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ALLRIS - Vorlage

Beschlussvorlage - BV/0278/16-1

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag:

Der Beschlussvorschlag aus der BV/0278/16 wird zurückgestellt.

 

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Sachverhalt:

Die Wirtschaftsförderung hat mit einigen wirtschaftsnahen Einrichtungen Gespräche geführt, dabei die Zielsetzung und den Prozess „Wirtschaftsstandort Celle 2030“ vorgestellt und auch um Mitwirkung geworben, so auch mit der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg und dem Wirtschaftsclub Celle.

Die Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg, Geschäftsstelle Celle, möchte ihre Unternehmensbefragung aus 2014 zu wirtschaftsrelevanten Standortfaktoren regelmäßig erneuern und sieht aus heutiger Sicht die nächste Befragung für 2018 vor. Deren Erkenntnisse wären dem Arbeitsprozess „Wirtschaftsstandort Celle 2030“ förderlich.  Eine individuelle Auswertung soll eine Differenzierung der Ergebnisse zwischen der Stadt Celle und dem weiteren Landkreis Celle erlauben. Dies ist insofern von Bedeutung, da die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Stadtgebiet Celle bei der letzten Befragung als besser erachtet wurden als im gesamten Landkreis – nicht ungewöhnlich bei differenzierter Betrachtung städtischer und ländlicher Räume.

Der Wirtschaftsclub Celle e.V. führte für interne Belange am 20.11.2016 einen Workshop mit etwa 35 seiner Mitglieder durch. Eine an die anwesenden Unternehmer gerichtete Fragestellung war, mit welchen Herausforderungen bzw. Veränderungsprozessen sich die Wirtschaft in nächster Zeit beschäftigen sollte. Als Aussagen kann vorläufig festgehalten werden – Aufzählung ohne prioritäre Reihenfolge:

  • Personal/Fachkräfte/Auszubildende – eine Problem: Abwanderung zu Ausbildungs-/Studienzwecken, fehlende bzw. geringe Rückwanderung im Anschluss
  • Energiewende/Dekarbonisierung/weltweite Energieversorgung
  • Entwicklung von Rohstoffpreisen und deren Folgen
  • Digitalisierung der Wirtschaft
  • Infrastruktur in Celle: Verkehrssituation/Ortsumgehung/Verkehrsanbindungen/Breitband/WLAN-Verfügbarkeit
  • Social Media
  • Sicherheitslage in Celle
  • Gemeinsames Marketing- und Tourismuskonzept
  • Technologiecampus
  • Auswirkungen des globalen Welthandels
  • Elektromobilität – können in Norddeutschland Zuliefersituationen entstehen?

 

Einige dieser Aussagen geben bereits Hinweise auf potenzielle Handlungsfelder der Stadt. Eine Vertiefung dieser Themen und Prioritätensetzung erscheint für die Zukunft zweckmäßig.

Aus weiteren Gesprächen mit Unternehmern und Unternehmensangehörigen haben sich bereits drei sehr konkrete Anknüpfungspunkte für die Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandortes Celle herauskristallisiert:

 

  • Handlungsfeld Celler Wirtschaftscluster: Sondierung der Möglichkeiten der nachhaltigen Entwicklung des GeoEnergy Celle e.V. über die Beantragung öffentlicher Fördermittel nach der Richtlinie für Innovationsnetzwerke in Niedersachsen.
  • Handlungsfeld Celler Wirtschaftscluster: Sondierung der Möglichkeiten und Gespräche zum Aufbau eines Netzwerkes der Celler Kreativwirtschaft unter Einbeziehung eines virtuellen Co-Working-Spaces sowie der Planung eines Gründungs- und Unternehmenszentrums für Kreative. Kreation einer neuen Dachmarke. Die Wirtschaftsförderung wäre hier Impulsgeber; die Stadt Celle würde aus den Interessenlagen der Wirtschaftsförderung Gründungsmitglied des Netzwerkes, um das Wirtschaftsgeschehen in der Kreativwirtschaft zu begleiten und zu unterstützen.
  • Handlungsfelder Weiterentwicklung des Bildungsstandortes, Fachkräfte: Schaffung und Ansiedlung eines universitätsnahen Studienzentrums für Präsenzphasen eines blended learning-Konzeptes der Kiron Open Higher Education gGmbH, Berlin. Über verschiedene Studiengänge, wie z.B. Engineering und Business, bereitet Kiron Flüchtlinge auf akademische Abschlüsse in Deutschland vor. Die Realisierung eines Studienzentrums wäre nach erfolgreicher EU-Antragstellung über die Förderkulisse „Urban Innovative Actions“ vorgesehen. Dies wäre ein Alleinstellungsmerkmal für Celle, da Kiron bislang noch keine Studiencenter außerhalb von Universitäten eingerichtet hat.

 

Über substanzielle Arbeitsfortschritte und Ergebnisse hierzu wird in den Folgesitzungen des Ausschusses für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing berichtet. Da diese Themen mit den bestehenden Ressourcen intensiv bearbeitet werden, kann der über die BV/0278/16 vorgelegte Zeitplan nicht strikt eingehalten, sondern muss situativ angepasst werden.

 

Herr Professor Dr. Tom Broekel, Institut für Wirtschafts- und Kulturgeografie an der Leipniz Universität Hannover, ist grundsätzlich bereit, Master-Studienarbeiten zu vergeben, die sich mit der Zukunft des Celler Wirtschaftsgeschehens beschäftigen. Dies setzt auf seiner wissenschaftlichen Kernkompetenz, wissensbasierte Regionalisierung/Diversifizierung zu erforschen, auf. Folgende generelle Fragestellungen wurden besprochen:

 

  • Zwischen welchen Branchen bestehen technologische Verwandtschaften, die es ermöglichen würden, vorhandene Kompetenzen und Stärken noch besser zur wirtschaftlichen Geltung zu bringen?
  • Zwischen welchen Branchen bestehen Arbeitnehmeraustauschbeziehungen/welche Branchen sind insofern miteinander verwandt?
  • Was macht andere Stadtregionen in der Größenordnung von Celle mit Blick auf die Wirtschaftsstruktur und -dynamik erfolgreich?

Die nächste Gelegenheit – geeignete und interessierte Studierende vorausgesetzt – Einzelthemen auf den Weg zu bringen, wäre im April 2017. Ergebnisse lägen dann nach etwa fünf Monaten vor.

 

Die Wirtschaftsförderung strebt eine Zusammenarbeit mit Herrn Prof. Dr. Broekel in den angesprochenen Fragestellungen an, da die Bearbeitung dieser Fragen mit eigenen Ressourcen nicht ohne weiteres zu leisten ist. Kosten entstünden als Sachkosten voraussichtlich nur in geringem Umfang, so dass sich die Wirtschaftsförderung bemüht, mit dem Budgetansatz im Produktkonto Wirtschaftsförderung im Haushalt 2017 auszukommen. Der Beschlussvorschlag aus BV/0278/16 zu den Kosten einer wissenschaftlichen Begleitberatung wird daher aufgehoben. Dieser Budgetansatz war seinerzeit abgeschätzt, weil von Fremdleistungen im Sinne von Gutachten oder Studien ausgegangen wurde.

 

Der Beschlussvorschlag aus BV/0278/16 zur Einrichtung einer Personalstelle wird

zurückgestellt. Da sie für die Umsetzung von Maßnahmen ab Ende 2017 vorgesehen ist, soll vor einer Beschlussfassung das Aufgaben- und das Anforderungsprofil der Stelle geschärft und eine Kostenermittlung vorgenommen werden. Eine neue Stelle wäre auch Gegenstand einer Stellenplanberatung, dann für das Haushaltsjahr 2018.

 

 

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Finanzielle Auswirkungen:

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Auswirkung für Integration:

./.

 

 

 

 

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