welche die Bewirtschaftung des Kulturraums übernehmen. Die Rahmenbedingungen einer Zusammenarbeit könnten je-doch erst dann erarbeitet werden.
Frau Mrotzek betont im Anschluss, dass man die Hinweise der Verantwortlichen als Verwaltung verstanden habe. Man suche gemeinsam nach Wegen zur Vereinfachung, da man dem Verein keine Gelder zur Verfügung stellen könne.
Frau Thomsen wünscht zu erfahren wie es mit der Immobilie Schuhstraße 3 weitergehen werde. Der bisherige Mietvertrag sei lediglich befristet geschlossen worden. Frau Mrotzek antwortet, dass man derzeit einen neuen Mietvertrag vorliegen habe und auch gewillt sei, diesen zu unterzeichnen. Hierfür sei jedoch die vorige Haushaltsgenehmigung für den Doppelhaushalt 2026/2027 notwendig. Die Begründung zum Eingehen einer rechtlichen Verpflichtung durch unterzeichnen des Mietvertrags in der haushaltslosen Zeit befinde sich derzeit in der Erarbeitung.
Herr Rosenbaum kritisiert, dass für sein Empfinden eine zu große Vermischung mit dem be-stehenden Kulturraum und dem zugehörigen Antrag stattgefunden habe. Er hätte sich ge-wünscht, dass der Antrag der CDU-Fraktion konkreter ausgestaltet geworden wäre. Herr Dr. Jochim entgegnet ihm darauf, dass der Antrag mit dem bestehenden FreiRaum nicht in Zusammenhang stehe. Man habe lediglich auf das erfolgreiche Konzept verwiesen, welches man auch auf die potenzielle neue Immobilie übertragen könne. Auf dieses Konzept sollen sich dann alle Interessenten bewerben können.
Im Anschluss schlägt Herr Dr. Jochim vor, dass die Bürgerfragestunde an diese Stelle vorgezogen wird. Der Vorschlag wird vom Ausschuss einstimmig angenommen.
Bürger 1 kritisiert, dass bei Umsetzung des Antrags die Verwaltung die Kultur vollständig als Geschäfte der laufenden Verwaltung übernehmen werde. Die Verwaltung hätte seiner An-sicht nach in diesem Fall die Hand über die Entscheidungen zur Bespielung der Immobilien. Frau Mrotzek entgegnet ihm daraufhin, dass man als Verwaltung bereits mit dem Verein KulturAllerorts zusammen gesessen habe und gerade die Terminvergabe und die Verwaltung für den Verein einen hohen Aufwand darstelle. An dieser Stelle wolle man als Stadtverwaltung unterstützen. Sie sei irritiert über die Annahme, dass die Verwaltung bestimmen möchte, welche Kulturschaffenden den Raum nutzen dürften. Dies sei keines Wegs das Ziel gewesen. Zudem betont Frau Mrotzek eindringlich, dass sie einen sachlichen Austausch anstrebe und nicht den Umweg über die Presse wähle, da dieser meistens Missverständnisse nach sich ziehe.
Bürger 2 fragt, wieso man den Antrag als CDU-Fraktion nicht erneut stellen könne und man über diesen ursprünglichen Antrag abstimme. Zudem sei für ihn fraglich, wie ein Programm zur Buchung von Sporthallenzeiten für die Buchung eines Kulturraums anwendbar sei. Laut Frau Mrotzek sei das Sporthallenprogramm lediglich als Beispiel gedacht, wie solche Buchungssysteme funktionieren könnten. Grundsätzlich müsse man noch schauen, welches Buchungssystem zu der Immobilie passe.
Frau Doneck wünscht sich indes eine Vorstellung der Aufgabenverteilung zwischen Verwaltung und Ehrenamtlichen und über die Bearbeitung einer Buchungsanfrage. Frau Mrotzek führt aus, dass sie sich vorstellen könne, dass Buchungsanfragen über eine Website bei der Verwaltung ankommen und diese dann weiterverarbeitet werden. Jedoch solle auch die Möglichkeit bestehen, bei dem Verein KulturAllerorts direkt anzufragen. Die konkreten Prozesse müssen im jeden Fall sehr präzise abgestimmt sein.
Bürgerin 3 erläutert, dass derzeit betrachtet werde, ob es ein solches Buchungssystem oder wie man Buchungen auch alternativ darstellen könne. Konkrete Lösungen werde man aber in Abstimmung mit Herrn Flau erarbeiten. Grundsätzlich sei der Wunsch jedoch, dass die Buchungen weiterhin über die Bewerbungsformulare der Website des FREIRAUM abgewickelt werden.
Bürgerin 4 fragt sich zum einen, woher die zusätzlichen 20.000 € kommen sollen und zu an-deren, weshalb das System nun umgestellt werden soll, wenn es doch bereits gut funktioniert hat ohne dass Herr Flau maßgeblich involviert gewesen sei. Frau Mrotzek antwortet, dass sie die Reaktion der Verwaltung bezüglich des Buchungssystems an dieser Stelle nicht noch einmal zusätzlich begründen möchte. Man wolle lediglich als Verwaltung kontrollieren, wie die Buchungen vergeben werden, da es in letzter Zeit zu Beschwerden über die Vergabe kam und der bestehende Kulturraum über Steuermittel finanziert werden. Daher bestehe ein Interesse der Verwaltung an dem Buchungssystem.
Bürgerin 5 frage sich, weshalb dieser Antrag zu einer solch großen Debatte hochgekocht sei. Auch sie betont die gute Zusammenarbeit zwischen dem Verein KulturAllerorts und der Stadtverwaltung, welche auch keiner anzweifle. Sie könne nicht ganz nachvollziehen, wes-halb in diesem Umfang über ein Projekt diskutiert werde, welches grundsätzlich alle befürworten und von welchem auch weitere Kulturvereine profitieren könnten.
Laut der Auffassung von Bürgerin 6 gehe es im Bereich der Kultur primär immer um das Geld. Nun sollen weitere Haushaltsmittel eingestellt werden, obwohl laut ihrer Auffassung den Bedarf für einen weiteren Kulturraum nicht abschließend geklärt sei. Sie spricht sich dafür aus, dass man eine solche Maßnahme erst wieder durchführen sollt, wenn sich die Haushaltssituation verbessert habe.
Herr Rosenbaum führt aus, dass man bereits in der letzten Sitzung des Kulturausschusses über den bereits bestehenden Kulturraum abgestimmt habe. Laut der Beschlussvorlage aus dem September liege die Verantwortung für den Raum alleinig beim Verein KulturAllerorts. In der heutigen Beschlussvorlage wurde jedoch formuliert, dass der Stab Kultur die Bewirtschaftung der beiden Immobilien übernehme. Damit stehe dieser konträr zum bereits gefassten Beschluss aus dem September. Frau Mrotzek erklärt, dass es eine kooperative Zusammen-arbeit der beiden Parteien gäbe, an welcher sich auch nichts ändern werde. Jedoch kann sie den Dissens aus den geschilderten Ausführungen nachvollziehen.
Bürger 7 glaubt, dass es sich um ein rein kommunikatives Problem handle, da hier zwei verschiedene Systeme aufeinander prallen.
Bürgerin 4 wünscht sich zum Abschluss der Debatte eine Abänderung des Beschlussvor-schlags. Infolgedessen wird der Beschlussvorschlag abgeändert.
Neuer Beschlussvorschlag:
Der Rat der Stadt Celle beschließt die Anmietung einer weiteren geeigneten Leerstandsimmobilie in der Innenstadt, um ergänzend zum bestehenden „FreiRaum“ Workshops, Lesungen und kreative Mitmachangebote zu ermöglichen.
Die Nutzung erfolgt in Abstimmung mit den Kulturschaffenden und ohne Konkurrenz zu ge-werblichen Anbietern. Die Verwaltung der Kulturimmobilie übernimmt der Stab Kultur.
Das Projekt wird zunächst für zwei Jahre (2026–2027) mit einem jährlichen Kostenrahmen von 20.000 Euro umgesetzt.
Anlagen zur Vorlage
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