Beschlussvorlage - BV/0146/08
Grunddaten
- Betreff:
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Bewilligung einer überplanmäßigen Ausgabe ; Sanierung Fassade Altes Rathaus - weitere Holzschäden und Hausschwamm im alten Gebäudeteil und Nordwest-Anbau
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 20 Finanzwirtschaft
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | PA |
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Erledigt
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Verwaltungsausschuss
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Vorberatung
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Erledigt
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Rat der Stadt Celle
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Vorberatung
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29.05.2008
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Sachverhalt:
Für Holzreparaturen, die im Rahmen der Fassadensanierung des Alten Rathauses erforderlich waren, wurden in der Kostenschätzung vom 14.09.2006 aufgrund der wenigen sichtbaren Schäden nur geringfügige Mittel eingeplant.
Im Zuge der Ziegelausbesserungen wurde 2007 morsches Fachwerkholz der Zwerchhäuser freigelegt, das mehrere hundert Jahre von der Außenluft abgeschnitten war und vor sich hin gemodert hat. Ebenso sind die Deckenbalkenauflager, Schwellen und Sparrenfüße durch die vielen Umbauten und Ergänzungen, die das Alte Rathaus in den Jahren erfahren hat, oft von anderen Baustoffen umschlossen. Durch unbemerkten Wassereintrag (beispielsweise kleinere Dachundichtigkeiten) entwickelten sich in den tragenden Elementen vielfach Holz zerstörende Pilze, Hausschwamm und Insekten.
Die Untersuchungen und Reparaturen konnten aus konstruktiven, witterungsrelevanten und denkmalfachlichen Gründen nur schrittweise vorgenommen werden. Die dabei immer wieder neuen Schadensbilder und unterschiedlichsten statischen Konsequenzen ließen Aussagen über die erforderlichen Kosten kaum zu. Aus besagten Gründen wurden 2007 bereits 200.000 € überplanmäßig bewilligt.
Auf der Westseite (Rückseite alter Gebäudeteil) setzt sich für die Ostseite das oben beschriebene Schadensbild mit faulmorschen Sparren und massiv beschädigtem Konstruktionsholz, vorwiegend im Traufbereich, fort.
Weitere Erkundungen an der ehemaligen westlichen Traufe (dort, wo nun der Anbau von 1884 angrenzt) ergaben keine Auffälligkeiten. Allerdings wurde nur wenige Meter von der schadensträchtigsten und deshalb zuerst untersuchten Stelle bei weiteren Bauteilöffnungen im März 2008 in den nördlichen Räumen des Anbaus (Hausmeister und Küche) und im April 2008 auch oberhalb des Ratssaales ein weiterer Hausschwammbefall diagnostiziert. Außerdem hat sich in einem etwa 30 m² großen Bereich des aufgedoppelten Fußbodens der Dachgeschossbüros darüber ein noch aktiver Holzbock durch das dort etwa 40 Jahre alte Nadelholz gefressen und muss ebenfalls bekämpft werden. Im selben Bereich müssen auch Kehlsparren und Mittelpfette unter großem Aufwand ausgetauscht werden.
In ständiger baubegleitender Abstimmung zwischen dem Denkmalschützer Dr. Grote (NLD Hannover), dem Sachverständigen Dipl.-Biol. Eichhorn (Berlin), dem Statiker Dipl.-Ing. Markus (Celle), des Schädlingsbekämpfers und der dort tätigen Zimmereifirma müssen unter Berücksichtigung der denkmalfachlichen Gesichtspunkte die Schadensverursacher beseitigt und die baulichen Schäden repariert werden.
Es ist trotz der gebotenen Sorgfalt praktisch unmöglich, alle vorhandenen Pilzsporen zu beseitigen. Daher wird auch künftig eine erhöhte Sorgfalt auf Vermeidung und Kontrolle von jeglichem Feuchtigkeitseintrag gelegt werden. Regelmäßige Wartungsprüfungen, wie sie auch die Malerei erforderlich machen, sollen zur Verhinderung bzw. Begrenzung von künftigen Schäden dienen.
Da die finanziellen Reserven durch die vielen Schäden an den konstruktiven Bauteilen mittlerweile aufgebraucht sind, werden zur Fortführung der Fassadensanierung weitere 120.000 € überplanmäßig benötigt.
