Mitteilungsvorlage - MV/0212/11
Grunddaten
- Betreff:
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Sachstand Tagesmütter in der Stadt CelleAnfrage Nr. 18/2011 der CDU-Fraktion
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Mitteilungsvorlage
- Federführend:
- FB 4 Bildung, Jugend und Soziales
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | PA |
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Erledigt
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Jugendhilfeausschuss
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Entscheidung
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17.05.2011
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Sachverhalt:
Durch die Umsetzung der Ausbildungsanforderungen für die Tagespflegetätigkeit gibt es zurzeit nur noch 14 Tagespflegestellen im Stadtgebiet. Davon sind 2 Großtagespflegestellen. Eine wird durch das AKH betrieben und vornehmlich von AKH Mitarbeitern genutzt.
Die Zweite nutzt die städtischen Räumlichkeiten im FB 4 und wird von Mitarbeitern der Stadt Celle genutzt.
Derzeit können 55 Kinder gleichzeitig in der Tagespflege betreut Es sind jedoch 110 Vertragsabschlüsse möglich, wenn die Kinder zu unterschiedlichen Zeiten anwesend sind (bedarfsorientiert). Zurzeit werden 70 Kinder in Kindertagespflege bei qualifizierten Tagespflegepersonen betreut.
Zusätzlich werden 8 Kinder von 5 durch die Eltern selbst gesuchte TPP betreut. In den Großtagespflegen der Betriebe sind 30 Verträge geschlossen.
Bei 27 Kindern in Tagespflege erhalten Eltern Zuschüsse zu den Tagespflegekosten durch den öffentlichen Jugendhilfeträger bzw. werden die Kosten nach § 90 SGB VIII übernommen.
Seit Februar 2011 hat die Nachfrage an Tagespflegeplätzen speziell für den Arbeitsbeginn der Eltern vor den Sommerferien zugenommen, da es zur Zeit kaum noch freie Krippenplätze gibt.
Die Tagespflegepersonen sind über das Stadtgebiet verteilt, jedoch gibt es nicht in jedem Stadtteil eine Tagespflegestelle. Das erschwert das Abholen der Kinder aus den KiTas zur Betreuung über die Öffnungszeiten der KiTas hinaus durch eine Tagespflegeperson.
Die Nachfrage an Tagespflegeplätzen hat sich stark erhöht, seit die Stadt auch die kommunale Förderung der Plätze in der Kindertagespflege in Aussicht gestellt hat. Eltern suchen entsprechend ihrer unterschiedlichen Arbeitszeiten nach individuellen, pädagogisch guten Betreuungsmöglichkeiten. Vorwiegend Mütter übernehmen vermehrt Schichtdienste in der Pflege und im Einzelhandel mit Arbeitszeiten bis in die Abendstunden oder an Wochenenden.
Eine Pflegeerlaubnis zur Kindertagespflege muss beim zuständigen Jugendamt beantragt werden. Durch die Fachberatung wird ein Eignungsfeststellungsverfahren durchgeführt.
Um die Qualität in der Tagespflege zu erhöhen, gibt der Gesetzgeber vor, dass Tagesmütter/-väter sich in qualifizierenden Lehrgängen vertiefte Kenntnisse über vorwiegend unter 3-jährige Kinder aneignen. Dieser Kurs wird nach den Vorgaben des Curriculums zur Qualifizierung in der Kindertagespflege vom DJI mit mindestens 160 Unterrichtsstunden anerkannt.
In Celle besteht eine Kooperation mit dem Landkreis zur Qualifizierung der TPP mit zurzeit 184 Stunden und einem 80-stündigen Praktikum in einer KiTa möglichst in einer Krippe oder altersübergreifenden Gruppe. Dieser Kurs wird 1x pro Jahr angeboten und erwartet eine Eigenbeteiligung der Teilnehmer von 200 Euro.
Tagespflegepersonen im Stadtbereich sind geringfügig selbständig Tätige und bekommen von den Eltern einen Stundensatz zwischen 3,50 und 5,00 .
Zurzeit fördert die Stadt Plätze in der Kindertagespflege nur nach § 90 SGB VIII mit einem Stundensatz für qualifizierte TPP von 3,18 und nicht qualifizierte TPP mit 2,91 . Differenzbeträge zum Stundensatz zahlen die Familien privat direkt an die TPP.
Tagespflegepersonen können angemessene, nachgewiesene Beiträge zur Renten- und Krankenversicherung hälftig durch den öffentlichen Jugendhilfeträger erstattet bekommen. Die Unfallversicherung bei der BGW wird ganz übernommen.
Die Tagemütter/-väter betreuen Kinder teilweise ab 5:30 Uhr oder bei Schichtdienst auch über Nacht.
Vereinzelt gibt es auch Tagespflegepersonen (Kinderfrauen), die Kinder in deren Familien betreuen. Dieser Bedarf entsteht oft für die Betreuung in den Abendstunden, speziell bei Arbeit im Einzelhandel oder der Gastronomie, damit eine Fremdübernachtung vermieden wird.
Der Bedarf an Tagespflegeplätzen steigt ständig und neue Tagespflegepersonen können nur durch intensive Öffentlichkeitsarbeit und attraktive Vergütung des Betreuungsaufwands gewonnen werden.
In der Zukunft soll die Tagepflege in der Stadt Celle einen größeren Stellenwert erhalten. Dazu ist im November 2010 ein eigenes Tagespflegebüro eingerichtet worden. Um die Tagespflege für die Eltern auch bezahlbar zu machen, ist eine kommunale Förderung der Tagespflegeplätze erforderlich. Hierzu liegt dem Ausschuss mit Vorlage BV/0208/11 der Entwurf einer Satzung zur Beschlussfassung vor.
