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ALLRIS - Vorlage

Beschlussvorlage - AN/0039/23-001

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag:

Der Antrag 0039/23 der Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN zur Veröffentlichung der „Lang-version“ des Integrationskonzeptes wird, wie in der Vorlage begründet, abgelehnt.

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Sachverhalt:

 

1. Integration und praktische Beispiele aus der Verwaltung

 

Seit Erstellung des verwaltungsinternen Papiers zur Integration vor 3 Jahren haben sich so-wohl die Rahmenbedingungen als auch die entsprechenden Maßnahmen weiterentwickelt. In der Gesellschaft setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass Integration mit Akzeptanz und Förderung der Vielfalt gleichzusetzen ist. Die Stadtverwaltung Celle folgt diesem allge-meinen Verständnis. Sie verfolgt als langfristiges Ziel, eine vielfältige und inklusive Stadt, in der alle Bürgerinnen und Bürger unabhängig von ihrer Herkunft gleiche Chancen und Teilha-bemöglichkeiten haben. In den Bereichen Stadtentwicklung, Sport, Bewegung, Sicherheit und Toleranz, Arbeit und Qualifizierung, Sprache und Bildung, Kunst und Kultur sowie interkultu-relle Öffnung soll die Integration in Celle gefördert werden. Die u. a. kurzfristig umgesetzten Maßnahmen (die sogenannten Quick- Wins) sind nachfolgend aufgezählt.

 

Praktische Beispiele aus der Verwaltung

 

Die Stadt Celle hat im Jahr 2023 bereits zum dritten Mal eine Förderung aus dem niedersächsischen Integrationsfonds erhalten. Mehr als 2,4 Mio. Euro flossen bisher über den Integrationsfonds nach Celle. Mit diesem Fonds unterstützt das Land solche Kommunen, die überproportional vom Zuzug von Migranten/Geflüchteten betroffen sind. Die verwaltungsübergreifen-de Koordinierung des Fonds obliegt der Koordinierungsstelle Integration der Celler Zuwanderungsagentur. Aus diesem Fonds wurde allein im investiven Bereich der Kita-Anbau Neustädter Holz mitfinanziert, so dass die Kindertagesstätte um insgesamt 40 Betreuungsplätze erweitert werden konnte.

 

Ferner ist die Ertüchtigung der Cluster-Schule Blumlage ein weiteres Projekt, das mit Mitteln des Integrationsfonds gefördert wurde. Eingerichtet wurde die Schule mit Differenzierungs-räumen mit integrationsfördernder Ausstattung (einschließlich IT- Ausstattung) und externer Einrichtung der Technik (mit W-Lan) für einen perspektivisch vernetzten Unterricht. Eine in das Jahr 2021 in die Förderung aufgenommene Maßnahme ist das Integrative Stadtteilzent-rum im Neubau der Grundschule Bruchhagen. Hier wird für die Ganztagsbetreuung eine Mensa multifunktional als Versammlungsstätte entstehen. Dies soll ein Ort der Kommunikation, Begegnung, Information und Bildung werden.

 

An dieser Stelle sind auch die Stadtwerke Celle zu nennen. Sie bedienen sich der Unterstützung von Crowdfunding, einer innovativen Methode, um u. a. auch Integrationsprojekte zu fördern. Die städtische Tochter leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Förderung kleinerer Integrationsprojekte zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts.

 

Die folgende Vorgehensweise der Darstellung von aktuellen Maßnahmen orientiert sich an den im Integrationskonzept (Zusammenfassung und Methodik) vorgestellten Handlungsfeldern.

 

Aus dem Bereich Glaube und Religionsgemeinschaft wollte die Verwaltung als erste Handlungsempfehlung einen interreligiösen Austausch initiieren. Die beteiligten Akteure sahen aber hierzu keinen unmittelbaren Bedarf. Vielmehr wurde von einzelnen Religionsvertretern der Wunsch geäußert, bilateral in Gespräche zu gehen. Diesem Wunsch geht der Bereich Integration nach, indem er insbesondere mit der Muslimischen und der Ezidischen Gemeinde regelmäßig in Kontakt ist. Auf Wunsch der Ezidischen Gemeinde organisierte die Koordinie-rungsstelle Integration im Ezidischen Kulturzentrum in 2022 einen niedrigschwelligen Deutschkurs für Frauen. Im Rahmen des Projektes fand ferner eine Kooperation mit der Stadtbibliothek und ihrem durch den Integrationsfonds gefördertem Projekt „Interkulturelle Bibliothek“ statt. Seither nehmen vermehrt ezidische Frauen, Kinder und Jugendliche an den Veranstaltungen der Stadtbibliothek, wie z. B. das Basteln zum Neujahrsfest (Newruz) und der Lesekreis für Migrantinnen und Migranten, teil. Die Ezidische Gemeinde feierte am 19. April 2023 das Neujahrsfest, den roten Mittwoch, erstmals in der CD-Kaserne. Erfreulich war, dass Eziden und Nichteziden gemeinsam das Fest feierten.

 

Im Handlungsfeld Sport und Bewegung fanden in den Jahren 2021 und 2022 mehrere Arbeitstreffen mit dem Kreissportbund (KSB), dem Stadtteilbüro „Mittendrin“ und der Verwaltung statt. Die Herausforderung der fehlenden Übungsleiter wurde konstatiert. Ein Projekt, das Abhilfe schaffen sollte, konnte leider nicht umgesetzt werden, weil die Verwaltung 2022 die Förderung durch den Integrationsfonds nicht erhielt.

 

In Kooperation mit der Stadtverwaltung, dem Stadtteilbüro „Mittendrin“, dem KSB und MTV wurde parallel das Konzept „Celle in Bewegung“ erarbeitet. Das ist ein niedrigschwelliges Sportangebot für Kinder und Jugendliche, welches in der Heese von dem Stadtteilmanagement „Mittendrin“ umgesetzt wird. Die Ausweitung des Konzeptes auf andere Stadtteile ist perspektivisch vorgesehen.

 

Bekannt ist auch, dass Sport die Begegnung von Menschen ganz unterschiedlicher sozialer, kultureller und ethnischer Herkunft fördern kann. Dadurch kann Sport eine wichtige Rolle bei der Integration spielen, wenn er niedrigschwellig angeboten wird. Die Organisation des Sports in Vereinen ist vielen Zugewanderten sehr fremd und die Vereinsbeiträge können eine gewisse Hürde darstellen. Der Wunsch nach mehr Bewegung, insbesondere zur Gesundheitsförderung, ist sehr groß. Eine niedrigschwellige Ausübungsform des Sports kann Bewegung im Freien sein. Daher bieten Sportmöglichkeiten in Park- und Grünanlagen nicht nur für Einheimische, sondern auch für Zugewanderte eine sehr gute Alternative zum Vereinssport.

 

Neben den Sportparks und den Joggingstrecken in Celler Grünanlagen ist Celle seit Mai 2023 auch mit zunächst einem Sportschrank, bestehend aus unterschiedlichen Sportgeräten, wie u. a. Fußball, Volleyball, Frisbee, Springseilset an der Dammaschwiese, ausgestattet. Auch dieses Angebot hat zum Ziel, sportliche Aktivitäten und Bewegung zu fördern und die Aufenthaltsqualität für die Menschen zu erhöhen. Weitere öffentlich zugängliche Outdoor-Sportanlagen in Celle befinden sich u. a. im Allerauenpark und in Westercelle am Sportplatz. Sehr beliebt ist auch der Calisthenics Workoutpark (Körpergewichtsübungen) in den Triftanlagen.

 

Am 13. September 2022 erhielt der Oberbürgermeister von der Präsidentin der Special Olympics die Host-Town Urkunde für die Special Olympics World Games, die im Juni 2023 stattfanden. Als Host-Town begann Celle sofort mit ihren Vorbereitungen. Mitte Juni 2023 war es dann endlich soweit. Gemeinsam mit dem Host-Town Nienhagen organisierte die Stadt Celle einen Fackellauf mit ca. 60 Läuferinnen und Läufern von Nienhagen nach Celle. An-schließend wurde in Kooperation mit dem Linerhaus, dem Lobetalarbeit e. V. und dem Kreissportbund im Celler Schlosspark ein inklusives Fest gefeiert. Die Sichtbarkeit insbesondere von Menschen mit Behinderungen in Sport und Gesellschaft war an diesem Tag enorm.

 

Erfreulicherweise bietet auch der Ferienpass der Stadt Celle den Kindern und Jugendlichen viele Bewegungsprogramme an. Ein Beispiel ist der TA WingTsun Selbstverteidigungskurs in den Sommerferien, um die eigene Unsicherheit, Ängste und Aggressionen zu kontrollieren und das Selbstbewusstsein zu stärken.

 

Ein weiteres Angebot sind die Mitmachaktionen im Zirkus Knalltüte. Der Zirkus ist nicht nur eine Unterhaltungsform, sondern auch eine Plattform, die zur Förderung der Integration von Kindern und Jugendlichen beitragen und eine integrative Gemeinschaft schaffen kann. Er unterstützt die körperliche und kognitive Entwicklung. Durch das Erlernen von Zirkusfähigkeiten, wie Akrobatik und Jonglage, verbessern Kinder und Jugendliche nicht nur ihre körperlichen Fähigkeiten, sondern entwickeln auch ihre kognitive und motorische Geschicklichkeit. Der Zirkus ermutigt zur Teamarbeit und Zusammenarbeit. Diese Erfahrung fördert die soziale Integration, indem sie den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit gibt, neue Freundschaften zu knüpfen, Verantwortung zu übernehmen und als Teil eines Teams erfolgreich zu sein.

 

Im Handlungsfeld Sicherheit und Toleranz setzt die Stadtverwaltung seit 2015 das Bundesprogramm Demokratie leben! in Celle um, indem sie gemeinnützige Organisationen und Initiativen in den Handlungsfeldern Demokratieförderung, Vielfaltgestaltung und Extremismusprävention berät, finanziell unterstützt und durch jährliche „Demokratiekonferenzen“ und „Projekt-trägertreffen“ zur Vernetzung beiträgt. „Demokratie leben!“ ist ein Programm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

 

In der ersten Förderperiode (2015 - 2019) wurden 92 Projekte von 23 verschiedenen Trägern mit einem Gesamtvolumen von 469.151,67 € durchgeführt. Die vom Bund bereitgestellten Fördermittel haben sich über die Jahre kontinuierlich von 75.000,00 € in 2015 bis hin zu 100.000,00 € in 2019 erhöht. In der zweiten Förderperiode (2020 – 2024) sind in den ersten drei Jahren 64 Projekte mit einem Gesamtvolumen von 415.129,28 € umgesetzt worden. Im Jahr 2023 hat der Bund die Fördersumme noch einmal auf 160.000,00 € erhöht. In diesem Jahr werden derzeit 24 Projekte gefördert.

 

Im Rahmen der Sicherheitspartnerschaft zwischen der Stadt Celle und der Polizei findet ein ständiger Austausch mit der Polizeiinspektion Celle statt.

 

Zu dem Handlungsfeld Arbeit und Qualifizierung hat die Stadtverwaltung das Projekt „Integrationsbegleitung - Hilfe zur Selbsthilfe“ initiiert. Das Projekt wird vom Integrationsfonds des Landes gefördert. Eigens für dieses Projekt wurden Räumlichkeiten in der Welfenallee für die Laufzeit vom 1. August 2023 bis zum 31. Juli 2025 angemietet. Dort soll das interkulturelle Zentrum „Aller(T)räume“ entstehen. In den Räumlichkeiten werden Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in ihren Belangen der Integration begleitet und unterstützt. Das Projekt hat zum Ziel, gesellschaftliche Teilhabe zu stärken und mögliche Barrieren abzubauen. Menschen mit unterschiedlicher Betroffenheit werden durch Gesprächsangebote, Beratung und Schaffung adäquater Betreuungs- und Bildungsangebote unterstützt und gestärkt, um bspw. die Abhängigkeit von unterhaltssichernden Leistungen mittelfristig zu reduzieren. Die Kooperationspartner aus der Migrationsberatung und Erwachsenenbildung in Celle unterstützen das Projekt.

 

Der Arbeitskreis Migration und Arbeitsmarktintegration besteht aus der Stadt Celle, dem Landkreis Celle sowie der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter des Landkreises. Gemein-sam mit dem CJD, der Diakonie, der Caritas und den Willkommenslotsen der Handwerkskammer sowie der Industrie- und Handelskammer wurde am 9. Mai 2023 eine Informationsveranstaltung mit dem Titel „Qualifizierung bringt mich weiter“ durchgeführt. Die Federführung der Veranstaltung oblag der Stadt und dem Landkreis Celle. Sie richtete sich an Menschen aus dem Ausland ohne Berufsabschluss und zeigte die Wichtigkeit von Bildung und Lernen auf. Es gab viel Raum für Gespräche und Vernetzung. Das Angebot, Informationen und Beratung von Fachleuten zu erhalten, wurde mit Unterstützung von Sprachmittlern sehr stark genutzt. Die große Nachfrage, knapp 200 Besucherinnen und Besucher nahmen teil, unterstrich die Aktualität und Bedeutung des Themas.

 

Die städtische Wirtschaftsförderung unterstützt alle Unternehmerinnen und Unternehmer bei der Existenzgründung, egal welcher Herkunft. Hauptaufgabe ist hier die laufende Betreuung und Begleitung sowie die Hilfe bei Neuansiedlungen. Ein spezielles Angebot für Menschen mit Migrationshintergrund gibt es nicht. Alle Interessierten werden selbstverständlich gleichbehandelt.

 

Beratungsangebote bietet auch die IHK Lüneburg-Wolfsburg an. Speziell Frauen, die ein Ge-werbe gründen möchten, werden von der Koordinierungsstelle Frauen und Wirtschaft unter-stützt, die beim Landkreis Celle angesiedelt ist. Des Weiteren ist der Wirtschaftsverein „Celle-Creativ e. V.“ zu nennen. Der Verein ist eine Initiative zur Förderung der Kreativ- und Kulturwirtschaft in Celle und Umgebung.

 

Darüber hinaus gibt es das „Coworking Space CreativCelle“. Im Coworking Space teilen sich Selbständige, Startups oder auch ausgelagerte Projektteams größerer Unternehmen dieselben Räumlichkeiten. Hier kann man sich einmieten und die vorhandene Infrastruktur nutzen; alle profitieren von der Gemeinschaft mit den anderen Mietern.

 

Die häufigsten Tätigkeiten bei selbständigen Migrantinnen und Migranten sind in den Bereichen Gastronomie, Einzelhandel, Handwerk, Bau (Haupt und Nebengewerke), endkundenorientierte Dienstleistungen (z. B. in der Pflege) und Kurierdienste zu finden. In der Gastronomie wird rund jeder zweite Betrieb in Celle von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte geführt. Es lässt sich nicht konkret abschätzen, wie viele Unternehmen in Celle von Migrantinnen und Migranten geführt werden. Positive Beispiele gibt es reichlich, eine Aufführung würde an dieser Stelle zu weit führen.

 

Ein neues Mobilitätskonzept im City-ÖPNV soll insbesondere den Bedarf von älteren, mobilitätsgeminderten Menschen dienen und kann damit ein wichtiger Bestandteil von Integration sein.

 

Im Handlungsfeld Sprache und Bildung ist die Stadtverwaltung gut mit den Sprachkursanbietern vernetzt. Integrationskurse sind der Kern von Integrationsmaßnahmen. Neben Frauenintegrationskursen und Jugendintegrationskursen des Christliches Jugenddorfwerks Deutschlands e. V. (CJD) bietet auch die VHS Integrationskurse an. Ferner unterstützt die Celler Zuwanderungsagentur mit einer Ko-Finanzierung die mobile Migrationsberatung des CJD. Dar-über hinaus werden in der Stadt Celle Berufssprachkurse und Kurse zur Berufsorientierung durch diverse andere Träger der Erwachsenenbildung angeboten (Konfides GmbH, Oskar Kämmer Schule, Grone-Schulen Niedersachsen GmbH, Deutsche Angestellten-Akademie GmbH (DAA), Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft gGmbH, TAS-Technisch Ausbildungsstätten GmbH).

 

Die mobile Jugendarbeit der Stadtverwaltung legt mit dem Ferienpass auch einen Schwerpunkt auf internationale und kulturelle Bildung, um Jugendlichen einen tieferen Zugang zu Menschen und der Kultur eines Landes zu vermitteln. In diesem Rahmen finden Bildungsreisen statt.

 

Der städtische Jugendclub Wietzenbruch (JuWi) unterstützt Jugendliche beim Schreiben von Bewerbungen, um ihnen die Integration in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Im Offenen Treff bietet JuWi Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, neue Freunde zu finden oder bereits vorhandene Freunde zu treffen. Durch gemeinsame Aktivitäten wie Billard, Fußball, Backen etc. gelingt es gut, Kinder und Jugendliche trotz Sprachbarriere zu integrieren. Den Kindern und Jugendlichen bietet sich die Möglichkeit, ein soziales Netzwerk außerhalb von Familie und Schule aufzubauen. Durch das Anbieten von eigenen Angeboten spielt der Jugendclub auch im Rahmen des Ferienpasses eine zentrale Rolle.

 

Im Bereich der alltagsintegrierten Sprachbildung und Sprachförderung in Kindertagesstätten gibt es im Rahmen des Konzeptes des Landkreises Themenbereiche (Sprachbildung und Sprachförderung, aktive Einbindung und Beteiligung der Eltern, Kooperations- und Netzwerkarbeit, das Kindergartenjahr vor der Einschulung), die die Grundlage für alle Kindertagesstätten im Landkreis Celle im Bereich der Sprachförderung bilden. Im Rahmen zweier Beobachtungsverfahren (Sismik und Seldak) wird in den Kindertagesstätten der Stadt Celle, besonders im letzten Kindergartenjahr vor der Schule, die Sprachentwicklung der Kinder systematisch begleitet. Die Ergebnisse des Beobachtungsverfahren werden mit den Eltern der angehenden Schulkinder besprochen und pädagogische Konsequenzen/Fördermaßnahmen dar-aus entwickelt und durchgeführt.

 

Im Bereich der Grundschulen unterstützen Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter Schülerinnen und Schüler vielfältig. Sie können bei schulischen, persönlichen und sozialen Herausforderungen unterstützen u. a. durch Gespräche, Trainings oder in Projekten. Die Schulsozialarbeit fördert ferner die soziale Integration. Schulsozialarbeit trägt dazu bei, ein positives Schulklima zu schaffen und die soziale Integration der Schülerschaft zu fördern. Sie organisiert Aktivitäten, die den Zusammenhalt, die Toleranz und das Verständnis unter den Schülerinnen und Schülern stärken.

 

Im Handlungsfeld Kunst und Kultur finden in der Stadt fortlaufend Veranstaltungen und Maßnahmen statt. Als ein Beispiel ist das Projekt „interkulturelle Bibliothek-Diversität und Teil-habe“ zu nennen. Seit dem Projektstart im Jahr 2021 finden in der Stadtbibliothek regelmäßige Lesungen, kreatives Arbeiten, Interkulturelle Veranstaltungen etc. statt. Das zweijährige Projekt wird vom niedersächsischen Integrationsfonds gefördert und endete am 30. Juni 2023. Zum 1. Juli 2023 startete das zweijährige Nachfolgeprojekt mit dem Titel „Stadtbibliothek als Ort des Dialogs zwischen den Kulturen“. Ziel ist es, Migrantinnen und Migranten als Begleitpersonen (Lotsen) auszubilden, um dann mit ihnen mehrsprachige Lesungen, Veranstaltungen und Führungen in der Bibliothek anzubieten.

 

Ein weiteres Beispiel ist die Kunstausstellung Wurzelvielfalt, ein Kooperationsprojekt mit dem Mehrgenerationenhaus und der Koordinierungsstelle Integration. Die Ausstellung mit Kunst-schaffenden aus dem Irak, Iran, Benin und Deutschland lief bis zum 28. Februar 2023. Aus unterschiedlichen Perspektiven wurde das Thema “Leben in zwei Kulturen“ und die damit entstehenden Herausforderungen und Chancen thematisiert.

 

Der städtische Jugendclub Wietzenbruch hat mit dem Format „das perfekte JuWi Dinner“ fünf Jugendlichen die Möglichkeit geboten, ein Drei-Gänge-Menü herzustellen und anzurichten. Hierbei wurden die Köstlichkeiten der unterschiedlichsten Kulturen ausgetauscht. Dies regte zum intensiven Austausch über die Ursprungskulturen der Teilnehmenden an. Es wurde neugierig nachgefragt und aufgeklärt. Weitere dieser Angebote sind angedacht.

 

Im Handlungsfeld Interkulturelle Öffnung arbeitet der Fachdienst Personal an der Umsetzung verschiedener integrativer Maßnahmen, um ein inklusives Arbeitsumfeld zu schaffen. Er erfüllt bspw. die vorgegebenen Schwerbehindertenquote gem. § 154 SGB IX. Die Schwerbehindertenquote ist ein wichtiges Instrument, um die Integration und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in der Arbeitswelt zu fördern. Ferner führt der Fachdienst Personal eine allgemeine Beschwerdestelle nach dem allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz. Diese Stelle hat die Aufgabe, Diskriminierungen im Zusammenhang mit dem allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz entgegenzunehmen, zu prüfen und zu bearbeiten.

 

Bei passenden Stellen ist auch ein Quereinstieg in die Verwaltung möglich. Je nach Art der Tätigkeit und der benötigten Fachkenntnisse kann eine spezifische Ausbildung oder berufliche Erfahrung erforderlich sein. In einigen Fällen werden Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger auch durch gezielte Weiterbildungsmaßnahmen unterstützt, um ihnen das erforderliche Fachwissen und die notwendigen Kompetenzen für ihre Tätigkeit in der Verwaltung zu vermitteln. Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger bringen oft unterschiedliche berufliche Erfahrungen und Perspektiven mit, die zu einer vielfältigeren und breiteren Expertise in der Verwaltung beitragen können.

 

In der Stadtverwaltung arbeiten mehrsprachige Menschen, die neben Deutsch auch eine weitere Fremd- bzw. Muttersprache gut beherrschen. Die Ressource der Sprachkenntnisse, insbesondere von Migranten, wird in der Stadtverwaltung aktiv erkannt und sinnvoll genutzt. Diese Mitarbeitenden unterstützen gerne bei Bedarf und helfen beispielsweise beim Übersetzen und Dolmetschen, um ggf. Missverständnisse zu vermeiden und das gegenseitige Verständnis zu fördern.

 

 

2. Vorlagen, Auswirkung auf Integration

 

Die Verantwortung für Beschlussvorlagen liegt beim entsprechenden Fachdienst, der die Vorlage erstellt. Wenn der zu beschließende Sachverhalt explizit Auswirkungen auf Integration hat, wird die Vorlage von den entsprechenden Fachdiensten bearbeitet, ansonsten nicht. Die Koordinierungsstelle Integration hat bei Bedarf eine beratende Funktion.

 

 

3. Beispiele von Verständnis für Integration bei der strategischen Stadtentwicklung (Wohnen und Sozialraum)

 

Stadtentwicklung befasst sich in vielerlei Hinsicht mit Fragen der Integration. Bereits beim Planen ganzer Stadtviertel berücksichtigt sie den Aspekt der Vermeidung von Segregation und die Förderung von Integration und Inklusion, wie beispielsweise bei der Planung des Areals auf der Allerinsel. Geplant ist, dass hier sozialer Wohnraum in direkter Nachbarschaft zu großen Wohnungen, kleinen Wohnungen und Läden entsteht. Hierdurch schafft man für unterschiedliche Zielgruppen Anreize und sorgt für eine bewusste Durchmischung der Gesellschaft innerhalb eines Stadtteils. Öffentliche Plätze mit Sitzgelegenheiten und anderen Angeboten sorgen dafür, dass Menschen zu diesen Treffpunkten indirekt eingeladen werden und miteinander in Kontakt treten können.

 

Zum Zweck der Wertschätzung der unterschiedlichen Religionen und unter dem Blickwinkel der im Grundgesetz verankerten Religionsfreiheit wurde ein neues Grabfeld auf dem Stadtfriedhof für ezidische Mitbürgerinnen und Mitbürger angelegt und in die Satzung aufgenommen. Auch orthodoxe Bedürfnisse werden berücksichtigt, wie bspw. das Anbringen von speziellen Grablichtern zur Ehrung ihrer Verstorbenen.

 

Im Bereich des öffentlichen Nahverkehrs werden mit Blick auf Barrierefreiheit und Teilhabe jährlich zwei Bushaltestellen in Celle erneuert und auf den neuesten Stand gebracht. So können die Menschen beispielsweise durch ein Absenken des Fahrraumes ebenerdig einsteigen, ohne eine Stufe als Hürde vor sich zu sehen.

 

Bei der Planung von Spielplätzen versucht die Stadtentwicklung auch auf die Bedürfnisse verschiedener Gruppen von Menschen, einschließlich Menschen mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen, einzugehen. Durch die Schaffung von barrierefreien Spielbereichen und die Integration von speziellen Spielgeräten können Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten gemeinsam spielen und Spaß haben. Dies fördert die Akzeptanz und den Respekt für die Vielfalt in der Gesellschaft. Auch der Allerauenpark wurde mehrdimensional erdacht und ist ein Ort der Begegnung, des Spiels und des Entdeckens.

 

Eine umfassende alle Nutzgruppen berücksichtigende und integrierte Stadtentwicklung kann dazu beitragen, dass Städte zu lebendigen, nachhaltigen und inklusiven Orten werden, in denen die Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner erfüllt werden und das Wohlbefinden für alle gewährleistet wird.

 

 

4. Vorstellung von Ergebnissen der umgesetzten Maßnahmen in den Ausschüssen

 

Die Vorstellung von Projekten und der Integrationsentwicklung wird bisher auf unterschiedlichste Weise durchgeführt. Die umgesetzten Projekte und Maßnahmen und auch die strategische Weiterentwicklung werden in den zuständigen Ausschüssen (Ausschuss für Soziales und Integration, Betriebsausschuss, Begleitausschuss Demokratie Leben) vorgestellt. Zusätzlich werden Projekte und Persönlichkeiten der Integrationsarbeit über den Newsletter der Celler Zuwanderungsagentur einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

 

Die sogenannte lange Version des Integrationskonzeptes dient lediglich als internes Arbeits-mittel. Daher wurde die kurze Version veröffentlicht, in der das Integrationsverständnis, die Methodik, die Ziele und Handlungsfelder der Integration festgehalten sind. Das Arbeitspapier der Verwaltung ist inzwischen drei Jahre alt. Die Herausforderungen der Integration im Rahmen der Pandemie (Covid) sind in dem Arbeitspapier nicht enthalten. Wir stellen auch fest, dass in einer schnelllebigen Welt mit zum Teil unvorhersehbaren Herausforderungen kurzfristige, auf die Situation abgestimmte Handlungen und Maßnahmen essentiell sind. Daher können Konzepte relativ schnell ihre Gültigkeit verlieren. Das ist nichts Ungewöhnliches.

 

Seit dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine vor einem Jahr musste die Stadt Celle Flüchtlinge unterbringen. Aktuell steht insbesondere die Integration dieser Menschen im Vordergrund. Hierbei war es auch wichtig, andere Gruppen nicht aus den Augen zu verlieren, um den sozialen Frieden nicht zu gefährden. Auch dieses Szenario ist nicht im Arbeitspapier zu finden.

 

Die Methodik, die im Arbeitspapier der Verwaltung beschrieben ist, wird weiterhin verwendet. Die hierfür erforderlichen Daten werden/wurden in den einzelnen Fachdiensten erhoben bzw. innerhalb der Verwaltung bereitgestellt. So kann die Verwaltung bei Herausforderungen im Bereich der Integration rechtzeitig steuern und koordinieren. Die Maßnahmen/Projekte werden in entsprechenden Arbeitskreisen mit den Akteuren vor Ort beraten und dann umgesetzt. Die Methodik und Verantwortlichkeiten sind der Politik unter 4.1. des Integrationskonzeptes im Ausschuss für Soziales und Integration am 11.05.2021 und im Betriebsausschuss am 06.07.2021 vorgestellt worden.

 

 

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Anlagen

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