09.06.2015 - 3 Verordnung über das Naturschutzgebiet "Untere A...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 3
- Datum:
- Di., 09.06.2015
- Status:
- gemischt (Protokoll genehmigt)
- Uhrzeit:
- 17:55
- Anlass:
- Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 60 Sonderprojekte
- Ziele:
- Erfüllung der Aufgaben als Oberzentrum
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Die Tagesordnungspunkte 3 und 4 werden auf Vorschlag des Vorsitzenden zusammen behandelt.
Der Stadtbaurat führt in das Thema ein, in dem er auf die Bedeutung der FFH-Richtlinie eingeht, die die Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen zum Ziel hat. Die FFH-Gebietsfläche, die durch eine Verordnung über das Naturschutzgebiet „Untere Allerniederung bei Boye“ zu regeln ist, gehört zum Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung in der atlantischen geografischen Region als Bestandteil des Europäischen Netzes „NATURA 2000“.
Der Stadtbaurat erinnert an die 2007 beschlossene Verordnung über das Naturschutzgebiet „Obere Allerniederung bei Celle“, das den Teilraum oberhalb der Pfennigbrücke bzw. der Ziegeninsel bis zur Straßenbrücke bei Altencelle einschließlich der Lachteniederung bis Lachtehausen umfasst.
Die Verwaltung plädiert dafür, durch Verordnung das Gebiet „Untere Allerniederung bei Boye“ zu schützen. Der in der Vorlage dargestellte Kompromiss gewährleistet den Schutz der hochwertigen Areale unter angemessener Berücksichtigung der vorgetragenen Einwendungen. Der Stadtbaurat bittet um Zustimmung für den nun gefundenen Kompromiss, der weitestgehend die Belange der Bevölkerung berücksichtigt.
Der Vertreter des Landvolkes berichtet, dass die forstwirtschaftlichen Verbände angehört wurden, jedoch nur wenig davon berücksichtigt wurde. Offen sei nach wie vor ein angestrebter Flächentausch von forstwirtschaftlichen Flächen, die außerhalb von Naturschutzgebieten wirtschaftlich betrieben werden können.
Der Stadtbaurat berichtet, dass die Verwaltung bemüht sei, den Flächentausch zu organisieren.
Allerdings sieht die Verwaltung die Notwendigkeit, zu prüfen, welche Flächen hinsichtlich der forstwirtschaftlichen Belange beeinträchtigt sind.
Der Ausschussvorsitzende regt an, diesen Hinweis im Protokoll aufzunehmen und Vorschläge bezüglich eines möglichen Flächentausches zu erarbeiten.
Die FDP-Fraktion kündigt an, dem Beschlussvorschlag nicht zustimmen zu wollen, da ihres Erachtens das gesamte Gebiet als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen werden sollte.
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen erklärt, den nun gefundenen Kompromiss nicht mittragen zu wollen, da dessen Umsetzung als nicht praktikabel angesehen wird und die Unterschutzstellung bei diesem Kompromiss als unzureichend angesehen wird.
Der Ausschussvorsitzende spricht sich für eine Unterschutzstellung aus, auch wenn die Aller motorisierten Booten zur Verfügung steht und andererseits das Baden an der Aller durch Badestellen reglementiert wird.
Die SPD-Fraktion werde dem Beschlussvorschlag zustimmen, da ihres Erachtens jeder mit dem Kompromiss werde leben können, zumal ¼ der zu schützenden Fläche als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen werden wird.
Die Fraktion Die Unabhängigen – Bürger für Celle könne dem Beschlussvorschlag nicht zustimmen, auch wenn darüber lange diskutiert wurde und die Vor- und Nachteile abgewogen worden sind. Die Ausweisung als Naturschutzgebiet sei ihrer Fraktion zu weitgehend.
Die CDU-Fraktion hält den gefundenen Weg für einen gelungenen Kompromiss, der sowohl dem Naturschutz als auch den Belangen der Anwohner und der allgemeinen Bevölkerung gerecht wird. Die Fraktion dankt der Verwaltung und dem Vorsitzenden für die geleistete Arbeit.
Die SPD-Fraktion erinnert an die Fristen, die einzuhalten sind. Es sei notwendig, jetzt abzustimmen, da jedes weitere Aufschieben problematisch würde.
Die AG Umwelt und Naturschutz hält den gefundenen Kompromiss für eine gute Lösung. Natürlich hätte sich die AG mehr Naturschutz gewünscht, jedoch sind erfreulicherweise wichtige Flächen auch für die Vegetation durch das künftige Naturschutzgebiet geschützt. Die AG hält es für möglich, dass sich evtl. noch hochwertige Strukturen entwickeln könnten.
Der Ausschussvorsitzende greift diesen Gedanken auf und räumt ein, dass zu einem späteren Zeitpunkt durchaus hoch entwickelte LSG-Flächen in NSG-Flächen übergeführt werden könnten.
Unter der Maßgabe, an dem forstwirtschaftlichen Flächenaustausch weiter zu arbeiten, empfiehlt der Ausschuss mit 6 Ja-Stimmen und 3 Nein-Stimmen ohne Enthaltung entsprechend der Vorlage.
Beschlussvorschlag:
Der Rat beschließt die Kenntnisnahme, Berücksichtigung, Zurückweisung oder anderweitige Erledigung der im Rahmen der Beteiligung der Öffentlichkeit und Träger öffentlicher Belange zum NSG “Untere Allerniederung bei Boye“ erhobenen Einwendungen in einer nach Themen geordneten Zusammenstellung gemäß den in der anliegenden Tabelle (Anlage 1) unter Spalte 4 „Beschlussempfehlung“ aufgeführten Erledigungsvorschlägen.
Anlagen zur Vorlage
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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561,1 kB
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2
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104 kB
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3
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(wie Dokument)
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3,5 MB
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