Mitteilungsvorlage - MV/0004/15
Grunddaten
- Betreff:
-
Ziele und Ausrichtung der Wirtschaftsförderung nach der Neuorganisation der Verwaltung
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Mitteilungsvorlage
- Federführend:
- 80.1 Wirtschaftsförderung, Immobilien und Stadtmarketing
- Zuständigkeit:
- (Dirk-Ulrich Mende)
- Ziele:
- Sicherung und Schaffung von kommunalen Strukturen für Arbeit und Wirtschaft
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | PA |
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●
Erledigt
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Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Liegenschaften
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Anhörung
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12.03.2015
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Sachverhalt:
Die freiwillige kommunale Aufgabe „Wirtschaftsförderung“ gehört seit der Inkraftsetzung der neuen Aufbauorganisation der Verwaltung am 17.11.2014 zum unmittelbaren Verantwortungsbereich des Oberbürgermeisters. Dies bietet den Anlass, die Ziele und die Ausrichtung der Wirtschaftsförderung, die zuletzt im Zuge der Diskussion der Bewältigung des demografischen Wandels reflektiert wurden (vgl. BV/0198/13), zu aktualisieren und mit neuen Aufgaben für die nächste Zeitperiode zu ergänzen.
Ausdrücklich wird hier ein strategischer Handlungsrahmen beschrieben, der im operativen Geschäft Handlungsspielräume eröffnen und unter sich ändernden Rahmenbedingungen aufrechterhalten soll. Maßnahmen werden stichwortartig und ohne Anspruch auf Vollständigkeit angesprochen und bewusst nicht in ihren detaillierten Prozessschritten dargestellt. Sollten Maßnahmen mit Sachkosten oder Investitionen verbunden sein, werden sie zu gegebener Zeit gesondert beraten und entschieden.
Werden neue Maßnahmen in Angriff genommen, findet zunächst eine aufgabenbezogene Bestandsaufnahme und Analyse statt, bevor Maßnahmen konzipiert und umgesetzt werden. In vielen Fragestellungen arbeitet die Wirtschaftsförderung auch künftig mit externen Partnern, wie z.B. der IHK, der HWK, dem DEHOGA, der Agentur für Arbeit und dem Landkreis Celle zusammen.
Allgemeine Ziele der Wirtschaftsförderung:
Die Wirtschaftsförderung ist ein zentraler Querschnittbereich mit Verbindungen in die Gesamtverwaltung. Sie nimmt eine wichtige Rolle bei der Weiterentwicklung, Stärkung und Profilierung des Wirtschaftsstandortes Celle sowie bei der Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen ein.
Die Wirtschaftsförderung trägt zu einem positiven örtlichen Wirtschaftsklima bei. Sie kümmert sich um alle an sie gerichteten unternehmerischen Belange. Sie begleitet die Interessen örtlicher Unternehmen bei Problemstellungen innerhalb der Verwaltung und gegenüber externen Partnern und moderiert und vermittelt Lösungen im Sinne der Unternehmen.
Über geeignete Maßnahmen z.B. im Bereich der einzelbetrieblichen Förderung und Unterstützung, in der Standortentwicklung und des Standortmarketings engagiert sich die Wirtschaftsförderung an der Verbesserung des Wirtschafts- und Investitionsklimas.
Alle diese Zielsetzungen dienen der Stärkung der Finanzkraft der Stadt und der Erhöhung der Gewerbesteuereinnahmen.
Handlungsfelder der Wirtschaftsförderung
- Pflege des Unternehmensbestandes
Die Pflege des Unternehmensbestandes ist auch weiterhin die Aufgabe mit höchster Priorität. Hier geht es darum, gute Kontakte in die Unternehmen hinein zu pflegen und ihnen bei Hilfeersuchen, die die Verwaltung, den Standort oder andere Problemstellungen betreffen, bestmögliche, schnelle und qualitätsorientierte Unterstützung zu bieten und spezifische Lösungen zu erarbeiten. Das betrifft sowohl verwaltungsinterne Belange, wie z.B. Fragestellungen mit Planungs- und Baubezug, Genehmigungsverfahren, etc., als auch einzelbetriebliche Förderung, Existenzgründungsberatung, Betriebsnachfolge, Mitwirkung in Unternehmensnetzwerken, Kooperationsanbahnung, Technologietransferberatung, eigene Netzwerkveranstaltungen (Dämmerschoppen, Neujahrsempfang), gemeinsame Messeauftritte, etc.
Dabei werden immer die Sicherung und das Wachstum der Unternehmen und von Arbeitsplätzen im Blick gehalten. Es gilt, die Unternehmenszufriedenheit mit dem Standort zu verbessern. Dies betrifft keineswegs die Arbeit der Wirtschaftsförderung allein. Es gilt hier für die Gesamtverwaltung, Veränderungsprozesse anzustoßen und zu begleiten, die auf mehr wirtschaftsfreundliches Handeln hinwirken.
- Unternehmensansiedlungen
Die Ansiedlung neuer Unternehmen ist ein weiterer wesentlicher Aspekt und kann vielleicht als „Highlight“ in der Arbeit der Wirtschaftsförderung bezeichnet werden. Die Verfügbarkeit von Gewerbeflächen, eine gute Infrastruktur, die Verfügbarkeit von Fachkräften sowie eine ausgeprägte Lebensqualität am Standort sind hier unerlässlich. Hierbei gilt es zu berücksichtigen, dass allgemein die Neuansiedlung von Unternehmen durch die Wirtschaftsförderungen in Deutschland rückläufig ist und Großansiedlungen extrem selten sind, da Wanderungsbewegungen und Expansionsbestrebungen von Unternehmen nachgelassen haben. Die Intensität von Existenzgründungen ist außerdem auch von Konjunkturzyklen abhängig.
Zunächst einmal geht es um eine bestmögliche, qualitätshaltige Begleitung von Ansiedlungsanfragen und der Herbeiführung von Unternehmensentscheidungen für eine Ansiedlung in Celle. Hier ist ein enges Zusammenwirken insbesondere mit dem Baudezernat unerlässlich.
Künftig will die Wirtschaftsförderung diese Arbeit allerdings um neue strategische Elemente ergänzen:
2.1 Strategieentwicklung für die überregionale Vermarktung von Gewerbeflächen
Da Ansiedlungen neuer Unternehmen überwiegend im Zuge regionaler Wanderungsbewegungen stattfinden, soll im Standortmarketing erarbeitet werden, wie generell mehr Aufmerksamkeit für den Standort Celle geweckt werden kann, vorzugsweise im regionalen Umfeld. Die Lagebeziehung zu Hannover und seinem nordöstlichen „Speckgürtel“ bedarf hier einer besonderen Betrachtung.
Besondere Bedeutung könnte dies bereits für die Entwicklung und Vermarktung des künftigen Gewerbegebietes in Celles Süden mit unmittelbarem Anschluss an die B3 neu erlangen, wird aber auch alle anderen Gewerbegebiete und -standorte beinhalten.
2.2 Konzeption eines Gründungszentrums
Der Zweckbindungszeitraum des Osteuropa-Centrums Niedersachsen (OECN) als Gründungszentrum vorzugsweise für Repräsentanten und Unternehmen aus den ehemaligen GUS-Staaten endet Mitte 2018. Für die Zeit danach soll eine Konzeption erarbeitet und die Machbarkeit ermittelt werden, ob in Celle ein Gründungszentrum für Unternehmen vor allem mit gewerblich-technischen Hintergrund, beispielsweise in Bezug zur Branche Erdöl-, Erdgas-, Erdwärmeservices, darstellbar ist. Dabei wäre u.a. zu analysieren, ob der Bedarf hinreichend ist und welche räumlichen Anforderungen benötigt würden.
2.3 Stimulierung von Investitionen und Unternehmensansiedlungen in der Innenstadt Weiterentwicklung des Handelsstandortes
Die Celler Innenstadt ist im regionalen Umfeld nach wie vor ein attraktives Einkaufszentrum – neben Lüneburg als einziges Oberzentrum zwischen den Metropolkernen Hamburg und Hannover. In den 1A-Lagen sind zwar mittlerweile zahlreiche Filialisten mit namhaften Marken vor allem aus dem Bereich Mode/Optik anzutreffen. Andere Lagen sind aber nach wie vor stark durch inhabergeführte Strukturen geprägt.
Die Innenstadt ist aber nicht frei von strukturellen Problemen. Diese korrespondieren vor allem mit der historischen, nahezu immer denkmalgeschützten Bausubstanz und damit verbundener Instandhaltungsrückstaus vor allem in den Obergeschossen und in den rückwärtigen Bereichen der Gebäude und Grundstücke. Eine über die letzten Jahre einigermaßen stabile Leerstandquote von knapp 10 % bezogen auf die Anzahl der Gebäude und etwa 7,5 % in Bezug auf die Gesamt-Verkaufsfläche ist aber vor allem auch ein Ergebnis des weiter zunehmenden Online-Handels, der dem stationären Handel Kaufkraft entzieht.
Während sich die Stadtentwicklung mit der Aufgabe der Städtebauförderung zusammen mit den jeweiligen Eigentümern in den nächsten Jahren intensiv um die Sanierung vieler Objekte kümmern wird, strebt die Wirtschaftsförderung als eine Schwerpunktaufgabe für die nächsten Jahre Maßnahmen an, die helfen sollen, Immobilien in eine zeitgemäße Nachfolgenutzung zu überführen und so die Zahl der Leerstände zu reduzieren. Dazu arbeitet sie bereits jetzt eng in der verwaltungsinternen Steuerungsgruppe Altstadt mit. Die erfolgreiche Eigentümerversammlung mit über 100 Eigentümern sowie die Fortsetzung in weiteren Quartiersversammlungen bietet erstmals die Gelegenheit, Städtebauförderung und Wirtschaftsförderung gemeinsam und abgestimmt anzugehen.
Zu den elementaren Grundlagen der Aufgabenstellung gehört der Aufbau eines qualifizierten Leerstandmanagements, das über die Leerstandzählung deutlich hinausgeht. Eine möglichst gute Kenntnis über die Beschaffenheit der Immobilien und die Verwertungsinteressen der Eigentümer gehören ebenso dazu wie die Frage, welche Bedarfe in der jüngeren Vergangenheit platziert oder nicht platziert werden konnten.
Eine weitere Arbeitsgrundlage ist die gute Kenntnis und die Auseinandersetzung mit aktuellen Trends in Handel, Gastronomie und innenstadtaffinen Dienstleistungen vor dem Hintergrund der sich wandelnden Anforderungen und Konkurrenzsituation.
Neue Handels- und Gastronomie-Unternehmungen in der Innenstadt können nur stimuliert werden, wenn für neue Angebote Bedarf vorhanden ist und sich Betreiber finden lassen. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass die Objektstrukturen ganz überwiegend kleinteilig sind und einige wünschenswerte Verkaufsflächen zwischen 400 und 800 m² bis auf Weiteres fehlen. Dabei will sich die Wirtschaftsförderung vor allem mit den 1B-, 1C- und Randlagen befassen, da 1A-Lagen derzeit „Selbstläufer“ sind und in der Regel keiner Unterstützung der Wirtschaftsförderung bedürfen.
Zur Formulierung eines Flächenangebots wäre zu prüfen, ob und in welchen Lagen ein Immobilienpooling oder Umbaumaßnahmen möglich sind, um einige größere Verkaufsflächen zu gewinnen. Auch erscheint es mit Blick auf ein Stadtmarketing lohnenswert, ob erkennbare Ansätze einer Zonierung/Kleinquartiersbildung der Innenstadt, z.B. „Gastro-Meilen Ostteil Schuhstraße/Nordteil Am Heiligen Kreuz oder Ostteil Mauernstraße/Kleiner Plan“ oder Kunsthandwerk/Deko/Wohnaccessoires etc. Schuhstraße, Mauernstraße“ systematisch weiter entwickelt sollten. Dies sind Fragestellungen, die in enger Zusammenarbeit mit dem Baudezernat bearbeitet werden.
Mit Blick auf die Stimulierung von neuen Angeboten und der Suche nach geeigneten Betreibern werden zurzeit insbesondere folgende Ansätze sondiert: Stimulierung von geschäftsorientierten Existenzgründungen im Bereich der Kreativwirtschaft durch Zusammenarbeit mit Fachschulen-/Hochschulen z.B. in den Bereichen Mode, Design, Kunsthandwerk. Damit sollen auch unter dem Aspekt „Celle die feine Schwester von Hannover“ neue Angebote in der Stadt angesiedelt werden, die Magnetwirkung entfalten. Auch eine Wiederholung und ggf. turnusmäßige Fortführung eines Wettbewerbs nach dem Muster des erfolgreichen IHK-Wettbewerbs „Lokalhelden“ könnte in diesem Zusammenhang zielführend sein.
2.4 Organisatorische Auswirkungen
Für die vorstehend genannten Aufgaben wird die Wirtschaftsförderung für die Unternehmen künftig zentrale Ansprechpartner benennen. Die IHK-Befragung des letzten Jahres hat ergeben, dass dies einer der vornehmlichen Wünsche war. Mit dem Instrument des europarechtlich geforderten „Einheitlichen Ansprechpartners“ hat die Verwaltung die erforderlichen Voraussetzungen geschaffen. Welche Veränderungen dies in der Verwaltung mit sich bringt, lässt sich derzeit noch nicht absehen. Die Verwaltung wird dem Ausschuss zu gegebener Zeit berichten.
- Standortmarketing und Stadtmarketing
Die strategische Weiterentwicklung des Standortmarketings zur Vermarktung des Unternehmensstandortes Celle wurde an anderer Stelle bereits beschrieben. Zur Ergänzung dieser Überlegungen ist eine Neuinterpretation des Claims „Celle – Stadt mit Energie“ vorgesehen, um nicht ausschließlich die Branche Erdöl-, Erdgas-, Erdwärmebohr- und
-services in den Vordergrund zu stellen.
Die Marke „Nachhaltiges Celle“ soll weiterentwickelt werden. In der Vergangenheit war sie vor allem ausgerichtet auf die Heranführung Celler Unternehmen an nachhaltiges Wirtschaften, verbunden mit dem Angebot, sich nach „Celler Standard“ zertifizieren zu lassen. Künftig soll die Marke als Dachmarke eigener und externer Maßnahmen in Celle geführt werden. So gibt es über die Celle Tourismus und Marketing GmbH derzeit Bestrebungen, dass sich Institutionen vorzugsweise aus dem Gastgewerbe mit dem Green Globe Zertifikat beschäftigen. Das Thema Nachhaltigkeit bietet sich an, deutlich weiter entwickelt zu werden und für Celle Alleinstellungsmerkmale zu schaffen.
Die Wirtschaftsförderung wird sich wieder stärker unmittelbar mit Aufgaben des Stadtmarketings beschäftigen. Vorgesehen ist zunächst eine Bestandsaufnahme möglichst aller Maßnahmen und Produkte unterschiedlicher Akteure, die zum Stadtmarketing beitragen. Das über 10 Jahre alte Leitbild der Stadt soll auf Aktualität hin geprüft werden. Aus dieser Bestandsaufnahme und Analyse sollen sich Ansatzpunkte für eine Profilbildung und neue Maßnahmen ableiten lassen, die zu gegebener Zeit beraten, entschieden und organisatorisch zugeordnet werden müssen. Das bedeutet ausdrücklich auch, dass die Wirtschaftsförderung Themen des Stadtmarketings konzipieren und umsetzen würde.
Zur weiteren Verbesserung der Zusammenarbeit untereinander wird sich die Wirtschaftsförderung künftig auch mit dem Schnittstellenmanagement von Themen an der Nahtstelle zwischen Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und Tourismus beschäftigen.
- Touristische Infrastruktur
Die Wirtschaftsförderung beschäftigt sich auch mit der Schaffung und Qualifizierung touristischer Infrastruktur. Dazu zählt aktuell der Vorsitz des Marketingausschusses Deutsche Fachwerkstraße in der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Fachwerkstädte sowie der Regionalstrecke Norddeutschland, die Mitwirkung am Heidschnuckenweg, am LEADER Projekt Region Aller-Leine-Tal, an der Kulturroute des Erweiterten Wirtschaftsraums Hannover sowie dem Entdeckerpfad Erdöl, Erdgas, Erdwärme.
- Fachkräfteakquisition/-sicherung
Im Zuge des demografischen Wandels und dem bereits in einigen Wirtschaftszweigen spürbaren Fachkräftemangel werden Maßnahmen zur Fachkräfteakquisition und -sicherung zunehmend an Bedeutung gewinnen. Die Wirtschaftsförderung beschäftigt sich seit dem Frühjahr 2014 intensiv mit dem Themenkreis und hat hierzu auch eine enge Zusammenarbeit mit dem Landkreis Celle und der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg gefunden. Ziel war es, Maßnahmenbereiche und Maßnahmen zu definieren, die auf lokaler Ebene eine zweckmäßige Ergänzung zu dem parallel gestarteten Großprojekt „hierjetztmorgen“ der IHK Lüneburg-Wolfsburg (www.hierjetztmorgen.de) und der Allianz für Fachkräfte Nordostniedersachsen (www.fachkraefteallianz-non.de) darstellen.
Als örtliche Ergänzung der Einzelprojekte der beiden überregionalen Interessenvereinigungen, empfehlen sich insbesondere Willkommens-Angebote auf der Ebene von Städten und Gemeinden sowie die inhaltliche regionale Unterfütterung der überregional vorgesehenen Fachkräfteportale im Internet. Letzteres erscheint notwendig, da sowohl der Kammerbezirk als auch das ehemalige Konvergenzgebiet als Wirtschaftsraum eine vielgestaltige Heterogenität aufweisen. Hier gilt es, die regionale Identität des Wirtschaftsraums Celle bezogen auf die Anwerbung von Fachkräften neu zu profilieren. Deswegen rüstet sich die Wirtschaftsförderung, Webinhalte mit entsprechender Zielgruppenorientierung und ggf. auch eine gemeinsame Website zusammen mit dem Landkreis Celle und der IHK neu zu erarbeiten. Die Wirtschaftsförderung möchte anschließend auch wechselnde Themen in sozialen Medien kommunizieren.
Zudem wird die Wirtschaftsförderung nun einen Willkommens-Service für Neubürger im Sinne eines Erstberatungsangebotes und evtl. auch als „Patenschaften“ und mit Netzwerkveranstaltungen konzipieren und erproben. Ziel ist es, beruflichen Neuankömmlingen in Celle so zu unterstützen, dass sie sich in Celle wohl fühlen und dann, soweit das in privater Hinsicht möglich ist, Lebensgefährtin/-gefährten, Familie und Kinder zügig zuziehen zu lassen.
Die positive Darstellung der Region Celle hinsichtlich ihrer Familienfreundlichkeit wird durch die Koordinierungsstelle Frauen & Wirtschaft von Stadt und Landkreis Celle erarbeitet und kommuniziert (u.a. Einführung eines Fami-Siegels).
- Koordinierungsstelle Frauen & Wirtschaft von Stadt und Landkreis Celle
Die gemeinsam von Stadt und Landkreis Celle getragene und in der Wirtschaftsförderung verankerte Koordinierungsstelle Frauen & Wirtschaft wird auch in der neuen Förderperiode
ab Mitte 2015 bis 2020 nach erfolgreicher Antragstellung auf Förderung ihre Arbeit fortsetzen. Arbeitsschwerpunkte werden die arbeitsplatzschaffende Beratung von Frauen (Wieder-) Eingliederung in den Beruf, unternehmensbezogene Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Geschäftsführung des Vereins Überbetrieblicher Verbund Frauen & Wirtschaft sowie die Konzeption und Umsetzung beschäftigungsfördernder Projekte für Frauen sein. Hierbei gibt es inhaltliche Querbezüge vor allem zu den Aufgabenfeldern Existenzgründung, Unternehmensansiedlungen, Fördermittelberatung und Fachkräfte-akquisition/-sicherung.
- Mitwirkung in Regionalverbünden und überregionalen Aufgaben
Die Wirtschaftsförderung wirkte bei der Regionalen Handlungsstrategie der Landesbeauftragten respektive des Amtes für regionale Landesentwicklung Lüneburg, die im November 2014 verabschiedet wurde, mit. Dieses Konzept bildet eine Grundlage, dass sich Celle in der nächsten Förderperiode bestmöglich mit eigenen (Förder-)Projekten einbringen kann.
Der Wirtschaftsförderung obliegt künftig die Gesamtkoordination aller Aufgaben in Zusammenhang mit Umsetzungsbeiträgen sowie der Mitwirkung von Herrn OB Mende in der Steuerungsgruppe zur Regionalen Handlungsstrategie.
Ferner übernimmt die Wirtschaftsförderung hausintern die Gesamtkoordination aller der mit der Mitgliedschaft der Stadt Celle in der Metropolregion Hannover – Braunschweig – Göttingen – Wolfsburg sowie im Erweiterten Wirtschaftsraum Hannover (EWH) verbundenen Aufgaben. Damit werden die bisherigen Aufgabenstellungen – Mitwirkung im Arbeitskreis Wirtschaftsinfrastruktur des EWH sowie Metropolregion-Schaufenster Elektromobilität, Projekt Ladeinfrastruktur – qualifiziert erweitert.
- Sonstige Aufgaben
Zu den weiteren Aufgaben der Wirtschaftsförderung gehören auch in Zukunft die Organisation des Dämmerschoppens und in regelmäßigem Wechsel mit dem Landkreis Celle des Neujahrsempfangs für die Wirtschaft. Die Wirtschaftsförderung betreibt das Osteuropa-Centrum Niedersachsen (OECN) mit derzeit 16 Repräsentanzen, die meistens in Celle auch kleine Firmen gegründet haben, sowie mit den weiteren Mietern GeoEnergy Celle e.V. und Deutsches Zentrum für Tiefengeothermie.
