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ALLRIS - Vorlage

Beschlussvorlage - BV/0333/11

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag:

 

Die Tourismus- und Stadtmarketing Celle GmbH integriert ihre eigene Veranstaltungsplanung in ihren Wirtschaftsplan. Zur Erläuterung der erwarteten Kosten und Erlöse werden Veranstaltungskonzepte vorgelegt, die eine Gesamtbewertung der  imagebildenden Ziele, als auch ggf. geplanter Defizite im Zusammenhang erlaubt.

Im Falle eines Dienstleistungsangebotes an Dritte zur Konzeption und Umsetzung von Veranstaltungen sind Vollkosten zu kalkulieren.

 

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Sachverhalt:

 

Der FD Wirtschaftsförderung, Immobilien und Stadtmarketing hat sich zusammen mit der Tourismus-und Stadtmarketing Celle GmbH mit Finanzierungsmodellen zur Refinanzierung von Großveranstaltungen beschäftigt. Dazu wurde der Kontakt mit acht Städten in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen aufgenommen, um zu hinterfragen, wie dort Veranstaltungen finanziert werden.

 

Zur Auswahl dieser Städte wurden folgende Kriterien festgelegt:

 

·         Städte mit 60.000 – 120.000 Einwohnern

·         Besucherzahl von Veranstaltungen zwischen 30.000 und 60.000

·         Mehrtägige Programme mit Qualität und Anspruch

 

Einbezogen in die Untersuchung wurden die Städte Lüneburg, Hameln, Goslar, Hildesheim, Paderborn, Braunschweig, Nienburg (Weser).

 

Folgende generelle Ergebnisse der Befragung lassen sich feststellen:

 

·         Tourismus- und Stadtmarketing GmbH´s ziehen sich aus finanziellen Gründen zunehmend aus der Veranstalterrolle absehbarer defizitärer Groß-Events zurück.

·         Klassische Stadtfeste, wie z. B. ein Altstadtfest, bewertet man nicht als Aktionsfeld städtischer Gesellschaften.

·         Man konzentriert sich mehr auf themenbezogene und imagefördernde Veranstaltungen.

·         Großveranstaltungen wie Stadtfeste werden vielfach von der Privatwirtschaft durchgeführt. Allerdings sind die Erfahrungen hinsichtlich der gebotenen Qualität unterschiedlich, was im Einzelfall auch zu einer Rückverlagerung der Veranstaltung in stadtnahe Verantwortung führte.

·         Teilweise hat sich auch die Privatwirtschaft als Veranstalter aufgrund der defizitären Situation wieder zurückgezogen.

·         Sonderveranstaltungen werden auf Wunsch und im Auftrag von Stadt oder Kaufmannschaft von den GmbH´s organisiert und veranstaltet (Public Viewing, verkaufsoffene Sonntage). Ist das der Fall, kommt eine Vollkostenrechnung zum Tragen. Sämtlicher Aufwand, auch die Personal- und Sachkosten, werden dem Auftraggeber in Rechnung gestellt.

·         Bei eigenen Veranstaltungen werden Personal- u. Sachkosten in Kalkulation und Abrechnung in den befragten Städten nicht berücksichtigt.

·         Sondernutzungen und Kosten für die Bereitstellung von städtischen Infrastruktur-

Leistungen (Beschilderung etc.) werden von den Städten voll in Rechnung gestellt.

·         Eintritt wird für Veranstaltungen nicht genommen, Ausnahme sind bestimmte Aktionen, wie das Angebot einer Eisbahn zum Weihnachtsmarkt.

·         Teilweise werden Defizite bei Veranstaltungen bewusst in Kauf genommen, weil die Veranstaltungen dem Image der Stadt zuträglich sind.

·         Die Finanzierung der Veranstaltungen erfolgt im Wesentlichen über Sponsoring, Standgelder und Werbebeteiligungen. Die Bereitschaft zum Sponsoring lässt gegenwärtig allgemein nach. Die Gesellschaften stoßen hinsichtlich der Beteiligungshöhe bei Sponsoren und Beschickern zunehmend mehr an ihre Grenzen.

·         An den erwarteten Erlösen wird das Programm ausgerichtet. Wenn es das Budget nicht hergibt, werden Highlights / überregional bekannte Künstler / Programmpunkte nicht angeboten.

·         Eine Risikoübernahme durch Bürgschaften o. ä. seitens der Kommunen erfolgt in den überwiegenden Fällen nicht. Teilweise verfügen die GmbH´s jedoch über ein deutlich höheres Stammkapital, im Einzelfall bis zu 150.000,-- €. So sind sie in der Lage, Defizite vorübergehend abzudecken.

·         Ehrenamtliche Helfer werden nicht eingesetzt. Hier ist die Verlässlichkeit nicht immer gewährleistet. Die in früheren Jahren mögliche Nutzung der Ehrenamtlichkeit von Hilfsorganisationen (DRK/Feuerwehr) ist nicht mehr möglich. Eine Kostenerstattung für den Einsatz muss erfolgen.

·         Zum Teil werden Service-Clubs in die Veranstaltungen integriert. Diese beteiligen sich finanziell mit einem Standgeld an der Veranstaltung.

·         Becherpfand zur Deckung des Defizits wird nur von einer der befragten Städte erhoben.

 

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Städte anstelle groß angelegter Veranstaltungen zunehmend auf themenzentrierte, imagebildende Spezialformate setzen.

Die wesentlichen Einnahmequellen sind Gelder aus Standmieten und Sponsoring. Eintrittsgelder werden häufig nicht oder nur in moderater Weise für besondere Programme und Aktionen genommen. Größere Veranstaltungen sind häufig defizitär. Dies wird von den Städten teilweise in Kauf genommen, weil das Interesse an einer Imagebildung im Vordergrund steht. In anderen Städten gelangen Programme, die im Entwurf ein größeres Defizit erwarten lassen, nicht zur Umsetzung.

Andere Einnahmearten, wie bspw. das Becherpfand spielen eine nur marginale Rolle, zumal der organisatorische Aufwand und die damit verbundenen Kosten die erwarteten Einnahmen annähernd kompensieren.

 

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