Beschlussvorlage - BV/0234/08
Grunddaten
- Betreff:
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Ausbildung von Stadtteilmüttern zur Integration von Menschen mit MigrationshintergrundAntrag (38/2008) der SPD-Fraktion
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- Vorzimmer FB 4
- Zuständigkeit:
- (Dr. Schmitt)
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | PA |
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●
Erledigt
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Sozialausschuss
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Entscheidung
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18.09.2008
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Sachverhalt:
Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Celle beantragt die Ausbildung von Stadtteilmüttern zur Integration von Menschen mit Migrationshintergrund. Die Stadtteilmütter sollen ebenfalls einen Migrationshintergrund haben. Sie sollen ein gutes Verbindungsglied und gute Ansprechpartnerinnen für Pädagogen und Ämter sowie Eltern (Zit.: Antrag) sein.
Die Verwaltung verweist auf die Vielzahl von Qualifikationsprojekten für ehrenamtliche Helfer in Celle. Dazu gehören z. B. Ausbildungsprogramme wie
· die Qualifikation von Tagesmüttern,
· Welcome (+)[1] (Familienbildungsstätte Betreuung von Familien mit Kindern bis 1 Jahr),
· Projekt Familiencoach (*), aufbauend auf dem LOS-Projekt Haushaltsführerschein (Frau Weidmann),
· Landesprojekt Erziehungslotsen (*) (Familienbildungsstätte)
· Patenschaften für Kinder psychisch kranker Eltern (*) und die
· Ausbildung von Integrationslotsen (*) (CJD).
Fast alle genannten Projekte[2] befinden sich mehr oder weniger auf der Suche nach sinnvollen Tätigkeitsfeldern, die sich nicht überall von selbst erschließen. Einige Projekte haben die Stadt um Mithilfe bei der Suche von Einsatzmöglichkeiten gebeten. Häufig sind in den Projekten lediglich Curricula und Anforderungsprofile erarbeitet, die Einsatzkonzepte sind teilweise noch offen (z. B. Erziehungslotsen).
Die Stadt hat mit den sozialräumlichen Angeboten in Celle bereits niedrigschwellige Helferprojekte und lokale Selbsthilfe initiiert (z. B. Stadtteilprojekte Schüler helfen Schülern), deren Umsetzung umfangreiche konzeptionelle Überlegungen und fachliche Begleitung erforderte. Die Ganztagsschule soll Ehrenamtlichen nach der Implementierungsphase ein umfangreiches Tätigkeitsfeld eröffnen. Die Integration von Ehrenamtlichen muss auch hier gut vorbereitet sein, um den pädagogischen Anforderungen gerecht zu werden.
Zurzeit kann keine Einschätzung darüber erfolgen, wie viele Teilnehmer/-innen der Fortbildungsmaßnahmen im Ehrenamtlichenbereich an einer entsprechenden Tätigkeit interessiert sind und wie viele davon erfolgreich vermittelt werden können. Angesichts der Vielzahl von Projektideen, die sich im Umlauf befinden und die teilweise nur unwesentlich voneinander abweichen, wird derzeit geraten, von weiteren Projekten Abstand zu nehmen, zumal in diesem Falle die Konzepte Stadtteilmütter, Integrationslotsen sowie im Weiteren Welcome und Erziehungslotsen wesentliche Gemeinsamkeiten aufweisen.
Unter Berücksichtigung des Fachkräftegebotes (§ 72 SGB VIII) kann nicht jede Tätigkeit im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe auch von Ehrenamtlichen übernommen werden. Die Aufgabenfelder von Ehrenamtlichen sollen daher zusätzlich und dennoch anspruchsvoll sein. Dazu bedarf es, wie z. B. Erfahrungen aus Kellu zeigen, einer professionellen Vermittlung und Anleitung. Der Erfolg hängt wesentlich davon ab, die Ansprüche von ausgebildeten Helfern und Hilfesuchenden in Übereinstimmung zu bringen.
Nicht immer sind die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Einsatz vorhanden. Enttäuschungen über das fehlende Tätigkeitsfeld und mangelnde Begleitung können die Bereitschaft von Freiwilligen schnell lähmen.
Angesichts der Vielzahl begonnener Projekte rät die Verwaltung, die Entwicklung der bestehenden Projekte abzuwarten und aufbauend auf den Erfahrungen das ambitionierte Konzept der Stadtteilmütter zu einem späteren Zeitpunkt in den Blick zu nehmen.
[1] Die Projekte stehen zum großen Teil in der Umsetzung erst am Anfang (+) oder befinden sich erst in der Phase der Konzeptentwicklung oder der Ausbildung (*).
[2] Ausnahme: Qualifikation von Tagesmüttern: Hier sind sowohl curriculare Konzepte und Tätigkeitsfeld fest umrissen, gesetzlich geregelt und alltagstauglich.
