13.03.2014 - 4 Nutzung der Rathsmühle als Depot
Grunddaten
- TOP:
- Ö 4
- Sitzung:
-
Sitzung des Kulturausschusses
- Gremium:
- Kulturausschuss
- Datum:
- Do., 13.03.2014
- Status:
- gemischt (Protokoll genehmigt)
- Uhrzeit:
- 17:00
- Anlass:
- Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- Vorzimmer FB 2
- Ziele:
- Erfüllung der Aufgaben als Oberzentrum
Wortprotokoll
Die Verwaltung erinnert daran, dass der VA im Mai 2012 den Beschluss gefasst habe, zu prüfen, ob eine Umnutzung der Rathsmühle zum Museumsdepot wirtschaftlich realisierbar sei. Die vom Fachdienst Hochbau- und Gebäudewirtschaft in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie läge nunmehr vor. Der erforderliche Umbau für eine Nutzung der Rathsmühle als Depot würde rd. 3.150.000 € kosten, wogegen ein Neubau mit ca. 2,7 Mio. € zu beziffern sei. Daher sei ein Umbau aus Sicht der Verwaltung nicht wirtschaftlich. Sie begrüßt die Idee des Oberbürgermeisters, das Deutsche Stickmustermuseum – Sammlung Elfi und Hans-Joachim Connemann-, das Garnison-Museum und die Lego-Sammlung im Gebäude der Rathsmühle unterzubringen. Allerdings seien die Kosten für die museale Präsentation dieser 3 Sammlungen noch nicht errechnet worden. Um die aufgezeigten kulturellen Maßnahmen finanzieren zu können, habe sie deshalb den Verkauf von 2 Gemälden, die entbehrlich für das Celler Sammlungskonzept sind, angeregt. Ein Verkauf würde nur erfolgen, wenn die beiden Gemälde als Kulturgut museal erhalten blieben. Ein leichtfertiger Umgang mit Kulturgut sei ausgeschlossen. Es handele sich lediglich um die Prüfung einer Verkaufsoption, um durch vereidigte Sachverständige die Schätzwerte der beiden Gemälde ermitteln zu lassen.
Während die WG-Fraktion die Idee der Verwaltung unterstützt, widerstrebt einem der beratenden Mitglieder die von der Verwaltung angeregte Prüfung einer Verkaufsoption; denn durch den Verkauf der beiden einmaligen Werke würde der Kunststandort Celle zwei wichtige Werke des flämischen Barock verlieren. Es bemängelt ferner das „verlotterte“ Umfeld der Rathsmühle und die Tatsache, dass die Fischtreppe nicht für die Bevölkerung zugänglich sei. Es regt an, das Depot durch eine farbige Gestaltung des Turms optisch aufzuwerten.
Die SPD-Fraktion hält – langfristig gesehen – nur einen Abriss des Depotgebäudes für sinnvoll. Aufgrund des bestehenden Lärms durch die Turbinen warnt sie davor, die Rathsmühle museal nutzen zu wollen.
Die Verwaltung rekapituliert, dass das Depotproblem gelöst werden müsse. Sie prognostiziert, dass durch eine museale Präsentation der 3 Sammlungen in der Rathsmühle ein Besucherzuwachs von ca. 30 – 40.000 Personen erzielt werden könne, der wiederum wirtschaftlich für die Stadt Celle interessant sei.
Die CDU-Fraktion hält die Verkopplung mehrerer Themen für unlogisch und bittet, eine Trennung vorzunehmen. Dieser Meinung schließen sich die Ausschussmitglieder überwiegend an. Von einem beratenden Mitglied wird folgende Vorgehensweise vorgeschlagen:
- Erstellung eines Nutzungskonzeptes für die Rathsmühle
- Erstellung eines Nutzungskonzeptes für die Depoterweiterung
- Aufstellung eines Kosten- und Finanzplans.
Die Fraktion Bündnis90/Die Grünen bezeichnet die Vorlage als wenig schlüssig und weist auf einen Ratsbeschluss vom 21.12.2012 hin, wonach nicht nur ein Nutzungskonzept für eine Museumsdepoterweiterung sondern Nutzungskonzepte allgemeiner Art entwickeln werden sollten. Die Verwaltung betont, dass sie Kulturgut nicht verkaufen wolle, um den Haushalt zu sanieren. Sie habe den VA-Beschluss vom 14.05.2013 umgesetzt, um zunächst die technische Machbarkeit und wirtschaftliche Nutzung der Rathsmühle als Depot zu prüfen. Daher halte sie auch eine Verknüpfung der Themen für zwingend erforderlich.
Die Fraktion DIE UNABHÄNGIGEN zeigt aufgrund der derzeitigen Haushaltslage kein Verständnis für eine Depoterweiterung. Die FDP-Fraktion plädiert dafür, sich wieder von dem Gebäude zu trennen und das Depot im Gebäudekomplex der „Hohen Wende“ unterzubringen. Auch die CDU-Fraktion hält die Depotnutzung für zu teuer. Sowohl die SPD-Fraktion als auch die Fraktion Bündnis90/Die Grünen bitten Alternativen zur Depoterweiterung prüfen zu lassen. Die Fraktion DIE UNABHÄNGIGEN bittet um eine Aufstellung, in welchen Depots welche Kosten anfallen und um eine Besichtigung aller 7 Depots. Die Verwaltung entgegnet, dass sie eine Aufstellung bereits vorgelegt habe und mit einer Besichtigung einverstanden sei.
Nach intensiver Diskussion empfiehlt der Kulturausschuss mit 6 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung dem Rat zu beschließen, von einem Ausbau der Ratsmühle als Museumsdepot abzusehen.
Der zweite Satz des Beschlussvorschlags Nr. BV 0035/14, „Es ist zu prüfen, welcher Preis bei einem Verkauf der beiden in Rede stehenden Gemälde, ‚Der Bohnenkönig‘ und ‚Seesturm‘ zu erzielen wäre“, wird mit 2 Ja-Stimmen bei 4 Nein-Stimmen und einer Enthaltung abgelehnt.
Abschließend empfehlen die Mitglieder mit 6 Ja-Stimmen bei 1 Enthaltung dem Rat zu beschließen, die Notwendigkeit einer Depoterweiterung zu prüfen und Alternativen einer Depotnutzung aufzuzeigen.
