Beschlussvorlage - BV/0048/14
Grunddaten
- Betreff:
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Standortmarketing zur Fachkräfteanwerbung/Fachkräftesicherung
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 80.1 Wirtschaftsförderung, Immobilien und Stadtmarketing
- Zuständigkeit:
- (Dr. Susanne Schmitt)
- Ziele:
- 20. Förderung der örtlichen Wirtschaft; 22. Profilbildung und Positionierung im Städtewettbewerb (Standortmarketing)
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | PA |
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Erledigt
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Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Liegenschaften
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Vorberatung
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04.03.2014
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Erledigt
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Verwaltungsausschuss
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Entscheidung
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Beschlussvorschlag:
Der Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing empfiehlt, zur Standortwerbung für die Fachkräftegewinnung/Fachkräftesicherung der Verwaltung Mandate zu erteilen:
- Mit dem Aufbau einer Social Media-Plattform in Facebook sowie mit der Organisation einer Patenschaft für berufliche Neuankömmlinge soll begonnen werden.
- Zur Realisierung einer zielgruppenspezifischen Website, von Printprodukten, einer Teilnahme auf Recruiting-Messen sowie für eine Bewerberbörse sind Detailplanungen vorzunehmen und Kosten zu kalkulieren. Vor der Umsetzung jeder einzelner dieser Maßnahmen wird ein gesonderter Beschluss eingeholt.
- Für die Detailplanung und für die Umsetzung aller Instrumente soll die Zusammenarbeit vor allem mit dem Landkreis Celle und der IHK Lüneburg-Wolfsburg gesucht werden.
Sachverhalt:
Die Standortwerbung für die Anwerbung von qualifizierten Arbeitskräften soll in den nächsten Jahren ein Schwerpunktthema der Wirtschaftsförderung sein. Dies wurde im Zeichen des demografischen Wandels grundsätzlich beraten und entschieden (vgl. BV/0189/13). Nunmehr legt die Verwaltung ein Kurzkonzept vor, um geeignete Maßnahmen vorzustellen.
Im Zuge des demografischen Wandels beklagen mittlerweile viele Unternehmen einen Fachkräftemangel. Sie versuchen, mit eigenen Maßnahmen das Problem zu lindern. Was weitestgehend fehlt, ist eine überregional wahrnehmbare Plattform und aufeinander abgestimmte Instrumente für Stadt und Landkreis Celle, die anschaulich beschreiben, warum es sich lohnt, in Celle zu arbeiten und zu leben.
Die Maßnahmen bzw. Instrumente, die unten näher beschrieben werden, dienen der Umsetzung folgender Ziele:
- Standortmarketing: Erhöhung des Bekanntheitsgrades von Celle als Wirtschaftsstandort
- Schaffung einer positiven Stimmung, Celle als Arbeits- und möglichst auch als Wohnort zu wählen
- Schwerpunkte der Zielgruppenansprache: zunächst auf Ingenieur-/Technikberufe, Handwerk und Pflegeberufe
- Bindung von Jugendlichen an den Ausbildungsstandort Celle
- Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der Celler Unternehmen
Da es am Wirtschaftsstandort Celle (und nicht nur hier) starke Stadt-Umland-Beziehungen gibt, steht in der vorgesehenen inhaltlichen Darstellung „Celle“ nicht immer ausschließlich für die Stadt Celle, sondern soll ausdrücklich den Landkreis sowie die Lagevorteile in der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg mit einbeziehen. Wer beispielsweise in Celle arbeitet, mag je nach individueller Lebenslage seinen Wohnstandort in einer Nachbargemeinde haben und zum Einkaufen und für Nutzung kultureller Angebote hin und wieder auch in eine benachbarte Großstadt fahren. Die vielfältigen Möglichkeiten, die zur Lebensqualität am Standort Celle beitragen, gilt es, für potenzielle Zuzügler, die sich für eine Arbeitsstätte in Celle und Umgebung interessieren, bestmöglich und nach Zielgruppen und Lebenslagen segmentiert (Auszubildende, Uni-Absolventen, Celler-Rückkehrer[innen], Fach- und Führungskräfte mittleren Alters mit [junger] Familie, etc.) zu kommunizieren.
Gerade aufgrund der Stadt-Umland-Beziehungen und zur Realisierung einer verbesserten überregionalen Wahrnehmung der zu schaffenden Instrumente (siehe unten) wird in der Aufgabe der Fachkräfteanwerbung die regionale Zusammenarbeit insbesondere mit dem Landkreis Celle und der IHK Lüneburg-Wolfsburg, aber auch mit weiteren Institutionen gesucht. Informelle Gespräche mit den genannten potenziellen Partnern haben bereits stattgefunden. Eine Vertiefung und die Besprechung einer ggf. arbeitsteiligen Vorgehensweise sollte aus Sicht der Verwaltung erfolgen, sobald sie hierfür das Mandat erteilt bekommt. Für die Reflexion fachlicher Anliegen werden Personalverantwortliche und Geschäftsführer(innen) ortsansässiger Unternehmen hinzugezogen. Bei Bedarf kann auch eine von der Wirtschaftsförderung initiierte Arbeitsgruppe aus Unternehmensvertreter(innen), die zu dem Generalthema schon mehrfach tagte, aktiviert werden.
Zur Begegnung des Fachkräftemangels werden mit dem Fokus Standortmarketing zwei Maßnahmenpakete vorgeschlagen:
1) Aufbau einer verbesserten Wahrnehmung der Stadt Celle als attraktiver Arbeits- und Lebensstandort für die dargestellte Zielgruppe.
Hierbei sollen neben der aktuellen städtischen Internetplattform insbesondere Social Media Instrumente eingesetzt werden, um der Stadt Celle ein junges, frisches Image zu geben. Ggf. könnten dies mit einem neuen Claim im Rahmen dieser Maßnahme unterstützt werden.
Einzusetzende Instrumente:
- Social Media:
Zu Projektbeginn wird der Aufbau einer Facebookseite vorgeschlagen, da dieses Medium eine sehr hohe Verbreitung hat, grundsätzlich von allen Nutzern zugänglich ist sowie schnell und ohne hohe Kosten eingerichtet werden kann. Mögliche Inhalte aus den Bereichen Arbeit, Wohnen, Freizeit und Kultur, Bildung, Versorgung sind grundsätzlich vorhanden und müssten zielgruppengerecht zusammengestellt werden. Durch Facebook können sich zudem Communities bilden und z.B. „gesetzte Neubürger“ Rat und Information einbringen.Mit der Umsetzung könnte sofort nach Projektstart begonnen werden.Zu prüfen ist der Einsatz weiterer Social Media Instrumente wie Twitter, Google+, oder Youtube.
- Internet:
Aufbau einer zielgruppenorientierten Internetpräsenz. Struktur und Inhalte sollen im Wesentlichen mit der Facebookseite übereinstimmen, so dass hier keine zusätzliche inhaltliche Arbeit anfällt. Ein Augenmerk soll aber auf die Berücksichtigung von unterschiedlichen Lebenslagen liegen. Aus dem neuen Internetportal kann als „Nebenprodukt“ eine Mobilversion für Smartphones entstehen. Die Erstellung einer APP-Version für Apple und Android Tabletts / Smartphone muss hinsichtlich Aufwand und Kosten noch geprüft werden.
- Zentrale Anlauf- und Beratungsstelle:
Für neue Arbeitnehmer in Celle sollte zur besseren Orientierung und zentralen Beratung eine Art „Incoming Agentur“ eingerichtet werden. Damit ist keine neue Institution gemeint, sondern Hilfestellungen im Sinne einer Patenschaft für neuankommende Berufstätige. Diese Rolle soll in der Wirtschaftsförderung angesiedelt sein und mit vorhandenem Personal abgedeckt werden. In der Umsetzung stehen die Mitarbeiter des Fachdienstes als Paten zur Verfügung und begleiten neue Arbeitnehmer(innen) in allen Fragen zum Start in das Celler Berufsleben. Für neue Arbeitnehmer(innen) könnten zudem Gruppenführungen durch Celle organisiert werden, um den Einstieg in Celle als Arbeits- und Wohnstandort zu erleichtern. Ggf. könnten hier auch „gesetzte Neubürger“ teilnehmen und mit Rat und Informationen zur Verfügung stehen. Celler Neubürger können sich so untereinander kennenlernen und besser in das neue Lebensumfeld integrieren.
2) Unterstützung der Celler Unternehmen bei Darstellung der Berufs- und Arbeitsplatzangebote in der Region Celle
Einzusetzende Instrumente:
- Printmedien:
Für Celler Unternehmen wird eine Broschüre / Flyer erstellt und als PDF und/oder gedruckte Version zur Verfügung gestellt, die für ausgewählte Bereiche (Arbeiten, Wohnen, Kultur, Bildung) ein positives Image darstellt und auf die o. g. Instrumente hinweist. Ggf. sollte hier auch die Vielfalt der interessanten Berufsfelder und Arbeitsplätze abgebildet werden, die bei Arbeitsplatzsuchenden über die Region Celle hinaus oft nicht bekannt sind.
Die Firmen können die Materialien für die Personalakquise und Bewerbungsverfahren nutzen.
- Recruiting Messen:
Im Rahmen der Hannover Messe findet jährlich auf dem Messegelände der „Job and Career Market“ statt. Renommierte Großunternehmen und Mittelständler nutzen dort die Möglichkeit, Ingenieure, Techniker, Auszubildende etc. zu akquirieren. Vereinzelt haben Celler Unternehmen bereits am „Job and Career Market“ teilgenommen. Die Stadt Celle sollte sich dort mit einem Gemeinschaftsstand präsentieren und den Arbeitsstandort Celle mit seinen vielfältigen Berufsmöglichkeiten insbesondere für Ingenieure und Techniker darstellen. Interessierte Unternehmen habe die Möglichkeit, ihre Jobangebote zu platzieren. So könnte der in den letzten Jahren durch die Wirtschaftsförderung organisierte Celler Gemeinschaftsstand von der Fachmesse „Energy“ probehalber in den „Job and Career Market“ mit neuem inhaltlichen Schwerpunkt umziehen. Die Wirtschaftskompetenz Celles ließe sich auch in dieser Weise sehr gut nach außen kommunizieren. Der finanzielle Aufwand für einen Messestand im Career Market wäre aufgrund des geringeren Flächenbedarfes und der kleineren Standbaus wesentlich geringer. Alternativ könnte an kleineren regionalen Jobmessen oder an den die jährlich statt findenden „Career Days“ in der Leibniz Universität Hannover teilgenommen werden.
- Bewerberbörse
Nach laufenden Bewerbungsverfahren werden viele gute potentielle Arbeitnehmer(innen) nicht in der Region gehalten, da in dem jeweiligen Unternehmen nicht entsprechend viele Arbeits- bzw. Ausbildungsplätze besetzt werden. Möglicherweise könnten sich aber andere Unternehmen für abgesagte Bewerber(innen) interessieren. Hier könnte eine Koordinierungsstelle tätig werden und mit Zustimmung von Unternehmen und Arbeitssuchenden vermittelnd tätig werden. Auf die Weise würde sich ein Celler Bewerberpool aufbauen, der alle Celler Unternehmen bei der Suche und Auswahl von Facharbeitskräften unterstützt.
Eine Recherche und Analyse zweckmäßiger Inhalte ergab, dass die für die geplanten instrumentellen Umsetzungen als wesentlich erachteten Informationen im Allgemeinen vorliegen, aber stärker einer zielgruppenorientierten Zusammenstellung bedürfen. Dieser Arbeitsschritt steht als Nächster an. Anschließend soll die inhaltliche und technische Realisierung eines Facebook-Angebotes vorgenommen sowie die Einrichtung einer Patenschaft im Sinne einer Incoming Agentur organisiert werden. Beide Angebote sind mit den bestehenden Personalressourcen darstellbar und bedürfen aus heutiger Sicht keiner besonderen finanziellen Ausstattung.
Für die weiteren geplanten Instrumente, wie ein spezialisierter Internetauftritt, Printmedien, die Teilnahme auf Recruiting-Veranstaltungen und eine Bewerberbörse, bedarf es zunächst einer Detailplanung, zu der auch eine Kostenplanung gehört. Vor einer Umsetzung kosten-intensiver Maßnahmen wird eine Beschlussfassung in der Politik eingeholt.
