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ALLRIS - Auszug

23.02.2012 - 4 Anträge auf Förderung der sozialen Arbeit in Ce...

Beschluss:
ungeändert beschlossen
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Wortprotokoll

Herr Stadtrat Kassel führt aus, die heutige Sitzung sei die dritte des Integrationsausschusses, der sich am 22. Februar 2011 konstituierte und somit ein „junger“ Ratsausschuss sei. Herr Kassel weist auf den hohen Stellenwert der Integration in Celle hin, und er führt weiter aus, der Integrationsausschuss könne mit seinen Beratungen und seiner Arbeit dazu beitragen,  dass in Celle der Begriff der Vielfalt als besonderes Potenzial und als etwas Positives verstanden werde.

 

Jugendmigrationsdienst (JMD)

Frau Kristin Fuhrberg, Leiterin des Jugendmigrationsdienstes (JMD), stellt die Arbeitsschwerpunkte des Jugendmigrationsdienstes, der beim CJD Jugenddorf in der Speicherstrasse 14 beheimatet ist, vor. Der JMD  berät Zuwanderer/-innen im Alter von 12 bis 27 Jahren und ihre Angehörigen, bietet den Jugendlichen, die neu zugezogen sind oder bereits einige Zeit in Celle leben, individuelle Beratung an und begleitet sie gegebenenfalls auch über einen längeren Zeitraum auf der Basis des Case Management. Zu den Gruppenangeboten im Bildungs- und Freizeitbereich gehören Computer- und Sprachkurse, ein Jugendintegrationskurs mit sozialpädagogischer Begleitung, Informationsveranstaltungen zu Ausbildungs- und Arbeitsplätzen, Fördermöglichkeiten und weitere Themen sowie eine Nähwerkstatt.

 

Der JMD bietet im Rahmen der Elternarbeit auch Frauenintegrationskurse in der Stadt und im Landkreis Celle an. Die Teilnahme an den am Vormittag oder nachmittags stattfindenden Kursen wird durch eine Kinderbetreuung unterstützt. Im Jahr 2011 hat der JMD auch weitere Projekte umgesetzt, wie „Griffbereit“ in Kooperation mit dem Landkreis Celle und der Stadt Bergen für Eltern von Kleinkindern im Alter von einem bis vier Jahren, und die vom ESF-Programm „STÄRKEN vor Ort“  geförderte Fortbildung für Frauen „Gesundheit & Kommunikation“ zu Themen des familiären Alltags. Der Jugendmigrationsdienst beteiligt sich ebenfalls an verschiedenen regionalen und überregionalen Arbeitskreisen.

 

Ratsfrau Wiegel merkt an, der JMD, der vom Bund, dem Landkreis und der Stadt Celle finanziert werde, mache eine langfristige und kontinuierliche Arbeit.

 

Herr Stadtrat Kassel ergänzt, der JMD habe im Jahre 2011 die Flüchtlinge aus dem Irak betreut.

 

Ratsherr Hagos erklärt, er habe ich den 80-er Jahren in den damaligen Räumen des JMD in der Amelungstraße Computerkurse besucht.

 

Frau Fuhrberg antwortet auf Nachfrage der Vorsitzenden Frau Langhans, der JMD führe derzeit vier Sprachkurse mit je 10 Teilnehmer/-innen durch. Für dieses Angebot bestehe eine Warteliste.

 

Herr Alin äußert sein Bedauern, dass Unterrichtsmaterial in türkischer und in keiner anderen Fremdsprache  zur Verfügung steht.

 

Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Celle e.V.

Herr Manfred May, stellvertretender Vorsitzender der Arbeiterwohlfahrt, stellt die Schwerpunkte der Beratungstätigkeit vor. Neben der Schuldnerberatung für Familien und Einzelpersonen biete die AWO seit 2007 die Integrationsberatung an. Frau Dilek Ham, die seit 2008 als Sozialpädagogin bei der AWO beschäftigt sei, berate Migrantinnen und Migranten aus der Stadt und dem Landkreis. Für diese seit dem Jahr 2009 mit dem Umfang einer 0,75-Stelle vom Land Niedersachen, der Stadt Celle und der Arbeiterwohlfahrt finanzierte Integrationsberatung trete die AWO stets in Vorleistung, da die Mittel erst im Laufe des jeweiligen Jahres ausgezahlt würden. Die AWO hat im Oktober 2011 die Aufstockung der Landesmittel auf eine volle Stelle beantragt.

 

Frau Ham führt aus, sie berate in den Räumen der AWO in der Heese Ratsuchende nach den Grundsätzen einer modernen Sozialarbeit der AWO und im Rahmen der Kooperativen Migrationsarbeit im Regionalverbund Heide (Richtlinie Integration). Der Erfassungsbogen ermögliche es, die sehr unterschiedlichen Anliegen bei der Einzelfallberatung zu berücksichtigen. Der jährliche Sachbericht umfasse die gesamte Beratungstätigkeit, die Fallzahlen, besondere Maßnahmen und Projekte sowie die Arbeit in Netzwerken und Gremien. Frau Ham merkt abschließend an, ihres Erachtens liege die Zukunft der Integration im Modell der gesellschaftlichen Vielfalt und der Ressourcen jeder einzelnen Person.

 

Auf Nachfrage der Vorsitzenden Frau Langhans antwortet Frau Ham, der Beratungsbedarf habe im Bereich des Sozialgesetzbuchs II (Arbeitslosengeld II) und Sozialgesetzbuch XII (Sozialhilfe) zugenommen.

 

Verbund sozialtherapeutischer Einrichtungen (VSE) e.V.

Frau Gitta Larssen-Stückmann, die beim VSE als Sozialpädagogin beschäftigt ist, führt in der „Alten Schmiede“  in der Heese die Sprach- und Alphabetisierungskurse für Migrantinnen durch. Die Teilnehmerinnen werden montags in der Zeit von 9.00 bis 11.30 mit von der Kursleiterin entwickeltem Lehrmaterial unterrichtet (Larssen, Gitta: LESEN UND SCHREIBEN LERNEN, Alphabetisierung – Arbeitsheft zum selbständigen Lernen, Band 1-5, Paolo Freire Verlag.) Die Frauen stammen aus der Türkei, wenige aus Syrien und dem Irak, die alle Kurdinnen sind, die meisten von ihnen Êzidinnen, sowie Roma aus Polen.

 

Ratsherr Falkenhagen fragt nach der Zusammenarbeit von Einrichtungen beim Spracherwerb in Celle.

 

Frau Larssen-Stückmann führt aus, das Netzwerk der Kursleiter/-innen treffe sich jährlich ein bis zweimal zum Austausch. Sie antwortet auf die Frage von Ratsherrn Falkenhagen, ob die Zusammenarbeit so weit gehe, dass Kursteilnehmerinnen in eine andere Einrichtung vermittelt werden, dass dieser kollegiale Austausch effektiv sei, da es gelinge, manche Frauen auch für die Teilnahme an den Integrationskursen zu qualifizieren.

 

Herr Stadtrat Kassel ergänzt, ein Austausch werde von vielen Seiten angeregt. Bei Kindern verlange die Schulbehörde die Erfüllung der Schulpflicht. Bei den Eltern kooperiere der CJD mit der VHS. Diese Zusammenarbeit diene allen, dem CJD, dem VSE, der Volkshochschule und auch der Stadt Celle.

 

Ratsherr Dr. Übermuth merkt an, die jüngere Generation mache es sich nicht schwer, die deutsche Sprache zu erlernen. Notwendig sei, dass auch Frauen im Alter 40+ Angebote zum Spracherwerb annehmen.

 

Frau Larssen-Stückmann ergänzt, in den aktuellen Kursen betrage das Alter der Frauen 23 bis 56 Jahre. Die Frauen aus Polen seinen im Durchschnitt etwa 25 Jahre alt. Die Übervierzigjährigen werden erreicht, die Lernfortschritte seien in dieser Gruppe jedoch geringer, wenn die Frauen mit einem Schulbesuch  von  zwei bis drei Jahren den Sprachkurs starten.

 

Herr Alin erkundigt sich, ob auch Männer teilnehmen können.

 

Ratsherr Hagos fragt, ob Sprachangebote für Frauen mehr gefördert werden.

 

Ratsfrau Wiegel fragt, ob es für die Teilnahme weitere Vorgaben, wie etwa die Staatsbürgerschaft, gäbe.

 

Herr Stadtrat Kassel führt aus, die Volkshochschule und der Jugendclub bieten Sprachlernkurse auch für Männer an. Männer, die eine berufliche Tätigkeit aufnehmen, haben auch am Arbeitsplatz Gelegenheit, Deutsch zu lernen.

 

Herr Kizilyel möchte wissen, ob die Kursleiterin auch von Dolmetschern/-innen unterstützt wird.

 

Frau Larssen-Stückmann erklärt, die Bereitschaft der Frauen sei die einzige Voraussetzung zur Teilnahme. Der Unterricht findet in deutscher Sprache statt und nehme Bezug auf den Alltag der Frauen, indem auch Themen wie Gesundheit, Familie, Bildungspaket behandelt werden.

 

Herr Morina zeigt sich überzeugt von der Arbeit in diesen Sprachkursen und bezeichnet sie als sinnvoll. Er erkundigt sich, wie effektiv die Arbeit sei.

 

Ratsherr Falkenhagen meint, es sei wichtig, bei der Evaluation der Sprachangebote in Celle verschiedene Kriterien heranzuziehen.

 

Ratsfrau Wiegel ergänzt, der Ansatz in Celle sei, dass viele Institutionen verschiedene Unterstützung anbieten. Das zeige auch die Vielfalt von kleinen und großen Trägern.

 

Frau Langhans meint, zur Evaluation der Sprachkurse könne auch der Erwerb der Sprachzertifikate herangezogen werden.

 

Frau Uca meint, alle drei Antragsteller leisten gute Integrationsarbeit, das könne sie aus eigener Anschauung und auch aufgrund der Zusammenarbeit mit den Antragstellern sagen.

 

Der Integrationsausschuss empfiehlt einstimmig:

„Der Verwaltungsausschuss beschließt, die in der tabellarischen Zusammenstellung enthaltenen Verbände und Vereine im Jahr 2012 in Höhe der aus der Tabelle ersichtlichen Beträge zu fördern.“

 

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Anlagen zur Vorlage