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ALLRIS - Vorlage

Mitteilungsvorlage - MV/0274/13

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Beratungsfolge

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Sachverhalt:

Die Wählergemeinschaft hat die Verwaltung um Darstellung des Kostenaufwandes eines Betreuungsplatzes

-          in einer städtischen Kindertagesstätte,

-          in einer Kindertagesstätte eines externen Trägers sowie

-          in einer privat geführten Kindertagespflegestelle

gebeten.

Hierzu soll ein Durchschnittswert ermittelt werden, welcher aus allen Einrichtungen im Stadtgebiet ermittelt wird. Zur Ermittlung der Daten ist ein detaillierter Fragenkatalog beigefügt.  Bezüglich der Inhalte des Fragenkatalogs verweise ich auf den Antrag.

Ziel soll es sein, die Kosten effektiver gestalten zu können. Neben der Bedarfsermittlung und der Qualitätssicherung soll auch eine vernünftige Kosten / Nutzen – Relation beachtet werden.

Zunächst weist die Verwaltung darauf hin, dass die Abarbeitung des detaillierten Fragenkatalogs mit dem zur Verfügung stehenden Personal nicht erfolgen kann. Neben den Erhebungen im eigenen Haus wären zeitintensive Ermittlungen bei allen Trägern zu allen Einrichtungen erforderlich, die zusätzlich nicht geleistet werden nnen.

Darüber hinaus ist die Errechnung lediglich eines Durchschnittswertes je Träger (Stadt/ freie Träger) aus Sicht der Verwaltung nicht zielführend, zumal die Strukturen der einzelnen Betreuungsarten (halbtags, ganztags, altersübergreifend, integrativ oder Krippe) allein durch die rechtlichen Vorgaben wie beispielsweise Festlegung Gruppengrößen oder Quadratmeterzahlen zu unterschiedlich sind.


Zudem müssen die Betreuungsangebote unter Berücksichtigung dieser Vorgaben an die zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten angepasst werden. Es gibt beispielsweise Einrichtungen, in denen die Räume aufgrund der Größe eine Betreuung von 25 Kindern pro Gruppe nicht zulassen oder aber bei den Betreuungsformen eine geringere Höchstgrenze (15 Krippenkinder) vorgeschrieben ist. Betrachtet man hier mit den Personalkosten den größten Kostenfaktor, ist es egal ob 15, 20 oder 25 Kinder betreut werden. Die Personalkosten bleiben gleich, allerdings unterscheiden sich die Kosten bei den Betreuungsformen, da sich diese auf unterschiedliche Platzzahlen verteilen.

Es werden jedoch jährlich mit den freien Trägern Verhandlungen über die Pro-Platz-Kosten geführt, bei denen die Ausgaben und Einnahmen auf dem Prüfstand stehen. Ebenso werden die Kosten für die städtischen Einrichtungen ermittelt. Die Ergebnisse fließen in den hrlich erstellten Kennzahlenbericht ein, der auch Bestandteil des Haushaltsplanes ist. Hier werden die Kosten je Träger (Stadt/fr. Träger) bei den einzelnen Betreuungsformen dargestellt, so dass hier ein Vergleich möglich ist. Der Entwurf des Kennzahlenberichts 2013 ist als Anlage beigefügt.

Dass die Pro-Platz-Beträge der freien Träger unter denen der Stadt liegen, lässt sich dadurch erklären, dass die freien Träger teilweise einen Eigenanteil einbringen. Hier ist aber zu erwarten, dass sie Differenz mit der Zeit geringer wird, da bei der Schaffung neuer Betreuungsplätze der Eigenanteil nicht erhöht wird sondern sich auf mehr Plätze verteilt. Werden Betreuungsplätze reduziert, wird sich auch der Eigenanteil verringern.

Hinsichtlich der Tagespflege ist anzumerken, dass diese kostenmäßig im Vergleich zu den Betreuungsformen in den Kindertageseinrichtungen konkurrenzlos ist. Dieses ist allein dadurch bedingt, dass keine Infrastruktur für die Betreuung vorgehalten werden muss. Es darf dabei jedoch nicht außer Acht gelassen werden, dass die Kindertagespflege lediglich ein ergänzendes Betreuungsangebot sein kann. Die unterschiedliche Qualifizierungsvoraussetzung von Tagespflegepersonen (Qualifizierungslehrgang von 200 Stunden zzgl. Praktikum) gegenüber Erzieher/innen (vier Jahre Ausbildung) bringt schon mit sich, dass es Qualitätsunterschiede bei den Bildungs- und Erziehungsaspekten gibt.

Des Weiteren hat die Verwaltung wenig Einfluss auf das zeitliche Betreuungsangebot, da dieses ausschließlich von den einzelnen Tagespflegepersonen festgelegt wird. Außerdem kann nicht verhindert werden, dass Betreuungsplätze wegbrechen, weil sich Tagespflegepersonen - mitunter kurzfristig – entscheiden, kein Angebot mehr zu machen. Die fehlenden Plätze müssen dann über eine Kindertagesstätte kompensiert werden.

Insofern ist aus Sicht der Verwaltung ein kostenmäßiger Vergleich zwischen der Betreuung in einer Kindertageseinrichtung und in der Kindertagespflege nicht geboten.

Der Wählergemeinschaft kommt es darauf an, den Familien gute, verschiedene Betreuungsmöglichkeiten anbieten zu können. Dieses ist in Celle gegeben. Es wird Wert darauf gelegt, dass es eine Angebotsvielfalt in der Stadt gibt, was schon durch die Trägervielfalt mit den unterschiedlichsten Pädagogikkonzepten deutlich wird.

Bei der Bedarfsermittlung, der Qualitätssicherung, den unterschiedlichen Betreuungsformen und Pädagogikangeboten achtet die Verwaltung stets auf wirtschaftliches Handeln und einen vernünftigen Umgang mit den Steuergeldern. Dass eine Vielfalt der Betreuungsangebote ein Standortfaktor für junge Familien ist, wird dabei berücksichtigt.

 

Bewertet man die Angebote darüber hinaus nur nach den Kosten, kann dieses dazu führen, dass die Angebotsbreite geringer wird, da eine etwas teurere Pädagogikform aus eben diesen Kostengründen gestrichen werden müsste. Somit würde die Attraktivität des Wohnortes für junge Familien eher geringer werden und einer kontraproduktiven Entwicklung Vorschub leisten.

 

 

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Anlagen

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