Beschlussvorlage - BV/0187/13
Grunddaten
- Betreff:
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Evaluation Ganztagsschule/ Antrag der SPD-Fraktion Nr. 67/2012 vom 10.07.2012
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 40 Schulen
- Zuständigkeit:
- (Stephan Kassel)
- Ziele:
- Anpassung der Infrastruktur an die Bedürfnisse des Breiten- und Leistungssports; Hilfe in schwierigen Lebenssituationen bereitstellen
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | PA |
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Erledigt
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Schulausschuss
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Vorberatung
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29.05.2013
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Erledigt
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Verwaltungsausschuss
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Vorberatung
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Erledigt
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Rat der Stadt Celle
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Entscheidung
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Nachrichtlich an folgende(n) Ortsrat/Ortsräte gem. § 3 Abs. 5 Hauptsatzung:
Beschlussvorschlag:
Der Rat beschließt die wissenschaftliche Untersuchung über die Qualität der Ganztagsgrundschulen in der Stadt Celle wie in dem Konzept der GISS vorgesehen. Die bisher im Haushalt 2013 aufgrund einer ersten Kostenschätzung veranschlagten Mittel in Höhe von 20.000,- (Produktkonto 211000.4271190) werden nicht ausreichen. Es werden daher überplanmäßig weitere Mittel in Höhe von 26.000,- bereitgestellt.
Seit der flächendeckenden Einführung der Offenen Ganztagsschule an den Grundschulen ist wiederholt, insbesondere von den politischen Vertretern unterschiedlicher Fraktionen, die Frage nach einer Evaluation der Ganztagsschule aufgeworfen worden. Der Wunsch ging dahin, ggf. auch wissenschaftlich begleitet zu untersuchen, welche Wirkungen mit dem Celler Modell erzielt werden und ob sich der erhebliche Einsatz von Finanzmitteln für die Ganztagschule lohnt.
Hinsichtlich des Zeitpunktes für eine Evaluation der Ganztagsschulen hat sich die Verwaltung bereits vor Beginn des Projektes zum Schuljahr 2008/2009 intensiv durch den damals zuständigen Referenten im Niedersächsischen Kultusministerium Helmut Temming beraten lassen. So wurde in einem Informationspapier zu Ganztagsschulen in Niedersachsen auf ein länderübergreifendes Forschungsvorhaben des Bundesbildungsministeriums (BMBF) verwiesen (Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen STEG). Hinsichtlich der Evaluation der Celler Ganztagsgrundschulen hat Herr Temming geraten, einen Zeitraum von 5 Jahren abzuwarten. Nach seiner langjährigen Erfahrung in dem Bereich hätte eine Untersuchung erst eine gewisse Aussagekraft, nachdem ein kompletter Jahrgang die GTS durchlaufen hat. Mit Ablauf des Schuljahres 2012/2013 ist dieser Zeitpunkt erreicht. Im Fokus der Evaluation soll, wie in den vergangenen Jahren auch, die Qualitätsentwicklung/ Weiterentwicklung der Ganztagschulen stehen.
Selbstverständlich hat die Verwaltung in den vergangenen 5 Jahren nicht komplett auf Evaluation verzichtet. So wurde in Zusammenarbeit mit allen Schulen im Schuljahr 2010/2011 eine Elternbefragung durchgeführt. Neben Fragen zu den zentralen Modulen wie Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung, Angebote am Nachmittag und das eingesetzte Personal hatten die Eltern Gelegenheit, Wünsche und Anregungen zu formulieren. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sind in die weitere Arbeit der Grundschulen eingeflossen. Die Eltern zeigten sich insgesamt sehr zufrieden mit der Ganztagsschule. Problembereiche wie die Verzahnung von Vor- und Nachmittag und der Hausaufgabenbereich wurden sowohl von den Schulen als auch in der Steuerungsgruppe Ganztagsschule weiter in den Blick genommen. Diese Steuerungsgruppe mit Vertretern aus Schule, Jugendhilfe und Verwaltung beschäftigt sich mit unterschiedlichen Themen, die für die Ganztagsschule von Bedeutung sind.
Die jährlichen Workshops mit allen an der Ganztagsschule Beteiligten boten Gelegenheit zum Austausch zu unterschiedlichen Themenbereichen. Viele Akteure waren bereit, gute Praxisbeispiele aus den hiesigen Ganztaggrundschulen zu präsentieren und Anregungen für die Verbesserung der inhaltlichen Ausgestaltung am Nachmittag zu geben. Interessante Anregungen hat den Mitgliedern der Steuerungsgruppe auch der Blick über den Tellerrand in Form von Hospitationen in gebundenen/teilgebundenen Ganztagsschulen in Wolfsburg gegeben.
Im Produkthaushalt der Stadt finden sich als zentrale Produktziele
a) die Vernetzung von Schule, Jugendhilfe und Hort
b) die Verzahnung von Vor- und Nachmittagsbereich sowie
c) die Qualitätsentwicklung in der Ganztagsschule.
Bisher ist im Haushalt eine Kennzahl festgelegt, die die Einbindung von Lehrerstunden in den Nachmittag abbildet. Der Anteil der Lehrer-Ist-Stunden am Gesamtlehrerstundenbudget des Landes für die Celler Ganztagschulen ist in den vergangenen Jahren von 59% auf 66% gestiegen. Die Erhebung weiterer Kennzahlen für den Ganztagsschulbereich ist mehrfach in der Steuerungsgruppe diskutiert worden, bisher konnte man sich jedoch nicht auf weitere Erhebungen verständigen.
Darüber hinaus haben erst kürzlich VertreterInnen der freien Träger, Schulen und Schulsozialarbeit gemeinsam mit VertreterInnen der Verwaltung bei einem Rückblick auf die vergangenen 5 Jahre sowohl positive Dinge benannt als auch Strategien für die weitere Bearbeitung kritischer Handlungsfelder erarbeitet. Immer wieder ist der Wille aller Beteiligten deutlich erkennbar, zur Weiterentwicklung des Celler Modells der Ganztagsgrundschulen beizutragen.
Die nun angestrebte Form der Evaluation geht über die bisherigen Ansätze hinaus.
Als zum Schuljahr 2008/2009 die Ganztagsgrundschulen an den Start gegangen sind, wurden folgende Ziele für das Projekt formuliert:
· Bildung und Erziehung aller Kinder
· Förderung ihrer individuellen Möglichkeiten
· Verzahnung des Pflichtunterrichts mit einem Bildungsangebot am Nachmittag
· Förderung von benachteiligten Kindern (Ziele: aufholende Bildung/Chancengleichheit)
· Förderung von besonderen individuellen Begabungen
· Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Die Stadt Celle hat damals zwar zusammen mit den Beteiligten die Rahmenbedingungen festgelegt. Voraussetzung für die Genehmigung der Ganztagsschulen durch das Kultusministerium war jedoch, dass jede Schule die entsprechenden Beschlüsse in den Schulgremien fasst und ihr eigenes pädagogisches Konzept für den Ganztagsschulbetrieb einreicht. Die Schulen können bei der Ausgestaltung des Ganztagsbetriebes also unterschiedliche Schwerpunkte setzen, unterschiedliche Wege gehen, was die Stadt als Schulträger und Jugendhilfeträger ausdrücklich begrüßt. So ist die Entwicklung der einzelnen Ganztagsgrundschulen, wie von der SPD-Fraktion in ihrem Antrag formuliert, in der Tat in den vergangenen Jahren auch sehr vielfältig.
Als Anlage ist dieser Vorlage das Angebot der GISS (Gesellschaft für innovative Sozialforschung und Sozialplanung e.V.) für die wissenschaftliche Untersuchung über die Qualität der Ganztagsgrundschulen in der Stadt Celle beigefügt. Herr Dr. Christian Erzberger ist als Projektleiter bei der GISS beschäftigt und wird das Konzept in der Sitzung vorstellen und für Fragen zur Verfügung stehen.
Bei der Suche nach einem geeigneten externen Begleiter für die Evaluation ist die Wahl der Verwaltung auf Herrn Dr. Erzberger gefallen. Er war bereits in der Vergangenheit für den Fachdienst 51 (Kinder-, Jugend- und Familienhilfe) beratend tätig. Herr Dr. Erzberger hat 2004 eine umfassende Begleitung der Evaluation ambulanter Hilfen im Rahmen des 2001 eingeführten Sozialraumbudgets durchgeführt. Ihm sind sowohl die örtlichen Strukturen der Stadt Celle als auch die Akteure und das Arbeitsfeld bekannt, ebenso der Celler Weg einer sozialräumlichen Ausrichtung der Jugendhilfe, die sich auch im derzeitigen Schulkonzept fortsetzt. Aufgrund der vertrauensvollen Zusammenarbeit in der Vergangenheit hat die Verwaltung mit Herrn Dr. Erzberger mehrere Gespräche geführt, ihn gebeten, ein Evaluationskonzept zu erstellen und die Kosten für diese wissenschaftliche Begleitung darzustellen.
Das Konzept enthält Ausführungen zu den Fragestellungen, den Befragtengruppen, dem organisatorischen Rahmen, der Information der Beteiligten, dem Datenschutz, dem Zeitrahmen sowie den Kosten. Zur Vermeidung von Wiederholungen wird an dieser Stelle daher auf nähere Ausführungen verzichtet.
Die Verwaltung möchte jedoch hervorheben, dass es bei der Untersuchung nicht darum gehen soll, ein Schulranking über die Qualität in der Ganztagsschule aufzustellen. Gegenstand der Evaluation soll nach Ziffer 2 des Angebotes der GISS eine Bestandsaufnahme und Weiterentwicklung der Arbeit in der Ganztagsschule sein. Dazu ist die Ermittlung von empirisch gesicherten Befunden über Teilbereiche dieser Arbeit notwendig, aus denen dann entsprechende Konsequenzen für die weitere Arbeit gezogen werden können.
Zur Auswahl der Untersuchungsgruppe führt das Angebot der GISS aus, dass es finanziell nicht machbar und nicht empirisch sinnvoll sei, an allen 15 Schulen eine Vollerhebung durchzuführen. Vielmehr sollten aus den 15 Grundschulen anhand von festgelegten Kriterien 5 Schulen ausgewählt werden, die im Wesentlichen die 15 Ganztagsgrundschulen repräsentieren. Die Kriterien werden wie folgt benannt:
· Lage im Stadtgebiet
· Größe der Schule bezogen auf die Schüleranzahl
· Sozialstruktur des Stadtteils
· Konzepte der Nachmittagsbetreuung
Kosten der Evaluation:
Zum Zeitpunkt der Planungen für den Haushalt 2013 waren die Kosten noch nicht im Detail abschätzbar. Ohne die nähere Ausgestaltung der Evaluation zu kennen, wurden in einer ersten Annahme 20.000,- veranschlagt. Wie dem Angebot zu entnehmen ist, hat die GISS die Gesamtkosten auf 39.845,09 beziffert. Hinzu kommen Kosten in Höhe von ca. 6000,- für den Einsatz von Interviewern, der von der Stadt organisiert würde. Eine Kostenersparnis könnte lediglich durch den Verzicht auf die Anzahl von Interviews bzw. durch die Verringerung der Datenmenge erreicht werden, was aus Sicht der Verwaltung jedoch nicht empfehlenswert ist (siehe Fußnote 2 des Angebotes).
Anlagen
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(wie Dokument)
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353,9 kB
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