Beschlussvorlage - BV/0201/12
Grunddaten
- Betreff:
-
Weitere Arbeit an der Dokumentationsstätte Torhaus
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- Vorzimmer FB 2
- Zuständigkeit:
- (Dr. Susanne Schmitt)
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | PA |
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Erledigt
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Kulturausschuss
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Anhörung
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05.07.2012
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Erledigt
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Verwaltungsausschuss
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Entscheidung
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Erledigt
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Rat der Stadt Celle
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Entscheidung
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Beschlussvorschlag:
Der Kulturausschuss empfiehlt, die Arbeit am Konzept für eine Dokumentationsstätte 1925-1949 auf der Grundlage der Konzeption von Dr. Habbo Knoch in der unter 1) und 2) skizzierten Weise fortzuführen.
Es werden zwei Stellen EG 13 mit 30 Wochenstunden für jeweils 18 Monate eingerichtet.
Alternativ sollen die auf einer der beiden Stellen zu erbringenden Leistungen in Form eines Werkvertrages beauftragt werden, sofern dies finanziell günstiger und personell umsetzbar ist.
Außerdem werden drei Forschungsaufträge mit einem finanz. Gesamtumfang von 15.000 Euro erteilt.
Dafür sind abhängig vom Beginn der Maßnahme und der Haushaltssituation in den nächsten Jahren Haushaltsmittel in Höhe von 248.700 Euro bereit zu stellen.
Sachverhalt:
1) Der Kulturausschuss hat sich in seiner Sitzung am 8.3.2012 mit dem Konzept des Geschäftsführers der Stiftung nds. Gedenkstätten, Dr Habbo Knoch, und einer entsprechenden Kostenaufstellung zur Einrichtung einer Dokumentationsstätte 1925-1949 im Torhaus befasst. Das Konzept (Anlage zur Vorlage VZ/0053/12) fand die volle Zustimmung des Ausschusses.
Da die Kosten für die Sanierung, die Einrichtung und den Betrieb des Gebäudes sehr hoch angesetzt werden müssen, wurde entschieden, zunächst von der Herrichtung einer Örtlichkeit abzusehen. Der VA hat die Verwaltung vielmehr beauftragt, mit Dr. Knoch zu überlegen, welche nächsten Schritte zur Konzeptentwicklung unternommen werden müssen, die Kosten dafür zu ermitteln und mögliche Drittmittelförderung zu prüfen.
Daraufhin wurden in einem Gespräch zwischen 1. Stadträtin Frau Dr. Schmitt, der Fachbereichsleiterin Frau McDowell und der Archivleiterin Frau Maehnert mit Dr. Knoch am 5. April d.J. die Grundlagen für die weitere Vorgehensweise erarbeitet.
Weitere intensive Abstimmungen mit Dr. Knoch folgten.
Der in der nun vorliegenden Konzeption beschriebene Personal- bzw. Finanzbedarf ist auch aus seiner Sicht Voraussetzung für die Sicherstellung des erforderlichen Qualitätsstandards; er weist darauf hin, dass eine sinnvolle Fortsetzung des Projektes eine angemessene Ausstattung mit wissenschaftlichem Personal verlangt.
Die erarbeitete Konzeption sieht einzelne Module vor, ohne bereits die Umsetzung des Gesamtkonzeptes zwingend erforderlich zu machen.
Diese Module sind:
1. Fortsetzung der Erschließung von NS-bezogenen Quellen und Exponaten
2. Planung und Durchführung von Zeitzeugeninterviews sowie Sammlung und Sichtung von Augenzeugenberichten
3. Durchführung einer wissenschaftlichen Tagung unter Berücksichtigung von aktuellen Forschungsergebnissen (mit Tagungsdokumentation)
2) Die nächsten erforderlichen Schritte wären demzufolge:
Sammlung und Dokumentation
- Weitere Arbeiten am NS-Inventar im Stadtarchiv, d.h.
Sichten und Dokumentieren von 7074 Akten städt. Herkunft; 178 Akten staatl. Behörden; 1690 Akten nicht städt. Herkunft wie z.B. Firmen und Vereine; 224 archivische Sammlungen wie z.B. die des Bomann-Museums oder der Synagoge
- Sammeln und Dokumentieren von Selbstzeugnissen (Zeitzeugenbefragungen, Auswertung von entsprechendem Archivgut)
Anm.: Die Fraktion Bündnis90/Die Grünen hat am 4. Mai d.J. einen Antrag auf Durchführung von Zeitzeugeninterviews gestellt, dessen Inhalt in der Konzeptentwicklung bereits berücksichtigt worden war.
- Recherche zu möglichen zukünftigen Exponaten
Forschung
Wissenschaftliche Tagung zum Thema Celle im Nationalsozialismus.
- Ziel: Wissen sichern, Fragen definieren, Spezifika heraus arbeiten
- Zeitpunkt: voraussichtlich Sommer 2013
- mit Fachvorträgen und Tagungsdokumentation
3) Kostenvolumen zur Umsetzung dieser Maßnahmen:
Alternative A
- Koordinierung der Sammlungs- und Dokumentationstätigkeit, Zusammenführen der Erträge, eigene wissenschaftliche Arbeit, Vor- und Nachbereitung der Tagung:
1 Stelle im Umfang von 30 Wochenstunden für 1,5 Jahre (EG 13) = 116.850 Euro
- Sammlung und Dokumentation:
1 Stelle im Umfang von 30 Wochenstunden für 1,5 Jahre (EG 13) = 116.850 Euro
Die Berechnung basiert auf dem KGSt-Bericht Kosten eines Arbeitsplatzes 2011/2012 und beinhaltet die Personal-, Gemein- und Sachkosten.
- Drei Forschungsaufträge in Vorbereitung der Tagung:
3 Werkverträge à 5000,- Euro = 15.000,- Euro
Alternative B
Vergabe der unter Sammlung und Dokumentation subsumierten Leistungen in Form eines Werkvertrages.
Diese Alternative kann erst geprüft werden, wenn die Maßnahme beschlossen ist und die Verwaltung mit infrage kommenden Wissenschaftlern / Wissenschaftlerinnen verhandelt hat. Sie sollte umgesetzt werden, wenn dies die kostengünstigere Lösung wäre.
Die Gesamtkosten zur Umsetzung des o.g. Konzeptes betragen also nach vorliegenden Berechnungen 248.700 Euro.
Eine Jahresaufteilung kann erst dann vorgenommen werden, wenn der Arbeitsbeginn fest steht.
Die Fördermöglichkeiten werden verwaltungsseitig gerade sondiert. Über Zwischenergebnisse kann aktuell in der Sitzung berichtet werden.
