Beschlussvorlage - BV/0198/13
Grunddaten
- Betreff:
-
Aufgaben der Wirtschaftsförderung im Zeichen des demografischen Wandels
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 80.1 Wirtschaftsförderung, Immobilien und Stadtmarketing
- Zuständigkeit:
- (Dirk-Ulrich Mende)
- Ziele:
- 20. Förderung der örtlichen Wirtschaft
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | PA |
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●
Erledigt
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Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Liegenschaften
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Entscheidung
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12.06.2013
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Beschlussvorschlag:
Der Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing empfiehlt den Gremien, die über die Zusammenfassung der Ergebnisse zum Verwaltungsbericht „Demografischer Wandel“ entscheiden, folgende Beschlüsse:
- Die Wirtschaftsförderung ist ein zentraler Querschnittbereich mit Verbindungen in die Gesamtverwaltung. Zur Bewältigung des demografischen Wandels nimmt sie eine wichtige Rolle bei der Weiterentwicklung, Stärkung und Profilierung des Wirtschaftsstandortes Celle sowie bei der Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen ein.
- Die Wirtschaftsförderung trägt zu einem positiven örtlichen Wirtschaftsklima bei. Sie kümmert sich um alle an sie gerichteten unternehmerischen Belange. Sie ist für die Unternehmen „Anwalt und Lotse“ innerhalb der Verwaltung und zu externen Partnern.
- Im Zeichen des demografischen Wandels werden die in dieser Beschlussvorlage umrissenen fünf Aufgabenfelder als die für die nächste Zeit wesentlichen Aufgaben der Celler Wirtschaftsförderung festgelegt.
Sachverhalt:
Im Zeichen des demografischen Wandels steht auch die Wirtschaftsförderung vor besonderen Herausforderungen. Der Verwaltungsbericht „Demografischer Wandel – Diskussionspapier und Demografiemonitor für Celle“ stellt die Wirtschaftsförderung in einen thematischen Bezug zum Stadtmarketing. Denn Städte stehen untereinander in einem Standortwettbewerb. Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing tragen durch ihre Ziele, Aufgaben und über ihre Maßnahmen dazu bei, dass sich Städte im Standortwettbewerb positionieren.
Im Zuge des demografischen Wandels wird es die Aufgabe der Wirtschaftsförderung sein, Celle als regionales Wirtschaftszentrum weiter zu stärken und zu profilieren. Im Verwaltungsbericht „Demografischer Wandel …“ werden folgende bedeutsame Aspekte gesehen (Zitat S. 73):
- „Im Marketing und in der Wirtschaftsförderung mit ihren standortsichernden Aufgaben“ liegen „die wesentlichen Weichenstellungen überhaupt.
- Das Standort- und Stadtmarketing muss konzeptionell gut aufgestellt sein.
- Begonnene Diskussionen, was und wie wir als Stadt sein wollen, sollten fortgesetzt und zu einem Ergebnis gebracht werden.
- Neben einer guten Bestandpflege vorhandener Betriebe sind neue Handlungsfelder wie Geothermie zu erschließen und auszubauen.
- Anforderungen der Betriebe zur Erweiterung der Anlagen sollten mit einem entsprechenden Gewerbeflächenmanagement in Qualität und Quantität abgesichert werden.
- Die Dienstleistungsqualität in der Verwaltung sollte mit Qualitätsversprechen abgesichert werden.
- Bei Störungen (z. B. Baugenehmigungsverfahren) sollte die Wirtschaftsförderung stets eingebunden werden.
- Intern sollte die Wirtschaftsförderung zu einem Querschnittsdienst aufgebaut werden.
- U. v. m.“
Aus Sicht der Wirtschaftsförderung werden im Zuge des demografischen Wandels für die nächsten Jahre folgende Schwerpunktaufgaben gesehen:
- Die Pflege des Unternehmensbestandes ist der Schlüssel zur Sicherung und zum Wachstum von Unternehmen und Arbeitsplätzen. Die Anzahl der sozialversicherungspflichtig in Celle Beschäftigen ist dafür ein geeigneter Indikator. Nicht nur in der Wirtschaftsförderung, sondern auch in anderen unternehmensrelevanten Fachdiensten gilt es, stetig an einer unternehmensbezogenen Serviceorientierung zu arbeiten und Hilfeersuchen schnell und mit einer hohen Qualität zum Ergebnis zu führen.
- Die Neuansiedlung von Unternehmen und Existenzgründungen werden bestmöglich unterstützt. Die Verfügbarkeit von Gewerbeflächen, eine gute Infrastruktur, die Verfügbarkeit von Fachkräften sowie eine ausgeprägte Lebensqualität am Standort sind hier unerlässlich. Es sei allerdings darauf hingewiesen, dass allgemein das Arbeitsaufkommen in der Neuansiedlung von Unternehmen in den Wirtschaftsförderungen in Deutschland rückläufig ist, da Wanderungsbewegungen und Expansionsbestrebungen von Unternehmen seltener geworden sind. Die Intensität von Existenzgründungen ist von Konjunkturzyklen abhängig.
- Die Positionierung der Stadt unter dem Motto „Celle – Stadt mit Energie“ wird fortgesetzt und intensiviert. Als europaweites wirtschaftsbezogenes Alleinstellungsmerkmal wird die Energieservicebranche mit den Schwerpunkten Erdöl, Erdgas und Erdwärme weiterhin kommuniziert. Die Kommunikationsstrategie wird erweitert um andere Unternehmen, die mit ihren Produkten und Lösungen zu CO2-Einsparungen und somit zu einer Klimaverbesserung beitragen. Auch andere Branchen, die zurzeit weniger im Fokus einer öffentlichen Kommunikation stehen, aber zu einer Profilierung Celles beitragen, werden stärker hervorgehoben. Als hierfür besonders geeignet werden die Themen Wasser, Papier und Druck, Industriediamanten, Sondermaschinenbau und energetisches Bauen/Sanieren gesehen.
- Die Standortwerbung für die Anwerbung von qualifizierten Fachkräften wird zum Schwerpunktthema für die Wirtschaftsförderung. Unter Wirtschaftsförderern wird heutzutage allgemein darüber gesprochen, dass es mittlerweile wichtiger sei, Fachkräfte „anzusiedeln“ als Unternehmen. In der Sitzung des Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing vom 27.11.2012 wurde ein Beschluss gefasst, geeignete Maßnahmen vorzubereiten. In der Projektarbeit der Wirtschaftsförderung soll die Aufgabe künftig die erste Priorität einnehmen. Die umrissene Aufgabenstellung eignet sich auch in besonderer Weise für eine regionale Zusammenarbeit z.B. mit der IHK und dem Landkreis Celle.
- Die Fachkräfteanwerbung richtet sich ausdrücklich auch an Personen mit Migrationshintergrund und an die Heranführung von Personen mit schwierigem persönlichem Hintergrund an das Arbeitsleben. Deutschland ist ein Einwanderungsland. Die Wirtschaft wünscht sich flexibilisierte Rahmenbedingungen für die Zuwanderung von Fachkräften. Hier sind andere Ebenen gefordert. Auf kommunaler Ebene kann aber unter den geltenden Rahmenbedingungen gezielt auch im Ausland auf Arbeitsmöglichkeiten in Celle hingewiesen werden. Die Celler Wirtschaftsförderung will künftig Wege erkunden, wie und wo dies geschehen kann, und den Gremien entsprechende Maßnahmen vorschlagen. – Dem in der Celler Wirtschaftsförderung verankerten Projekt Pro Aktiv-Center Celle (PACE) kommt auch künftig eine besondere Bedeutung bei der Heranführung von Jugendlichen mit multiplen Eingliederungshemmnissen an den Arbeitsmarkt eine besondere Bedeutung zu.
Mit Bezug auf diese Schwerpunktaufgaben im Kontext des demografischen Wandels wird die Aussage des Verwaltungsberichtes: „Intern sollte die Wirtschaftsförderung zu einem Querschnittsdienst aufgebaut werden.“ (Zitat, S. 73) sehr positiv gesehen. Im Kern ist die Wirtschaftsförderung schon jetzt ein Querschnittsdienst mit Verbindungen in die Gesamtverwaltung. Wie diese Rolle zweckmäßigerweise weiter ausgebaut und in der Aufbau- und Ablauforganisation im Fachdienst selbst und fachdienstübergreifend ausgestaltet werden kann, wäre durch die Verwaltung zu erarbeiten.
