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ALLRIS - Vorlage

Mitteilungsvorlage - MV/0132/13

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Beratungsfolge

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Sachverhalt:

 

 

Ausblicke und Rückblicke

Das Diskussionspapier zum demografischen Wandel beschreibt Frauenförderung und Gleichstellung als wesentliche Inhalte der Stadt Celle. Die Themen sind als Querschnittsaufgabe in den Fachdiensten verankert. Die Gleichstellungsbeauftragte unterstützt diese Arbeit und fördert Prozesse für mehr Geschlechtergerechtigkeit. In Erweiterung des Diskussionspapiers sind hier grundlegende Thesen und Handlungsziele benannt, die mündlich ausgeführt werden.

 

 

Thesen zu Wirtschaft, Bildung und Betreuungsverantwortung

Frauen sind die Verliererinnen des demografischen Wandels, wenn sie weiterhin in schlecht bezahlten Dienstleistungsberufen arbeiten und die Hauptverantwortung für Kinder und Seniorinnen/Senioren tragen. Das „Ein-Ernährer-Modell“ sichert zukünftig den Lebensunterhalt von Familien nicht (unsichere Arbeitsplatzsituation von Frauen und Männern, Ehescheidungen usw.).

Wenn die Einkommenslücke zwischen Müttern und Vätern bestehen bleibt, verändern sich die traditionellen Rollenteilungsmodelle in Paarhaushalten nicht grundlegend. Denn Männer, die in Vollzeit oder mehr arbeiten, haben weniger Zeit zur Verantwortungsübernahme für Kinder und Seniorinnen/Senioren als Frauen in Teilzeit. Frauen sind nach wie vor Verantwortungsträgerinnen (vgl. Diskussionspapier, S. 38 f). Viele Frauen haben keine oder lediglich eine kurze Lebensphase ohne Betreuungsverantwortung. Die Verantwortung für die Großelterngeneration schließt oft unmittelbar an die Verantwortungszeit für die im Haus lebenden Jugendlichen an.

Wenn Frauen und Männer in Vollzeit arbeiten, sind sie Mehrfachbelastungen ausgesetzt. Doppelt- und Dreifachbelastungen durch Beruf und Betreuungsverantwortung können die Gesundheit gefährden (Erschöpfung, Burnout, Missbrauch von Medikamenten usw.). Das gilt insbesondere dann, wenn Menschen länger berufstätig sind (Rente mit 67) und wenn die Betreuungsverantwortung für ältere Angehörige mit bedacht wird.

Chancen für mehr Geschlechtergerechtigkeit bieten Haushalte, die wirtschaftlich in der Lage sind, Arbeitszeiten zwischen Frauen und Männern zu teilen. Inwieweit neue Lebensformen (neue Familienmodelle, Wohnmodelle) und Mehrgenerationen - Netzwerkbeziehungen dazu beitragen, Betreuungsverantwortung zwischen professionell und privat Tätigen zu teilen und Geschlechtergerechtigkeit zu fördern, muss im Blick behalten werden.

Gleichstellung kommt voran, wenn Betreuungsverantwortung geteilt wird; wenn Orte und Zeiten für das Aufdecken verdeckter Vorannahmen über Differenzen zwischen Fremden und Einheimischen, zwischen Generationen, zwischen Gesunden und Kranken sowie zwischen den Geschlechtern genutzt werden. Rollenstereotype können im Dialog überwunden werden.

 

 

Mittelfristig angelegte Themen

      Betreuung und Pflege im Geschlechterverhältnis.

      Frauen am Erwerbsarbeitsmarkt.

      Frauen-Zeit-Armut, Teil-Zeit für Männer.

      Geschlechterverhältnisse an öffentlichen Orten.

 

 

Handlungsprämissen für 2013/ 2014

      Projekt zur Frauenerwerbsarbeit in der Pflege vor Ort.

Ein Projektantrag bei der Vernetzungsstelle für Gleichberechtigung, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte für ein Kooperationsprojekt zur Sensibilisierung unterschiedlicher Handlungsebenen läuft. Kooperationen mit der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises und mit der Koordinierungsstelle Frauen und Wirtschaft von Stadt und Landkreis Celle bestehen. Es sollen Rahmenbedingungen und Strukturen erkundet und Bedarfe vor Ort ermittelt werden.

 

      Wiedereinstieg in das Erwerbsleben für Frauen nach der Familienzeit fördern (Arbeitsgruppe; Impulse für konzeptionelle Weiterentwicklungen z. B. „Neuer Start…“.

 

      Teilzeit für Männer in verschiedenen Arbeitsgruppen und Arbeitszusammenhängen diskutieren und realistische Modelle erkunden.

 

      Begegnungsorte von/für Frauen für  Diskurse über Geschlechterfragen nutzen.

 

 

Handlungsverpflichtungen und Arbeitsinhalte seit August 2012

      Kooperation mit der Gleichstellungsstelle des Landkreises (Frauenforum, Internationaler Frauentag, Arbeitskreise gegen Gewalt und für Mädchenarbeit, Aktionstag gegen Gewalt).

 

      Externe und interne Beratung.

 

      Zusammenarbeit innerhalb der Verwaltung insbesondere mit den Fachdiensten/Referaten für Personalangelegenheiten, Personalentwicklung, Personalvertretung, Presse, Kultur, Integration und Stadtteilarbeit (Stellenbesetzungen, Öffentlichkeitsarbeit z. B. Männergesundheitstag, Eléonoretag).

 

      Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle Frauen und Wirtschaft von Stadt und Landkreis Celle (Frauen-Info-Börse).

 

      Kontakt zu Öffentlichkeit und Politik (Veranstaltungen, Ausschüsse, Rat).

 

 

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