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ALLRIS - Vorlage

Mitteilungsvorlage - MV/0009/05

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Beratungsfolge

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Sachverhalt:

Auf Grundlage der Theorien der Kinder- und Jugendarbeit und der Handlungsmaximen des Bundesjugendplans steht dieses Praxiskonzept im direkten Zusammenhang mit den Konzepten und den Angeboten der Mobilen Jugendarbeit, des Jugendschutzes und der Schulsozialarbeit.

 

Eine Praxis, die stationär nicht gebunden ist und stärker auf Projekte und mobile niedrigschwellige, also adressatennahe Angebote setzt. Dieses Konzept richtet die Kinder- und Jugendarbeit stark am Ziel der Aufklärung und Prävention aus.

 

Vernetzung

Das beinhaltet mannigfaltige Kooperationsbeziehungen zu anderen Institutionen wie z. B. Polizei, Allgemeiner Sozialdienst, Psychosoziale Beratungsstelle  und Kriminalpräventionsrat.

 

Grundlage für das Konzept sind die Modelle einer lebensweltorientierten und akzeptierenden Kinder- und Jugendarbeit.

 

Berücksichtigt werden folgende Ansätze:

Mädchen- und Jungenarbeit,

interkulturelle Ansätze,

kulturpädagogische Konzepte,

sportorientierte Konzepte,

erlebnispädagogische Konzepte usw.

 

Die Arbeit in der Suchtprävention orientiert sich an den Anforderungen der Kinder- und Jugendarbeit:

 

Freiwilligkeit

Die pädagogische Arbeit zeichnet sich gegenüber anderen institutialisierten Handlungsfeldern besonders durch das Prinzip der Freiwilligkeit aus. Die Aktivitäten werden „angeboten“, verpflichten jedoch nicht zur Teilnahme.

 

Partizipation

Partizipation von Kinder- und Jugendarbeit wird unterstützt.

 

Das bedeutet, Kindern und Jugendlichen Handlungsfelder anzubieten, in denen sie selbst Organisation und Mitbestimmungsvarianten erproben können. Sie sollen lernen, wie sie auf gesellschaftliche Entwicklungen und Planungen Einfluss nehmen können.

 

Integration

Die unterschiedlichen Interessen und Bedürfnisse kultureller Orientierungen, Milieus und Lebenswelten, unterschiedliche Ethnien und religiöse Orientierungen werden in die Angebote eingebunden.

 

Lebensweltorientierung

Angebote und Projekte werden an Erfahrungen, Fähigkeiten, Wünschen, Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen angebunden. Die Anliegen von Kindern und Jugendlichen werden ernst genommen und die unterschiedlichen Sozialisationsbedingungen und kulturelle und milieuspezifische Besonderheiten berücksichtigt.

 

Gruppenorientierung

Soziale, kulturelle und politische Kompetenzen werden im sozialen Kontext des Lernens gefördert.

 

Biografieorientierung

Die spezifischen Hintergründe und Entwicklungen von Kindern und Jugendlichen werden berücksichtigt und differenziert betrachtet.

 

Alltagsorientierung

Die Angebote docken an Lebenswelt und Alltag der Jugendlichen an, um für diese auch erreichbar zu sein.

 

Förderung der Selbstwertkompetenzen

Die pädagogische Praxis orientiert sich daran und versucht, Kindern und Jugendlichen sich ihre Fähigkeiten bewusst zu machen und dieses zu fördern. Dies hilft ihnen, bei vorhandenen Kompetenzen Krisen und Unsicherheiten zu überwinden.

 

Regionalisierung und Dezentralisierung

Spricht für sich.

 

Prävention und Beratung - Mobilität und Niedrigschwelligkeit als Konzept

„So wenig, wie es nur eine Ursache für Sucht gibt, so wenig gibt es nur die (eine) Sucht. Natürlich haben nicht alle Süchte die gleiche Bedeutung, auch die Gefährdung, die von ihnen ausgeht, ist unterschiedlich. Wer aber erfolgreich Suchtprävention gestalten will, muss danach fragen, was diesen Süchten gemeinsam ist, welche Ursachen es sind, die das Entstehen von süchtigem Verhalten begünstigen, damit man sie erkennen und sich davor schützen kann.“ (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung)

 

Alkohol

In Deutschland gibt es ca. 9,3 Mio. Menschen zwischen 18 und 69 Jahren mit riskantem Alkoholkonsum. Davon weisen ca. 2,7 Mio. einen missbräuchlichen Alkoholkonsum auf. (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung)

 

Drogen

Zahlen und Trends aus zwei Befragungen der Europäischen Kommission von mehr als 7.600 Jugendlichen im Jahr 2004.

„Im Jahre 2004 stimmten 79 % der Jugendlichen eher der Ansicht zu, dass auf Partys leicht an Drogen zu kommen ist.

50 % der Befragten wurde 2004 Cannabis angeboten, ein Drittel hatte 2004 Cannabis probiert. Dies bedeutet eine Zunahme gegenüber 2002.

Mehr Jungen als Mädchen gebrauchen Cannabis und andere Suchtmittel.“

 

Die Neugier bleibt auch für 2004 der Hauptgrund für das Ausprobieren von Drogen.

64 % sehen in der Abhängigkeit die Hauptfolge des Drogenkonsums.

Ein Drittel der Befragten sieht einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Alkohol und Drogen (ein Anstieg von 5 % seit 2002) und zwischen dem Verbrauch von Tabak und Drogen (ein Anstieg von 7 %).

 

53 % der Befragten meinen, dass verstärket Betreuung und Wiedereingliederungsmaßnahmen angeboten werden müssen, um die Drogenproblematik besser in den Griff zu bekommen.

49 % der Befragten halten Strafmaßnahmen gegen Dealer und Drogenschmuggler bzw. gegen Drogenproduzenten für besonders wichtig.

42 % vertreten die Ansicht, dass Informationskampagnen ein wichtiges Mittel zur Bewältigung der Drogenproblematik sind.

 

Der am 25. November 2004 in Brüssel vorgestellte Jahresbericht der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht zeigt einen Rückgang drogenbedingter Todesfälle bei gleichzeitig steigendem Cannabiskonsum bei Jugendlichen auf.

 

„Cannabis ist der am häufigsten konsumierte illegale Suchtstoff. In Deutschland haben über 9 Mio. Menschen Erfahrung mit Cannabis, fast 400.000 weisen einen missbräuchlichen oder abhängigen Konsum auf. In der Altersgruppe der 18 – 29jährigen hat die Verbreitung von Cannabis zwischen 1992 und 2002 um das 2,7- fache zugenommen. Jeder Zweite, der heute wegen des Konsums illegaler Drogen zum ersten Mal in seinem Leben eine Beratungsstelle aufsucht, kommt wegen Cannabis. Die vom Bundesministerium für Gesundheit und soziale Sicherung beauftragte Studie über cannabisbezogene Störungen hat eine Zunahme bei den Beratungen in den erfassten ambulanten Einrichtungen auf fast das 6-fache innerhalb von 10 Jahren festgestellt. Neben Cannabis spielen auch Alkohol, Ecstasy und harte Drogen eine wesentliche Rolle.“

 

Aufklärung und Prävention

Schwerpunkt der pädagogischen Arbeit wird neben der Vermittlung von Beratungs- und Therapieangeboten die Aufklärung und Prävention sein. Diese Angebote müssen an der Zielgruppe ausgerichtet werden und eine glaubwürdige Kommunikation ermöglichen, die mit der Lebensweise und den Erfahrungen der Jugendlichen im Einklang steht. Für Beratung und Aufklärung gilt das Beispiel der akzeptierenden Jugendarbeit.

 

Diese Akzeptierung bedeutet ein Ansetzen an den bestehenden Gruppierungen und den sozialen Problemen, die diese Gruppierungen aufweisen. Es entwickelt sich eine Form analog zur niedrigschwelligen Drogenarbeit. Dieser niedrigschwellige Ansatz geht davon aus, dass die belehrende Bekämpfung des Problems nur von höchst begrenzter Wirkung ist und daher eine sozialpädagogische Arbeit notwendig macht, die diejenigen Probleme in den Mittelpunkt stellt, die die Jugendlichen haben und nicht die Probleme, die sie machen. Zuerst geht es darum zu akzeptieren, dass Jugendliche selbst für sich zumeist einen Sinn darin sehen, sich so und nicht anders zu orientieren. Sie werden ihre Auffälligkeiten nur dann ablegen, wenn sie für sich sinnvollere und befriedigendere Wege entdeckt haben. Akzeptieren heißt allerdings nicht, dass alle Handlungen der Jugendlichen positiv kommentiert werden. Lebensweltnahe Ansätze sollen den Zugang zu den Adressaten erleichtern. Dieses bedeutet, dass die Aufklärung sich an dem aufzuklärenden, deren Biografien und sozialen Umfeld orientiert.

 

Evaluation

Auf der Grundlage von  Handlungszielen wird die pädagogische Arbeit der Suchtprävention weiter konzeptioniert, konkretisiert und strukturiert. Hieraus entwickelt sich ein Ziele- und Maßnahmenplanung, die die Handlungen und Tätigkeiten dokumentiert.

Dieser Prozess ist fortlaufend und hat sich den veränderten Bedingungen anzupassen.

Ziele und Maßnahmen werden wie in der Schulsozialarbeit S.M.A.R.T formuliert:

 

S = spezifisch     konkrete Teilziele werden bewertet

M = messbar      die Zielerreichung lässt sich messen

R = realistisch    das Ziel ist erreichbar

T = terminiert      ein Zeitrahmen wird festgelegt.

 

Zielgruppe

Kinder und Jugendliche.

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