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ALLRIS - Vorlage

Mitteilungsvorlage - MV/0185/13

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Beratungsfolge

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Sachverhalt:

 

Auswirkungen sinkender Einwohnerzahlen Celles auf die Schulentwicklung

Die Stadt Celle hat als Schulträger der Grundschulen die Verantwortung, eine geeignete Bildungsinfrastruktur vorzuhalten (§ 101 Abs.1 NSchG). Die Schülerzahlentwicklung wird permanent in den Blick genommen. So geben jährliche Erhebungen/ Prognosezahlen für die kommenden Jahre einen Überblick darüber, wie viele Kinder in den einzelnen Grundschulen zur Einschulung anstehen. Schulentwicklungsplanung ist seit Jahren eng verknüpft mit der Betrachtung der demografischen Entwicklung zum einen, zum anderen mit den neuen inhaltlichen Herausforderungen, die sich aufgrund gesetzlicher Veränderungen ergeben (z. B. Schließung von Hauptschulen und Einrichtung von Oberschulen, Einführung der Inklusiven Schule). Insoweit ist das Diskussionspapier zum Demografischen Wandel kein neuer Anstoß für das Schulträgerhandeln, sondern eher Gelegenheit, die bisherigen Strategien und Maßnahmen zu reflektieren. Im Folgenden wird die Fachverwaltung daher nähere Ausführungen zu einigen in der Anlage zur BV/0079/13 genannten Punkten machen.

a) Rolle des Schulträgers

Seit Jahren geht das Verständnis des Schulträgers Stadt Celle deutlich über das eines sächlichen Schulträgers hinaus. Die Stadt hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Bildungslandschaft unter Einbeziehung aller am Bildungsprozess Beteiligten zu gestalten. Mit der flächendeckenden Einführung der Ganztagsgrundschulen und dem verstärkten Einsatz von Schulsozialarbeit hat sich die Stadt über die Legitimation Jugendhilfe stärker in die Belange von Schule eingebracht. So hat sich der Einfluss der Stadt Celle auf den Bildungsbereich sicherlich verändert. Trotz aller Anstrengungen bleibt er allerdings im Vergleich zum Kindertagesstättenbereich im Schulbereich beschränkt, da die inhaltliche Verantwortung für die pädagogische Arbeit beim Land liegt. Auch die getrennte Schulträgerschaft im Elementar- und Sekundarbereich bringt erhebliche Brüche mit sich.

 

 

 

b) Ideen aus dem finnischen Schulsystem 

Die Rahmenbedingungen im finnischen Schulsystem sind grundlegend anders als in Deutschland. Die Kommune trägt dort sowohl die sächliche als auch die inhaltliche Verantwortung. Dennoch sind in den vergangenen Jahren einige Elemente in die Arbeit der Grundschulen in Celle aufgenommen worden. An vielen Grundschulen wurde die jahrgangsgemischte Eingangsstufe eingeführt. Im Rahmen des Projektes Brückenjahr wurde ein regionales Konzept zum Übergang KTS/GS entwickelt. Im Zusammenhang mit der  Einführung der Inklusiven Schule wird über den Einsatz von multiprofessionellen Teams diskutiert.

Mit der flächendeckenden Einführung der Ganztagsgrundschulen hat die Stadt Celle ein eigenes Bildungsmodell entwickelt, dass landesweit große Beachtung gefunden hat. Über eine geeignete Vermarktung dieses Modells, um insbesondere Interesse bei jungen Familien für den Standort Celle zu wecken, sollte nachgedacht werden. 

 

 

c) Verbesserung der Bildungschancen

Eine Herausforderung für die kommenden Jahre wird es sein, die Bildungslandschaft unter den gegebenen Rahmenbedingungen weiterzuentwickeln, um die Bildungschancen für Kinder zu verbessern. Hier ist insbesondere die Qualitätsentwicklung in der Ganztagsschule, möglicherweise hin zu gebundenen Systemen, zu nennen. Insbesondere die Evaluation der Ganztagsschulen soll einen Erkenntnisgewinn bringen und Handlungsansätze zur Weiterentwicklung aufzeigen.  Auch die Umsetzung der Inklusiven Schule gilt es zusammen mit dem Land und den Schulen zu bewältigen. Dieser Prozess wird die Bildungslandschaft ebenfalls verändern.

 

 

d) Umnutzung von Räumlichkeiten

Der Rückgang der Schülerzahlen hat nicht zwangsläufig einen umfangreichen Leerstand in den Schulen zur Folge. So erfordern die vorgenannten Projekte wie Inklusion und gebundene Ganztagsschule einen höheren Raumbedarf. Auch die Erhöhung der Teilnehmerzahlen in der offenen GTS muss Berücksichtigung finden (Bedarf an zusätzlichen Gruppenräumen). Hier gilt es eine bedarfsgerechte und nachhaltige Infrastruktur im Bildungsbereich zu schaffen.

 

 

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