Beschlussvorlage - BV/0440/12
Grunddaten
- Betreff:
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Konzeptstand "Junges Celle" - Fokus auf Fachkräfteanwerbung
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 80.1 Wirtschaftsförderung, Immobilien und Stadtmarketing
- Zuständigkeit:
- (Dr. Susanne Schmitt)
- Ziele:
- 20. Förderung der örtlichen Wirtschaft
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | PA |
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Erledigt
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Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Liegenschaften
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Vorberatung
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27.11.2012
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Erledigt
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Verwaltungsausschuss
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Entscheidung
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Sachverhalt:
Mitte des Jahres 2010 wurde das aktuell gültige Tourismus- und Stadtmarketingkonzept durch die Politik verabschiedet. In diesem Konzept wurde schlaglichtartig das Handlungsfeld „Junges Celle“ definiert. Die konkrete Ausgestaltung war damals noch offen gelassen und bedurfte einer näheren Vorbereitung.
Die Wirtschaftsförderung hat sich in der jüngeren Vergangenheit mit der Vielgestaltigkeit dieses Themenkreises beschäftigt und nach Recherchen, Analysen und Vorgesprächen ein Handlungsfeld identifiziert, das zur künftigen Profilierung des Standortmarketings beiträgt und durch FD 80 umgesetzt würde: Die Imagebildung der Stadt für jüngere Arbeitskräfte, die nach Celle geholt bzw. an Celle gebunden werden sollen.
Die demographische Entwicklung und die weltweite wirtschaftliche Vernetzung stellen vor allem die modernen Industriegesellschaften vor große Herausforderungen. Die Themen „Fachkräftesicherung und Fachkräftegewinnung“ spielen hierbei zukünftig eine wesentliche Rolle, um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu gewährleisten. Die Celler Unternehmen haben dieses Handlungsfeld längst besetzt und gehen ihre Wege, Bewerberinnen und Bewerber für ihre Unternehmen zu interessieren, zu gewinnen und zu halten.
In diesem Handlungsfeld möchte die Stadt Celle – Wirtschaftsförderung – eine Initiative auf den Weg bringen, die die Personalakquisition der Unternehmen im Standortmarkting unterstützt. Hierbei wird vor allem die Positionierung der Stadt als Wohn- und Er-Lebensstandort, insbesondere auch für jüngere Arbeitskräfte gesehen.
Zur Auslotung der jeweiligen Interessen und zur Festlegung erster Maßnahmenbereiche lud die Wirtschaftsförderung am 07.11.2012 Geschäftsführer und Personalverantwortliche aus einigen kleinen und mittleren Unternehmen zu einer ersten Initiativsitzung ein. Die Auswahl der Gäste nahm Bezug zu einigen ortsansässigen wissensbasierten Branchen, die immer wieder Ingenieure und Techniker, Meister, etc. suchen.
Die Initiative wurde von den Teilnehmern einhellig begrüßt. Seitens der Wirtschaftsförderung wurde deutlich gemacht, dass es aktuell nicht vorgesehen sei, Themen zu entwickeln, die Qualifizierung und Weiterbildung zum Inhalt haben und von anderen Institutionen oder Bildungsträgern bereits angeboten werden, wenngleich unternehmensorientierte Bildung und Qualifizierung grundsätzlich immer auch ein Thema der Wirtschaftsförderung ist. Von den Teilnehmern wurde hervorgehoben, dass Image und Stadtentwicklung eine prägende Rolle für die Gewinnung und Sicherung von Fachkräften in den Unternehmen haben.
Seitens der Unternehmen wird Wert darauf gelegt, dass begonnene Projekte und standortprägende Maßnahmen wie beispielsweise die Entwicklung der Allerinsel, die Fortsetzung der Ostumgehung oder die Weiterentwicklung der Einkaufsstadt Celle intensiv und konsequent weiterverfolgt werden. Dieses sind für die Wirtschaft und die Sicherung und Gewinnung von Fachkräften in Zukunft wichtige harte und weiche Standortfaktoren.
Es wird bedauert, dass Celle kein Flair wie Unistädte vergleichbarer Größenordnung ausstrahlt. Dadurch ist es schwierig, Studienabgänger aus anderen Studienorten für Unternehmen zu gewinnen und intensiv an die Stadt zu binden. Insbesondere Arbeitskräfte im Alter zwischen 20 u. 30 Jahren gehen den Celler Unternehmen verloren.
Anders hingegen stellt sich die familienbezogene Wahrnehmung der Stadt Celle dar. Sie ist grundsätzlich positiv besetzt.
Herausgearbeitet wurden in der ersten Initiativsitzung folgende Fragen und Maßnahmen, die weiterbearbeitet werden sollten:
- Ein strategischer Ansatz: Wie könnte der Wirtschaftsstandort Celle in 20 Jahren aussehen? Welche Ziele verfolgt die Stadt Celle bei der Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandortes? Wie werden sich die wesentlichen, heute Celle prägenden Branchen voraussichtlich entwickeln?
- Ein weiterer strategischer Ansatz: Es sollten, ausgerichtet auf ausbildende Unternehmen, Maßnahmen ergriffen werden, um Schulabgänger an Celle zu binden.
- Ein pragmatischer Ansatz: Erwünscht sind kurzfristig vorzubereitende „Handreichungen“, was Celle aktuell alles zu bieten hat. Hintergrund ist, dass Arbeitsplatzbewerberinnen und Bewerber einen möglichst guten und umfassenden Eindruck für ihren ersten Aufenthalt in Celle gewinnen und damit einen positiv besetzten, vorprägenden Eindruck von der Stadt erhalten sollen.
Generell ist das Thema „Fachkräftesicherung / Fachkräftegewinnung“ vom Initiativkreis als Basisthema für die Wirtschaftsförderung der Stadt Celle festgestellt worden. Die Zusammenarbeit auf diesen Themenfeldern wird ausdrücklich begrüßt. Es besteht Offenheit, den Initiativkreis um weitere Institutionen und Unternehmen, z.B. die IHK Lüneburg-Wolfsburg, zu erweitern.
Der Initiativkreis hat aber auch deutlich gemacht, dass er, wenn er sich weiter engagiert, erwartet, dass die Stadt Celle die Thematik mit Priorität bearbeitet und Ressourcen bereitstellt. Vor dem Hintergrund der sehr angespannten Haushaltssituation muss entschieden werden, ob die Wirtschaftsförderung das beschriebene Handlungsfeld federführend bearbeitet und grundsätzlich die Bereitschaft besteht, für noch zu entwickelnde konkrete Maßnahmen Geldmittel zu bewilligen.
