Beschlussvorlage - BV/0129/15
Grunddaten
- Betreff:
-
Integriertes Entwicklungskonzept Kaserne "Hohe Wende"
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 60 Sonderprojekte
- Zuständigkeit:
- (Ulrich Kinder)
- Ziele:
- Sicherung und Schaffung von eigenen kommunalen Strukturen für lebenslanges Lernen; Erfüllung der Aufgaben als Oberzentrum
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | PA |
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Erledigt
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Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Liegenschaften
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Vorberatung
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28.04.2015
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Geplant
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Ortsrat Hehlentor
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Anhörung
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28.04.2015
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28.04.2015
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Erledigt
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Verwaltungsausschuss
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Vorberatung
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Erledigt
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Rat der Stadt Celle
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Entscheidung
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21.05.2015
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Sachverhalt:
Kontext
Mit der kurzfristigen Ankündigung des Abzugs der britischen Streitkräfte aus Celle bestand nur wenig Vorlauf um in die Planungen von Nachnutzungen einzusteigen. Ende 2012 wurden die Trenchard Barracks zurück in die Hände der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) und damit in die kommunale Planungshoheit gegeben. Dies war der Startschuss für die vertiefte Analyse um eine geordnete und realistische Nachnutzung für die Flächen zu entwickeln.
Im Juni 2013 konnte das Integrierte Entwicklungskonzept (IEK) für die Hohe Wende in Auftrag gegeben werden. Die Finanzierung erfolgt zu gleichen Teilen durch die BImA und die Stadt Celle mit Hilfe von Fördermitteln des Landes.
Dieses sollte die folgenden Aspekte beinhalten:
- Analyse des Bestands und Bedarfs der Stadt Celle
- Leitbild und Zielformulierung
- Erstellung einer Rahmenplanung (Nutzungsszenarien)
- Sowie strategische Handlungsempfehlungen aussprechen.
Die Ergebnisse sollen nun dem Rat der Stadt Celle vorgestellt werden.
Das Untersuchungsgebiet
Das ca. 28 Hektar große Areal, anderthalb Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, teilt sich in mehrere Nutzungsabschnitte. Zunächst ist eine annähernd von Ost nach West laufende Trennung zwischen bebauter Fläche im Norden und Freifläche im Süden zu nennen. Auch innerhalb des bebauten Bereichs ist annähernd mittig in Nord-Süd Verlauf entlang eines Geländeversprungs eine Aufteilung der Anlage abzulesen. Der östliche Bereich umfasst überwiegend Wohn- und Verwaltungsbauten. Westlich befindet sich ein weitläufiger, durch Fahrzeughallen eingefasster Platz, der zukünftig den städtischen Bauhof aufnehmen wird. Nördlich grenzen daran die massiven Unterkunfts- und Versorgungsgebäude an.
Durch den Erweiterungsbedarf des im Südwesten angrenzenden Holzhandelsbetrieb konnte etwa die Hälfte der südwestlichen Sportfläche einer zukünftigen Nutzung zugeführt werden.
Historischer Kontext
Die Anlage wurde zwischen 1937 und 1938 in zwei Bauphasen als Von-Seeckt-Kaserne für Nebelwerfer westlich und Heeresgasschutzschule östlich errichtet und bis 1945 genutzt. Von 1945 bis 1956 war dort eine britische Sanitätseinheit stationiert und die Umbenennung zu „Trenchard Barracks“ erfolgte. Bis 2012 wurde die Kaserne durch britische Infanterietruppen genutzt, Eingriffe in die Bausubstanz erfolgten kaum. Zwei der Gebäude im östlichen Bereich sind als Einzeldenkmäler ausgewiesen, zudem stehen große Teile des Kasernengeländes als Gruppe baulicher Anlagen („Ensemble“) unter Denkmalschutz (vgl. §3 NDSchG).
Verfahrensschritte
Aufgabe des Entwicklungskonzepts ist es, die verschiedenen Rahmenbedingungen des ehemaligen Kasernenareals abzubilden und gezielte Handlungsempfehlungen für die zukünftige Nachnutzung auszusprechen.
Auftakt war der öffentliche Workshop im November 2013 bei dem interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit gegeben wurde, Ideen für die Nachnutzung zu diskutieren. Unter beständiger Beteiligung der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben als Eigentümerin der Fläche wurden über den gesamten Zeitverlauf Gespräche zu einzelnen fachlichen Schwerpunkten geführt und so die Rahmenbedingungen weiter konkretisiert.
Um eine gesteuerte Entwicklung zu ermöglichen, ermittelten die beauftragten Büros den zukünftigen Flächenbedarf für eine Bandbreite möglicher Nachnutzungen. Die gute Nahversorgungssituation macht eine Einzelhandelsnutzung eher unattraktiv, aus dem prognostizierten Wohnraumbedarf wird eine Wohnnutzung nur untergeordnet empfohlen.
Auf den Prognosen aufbauend wurden drei Entwicklungskonzepte aufgestellt: Rein gewerbliche Nutzung, Sondernutzung durch einen Investor, sowie eine Nutzungsmischung. Eine Kostenrechnung dieser Varianten wurde anhand von drei Denkmalschutzszenarien: Voller Erhalt, Teilerhalt und Komplette Neustrukturierung aufgestellt. Als „am wenigsten unwirtschaftliche“ und damit aus Perspektive der Gutachter sinnvollste Variante, stellte sich die Nutzungsmischung, im folgenden „Mosaik“ genannt, heraus.
Die Mosaik-Variante
Die Nutzungsvariante Mosaik sieht eine Nachnutzung der Flächen durch eine Mischung aus gewerblicher Nutzung, Dienstleistungsbetrieben und Wohnnutzung vor, die sich gut mit den aktuellen Ansätzen für einen Hochschul- und Bildungsstandort kombinieren lässt. Diese trägt der relativ geringen Flächennachfrage je wirtschaftlichem Bereich Rechnung und ermöglicht die kleinteilige Entwicklung des Gesamtareals. Die Zuordnung der Nutzungsbereiche erfolgte dabei nach städtebaulichen Gesichtspunkten und ist nicht als absolut bindend anzusehen. Damit könnte beispielsweise gezielt der größeren Flächennachfrage eines Investors Rechnung getragen werden.
Zukünftige Perspektive
Das Integrierte Entwicklungskonzept dient als Grundlage für die strukturierte Entwicklung der ehemaligen Kaserne. Dies setzt die Verfolgung der folgenden Aufgaben voraus:
- Weitere Schärfung der im Konzept empfohlenen Vorgehensweise bis zur Schaffung von Planungsrecht für die neue Nutzung.
- Gespräche mit möglichen Investoren können von den verschiedenen Akteuren angeregt werden und die gezielte Vermarktung durch die BImA flankieren.
- Realistisch betrachtet ist von einem mehrere Jahre dauernden Prozess auszugehen. Der Bauhof kann dabei als positiver Impulsgeber auf die Entwicklung einwirken.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
|---|---|---|---|---|---|
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1
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(wie Dokument)
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2,7 MB
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2
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(wie Dokument)
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3,3 MB
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3
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(wie Dokument)
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3,9 MB
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