Mitteilungsvorlage - AN/0049/18-1
Grunddaten
- Betreff:
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Antrag der CDU-Fraktion "Die Celler Zuwanderungsagentur möge ihre bisherigen Ergebnisse im Bildungsmanagement weiter darlegen, da die erbrachten Antworten ungenügend und in keiner Weise zufriedenstellend sind"
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Mitteilungsvorlage
- Federführend:
- 56 Eigenbetrieb Celler Zuwanderungsagentur
- Zuständigkeit:
- Barbara Beyer
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | PA |
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Erledigt
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Betriebsausschuss der Celler Zuwanderungsagentur
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Kenntnisnahme
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14.11.2018
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Erledigt
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Verwaltungsausschuss
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Kenntnisnahme
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Sachverhalt:
Der Antrag bezieht sich auf den -Antrag Nr. AN/0340/17 der SPD Fraktion vom 25.10.2017. Warum die Fragen nicht allumfänglich beantwortet werden konnten, wurde mit der Antwort auf den Antrag der SPD Fraktion bereits wie folgt erläutert:
Es ist der Verwaltung nicht möglich, die sehr detaillierte Anfrage der SPD- Fraktion allumfänglich zu beantworten. Zum einen ist die Anfrage im Wesentlichen auf die berufliche Integration ausgerichtet, was im Kern keine originäre kommunale Aufgabe ist und wofür in vielen Fällen die Voraussetzungen hierfür noch nicht erfüllt sind, z.B. Sprachbarrieren, gesellschaftliche Werte. Zum anderen gibt es derzeit noch keine einheitliche und verlässliche Datengrundlage. Erfasste Informationen zum Bildungs- und Ausbildungsstatus beruhen zum großen Teil auf persönlichen Angaben der Geflüchteten. Vorhandene Statistiken stehen in der Regel nicht im Kontext von Fluchtmigration sondern beziehen sich allgemein auf Migranten/ Migrantinnen oder Ausländer/Ausländerinnen.
Es ist geplant, gemeinsam mit dem Landkreis Celle ein Bildungsmonitoring aufzubauen. Bis zum 01.01.2018 sollte hierzu eine geeignete Software, die die kommunalen Belange zur Integration abbildet, ausgewählt und implementiert werden. Der Zeitplan konnte vonseiten des Landkreises bislang nicht eingehalten werden.
Weitere Antworten zum Antrag:
1. Bildungsmonitoring/systematische Datenerfassung der Bildung und Arbeitsmarktqualifizierung der Geflüchteten in Celle
Wie im Antrag beschrieben, gehört das Bildungsmonitoring zu den im Konzept (BV/0416/16, 07.12.2016) des Bildungsmanagements vorgestellten Eckpunkten. Die Bildungsmanagerinnen haben sich mit diesem Thema von Beginn an ausführlich auseinandergesetzt und Ideen entwickelt.
Der Vorschlag der Bildungsmanagerinnen, wegen des hohen Handlungsbedarfs ein Bildungsmonitoring vonseiten der Stadt zu entwickeln, wurde im Juni 2017 zunächst abschlägig beschieden. Grund dafür war die angespannte Haushaltslage der Stadt, fehlende Personalressourcen und der Verweis an die originäre Zuständigkeit des Landkreises.
Das Bildungsmanagement legt nunmehr ein vereinfachtes Konzept für ein Bildungsmonitoring vor. (siehe Anlage)
2. Stand zur Netzwerk-Landkarte
Am 03.04.2017 berichtete das Bildungsmanagement der Zuwanderungsagentur auf Nachfrage der CDU Fraktion über den Umsetzungsstand der sog. Netzwerk-Landkarte zur Erfassung aller Angebote für Geflüchtete. Die Netzwerk-Landkarte ist seit April 2017 online und kann hier www.celler-zuwanderungsagentur.de/ eingesehen werden.
Die Veröffentlichung der Landkarte wurde im April/Mai 2017 in den regionalen Medien bekannt gegeben. Auch im „Unterjährigen Berichtswesen der Celler Zuwanderungsagentur – 30.06.2017“ wurde über die Veröffentlichung der Netzwerk-Landkarte berichtet.
Diese Landkarte richtet sich an die Akteure in der Integrationsarbeit. Sie erfasst und zeigt Kurse und andere Angebote sowohl für Geflüchtete als auch für Menschen und Institutionen, die Geflüchteten zur Seite stehen, sie begleiten und/oder beraten. Die Landkarte wird fortlaufend aktualisiert.
Für die Zielgruppe der Geflüchteten ist eine eigene Website in Planung (z. B. www.ankommen-in-celle.de). Diese Website soll alle Geflüchteten über das Leben und Arbeiten in Celle informieren. Der Bedarf nach einem solchen Informationsangebot wird aufgrund einer internen Bestandsaufnahme als hoch eingestuft. Jobcenter und Arbeitsagentur unterstützen das Vorhaben aktiv.
3. Steuern und Vernetzen
Die beiden Bildungsmanagerinnen nehmen regelmäßig an den entsprechenden Arbeitsgruppen teil und kooperieren mit den Akteuren in der Flüchtlingsarbeit. Daraus sind auch schon diverse Produkte entstanden, z. B. die gemeinsam mit dem Jobcenter, der Arbeitsagentur, dem Team Integration und Migration des Landkreises Celle und der Gleichstellungsbeauftragen der Stadt erstmalig am 30.11.2017 durchgeführte Veranstaltung „Info-Café für Frauen – Arbeiten und Leben in Deutschland“. Diese stieß auf große Resonanz unter geflüchteten Frauen, siehe https://celleheute.de/info-cafe-fuer-migrantinnen-bei-der-agentur-fuer-arbeit/ und wird seitdem wiederholt angeboten.
Eine umfangreiche Netzwerkarbeit erfolgt derzeit durch die Teilnahme an der „Initiative Schutz für Frauen und Kinder vor Gewalt in Flüchtlingsunterkünften“, gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie UNICEF (seit 01.07.2017). Hier gehört es zu den Aufgaben des Bildungsmanagements, ein Leitbild Gewaltschutz und zahlreiche Handlungsempfehlungen zu entwickeln. So wurde z. B. ein umfangreiches Dienstverzeichnis mit Ansprechpartnern für verschiedene Gewalt- und Krisensituationen geschrieben.
Auch das 2018 gestartete Erfolgsprojekt der Zuwanderungsagentur, „Frauen(t)räume“ in Vorwerk, konnte nur durch eine gute und verlässliche Netzwerkarbeit entstehen. „Frauen(t)räume“ kooperiert auch weiterhin mit verschiedenen Bildungsträgern, das Jobcenter nutzt z. B. den Treffpunkt geflüchteter Frauen für Informationsangebote zur Qualifizierung.
4. Innovative Ideen
Wie im CDU Antrag genannt, gehört es zu den Aufgaben des Bildungsmanagements der Zuwanderungsagentur, innovative Ideen für die Bildungsarbeit Geflüchteter zu entwickeln. Eine Aufstellung der aktuellen Aktivitäten und Projekte findet sich im „Unterjährigen Berichtswesen der Celler Zuwanderungsagentur – 30.06.2018“, „Bildungsmanagement“. Alle dort beschriebenen Vorhaben laufen noch und haben positive Früchte getragen, es sind z. B. Praktikumsstellen und Qualifizierungsmaßnahmen entstanden. Neu hinzugekommen ist die Vorbereitung eines Projekts "Integration und Qualifikation von Migrant/innen in Fachwerkstädten", gemeinsam mit der AG Deutsche Fachwerkstädte, dem Jobcenter Stadt und Landkreis Celle, den Berufsbildenden Schulen und Ehrenamtlichen (vgl. hierzu auch die Anregung von Herrn Range (FDP) in der Sitzung vom 20.02.2018).
In Vorbereitung sind gerade zwei Qualifizierungsmaßnahmen für geflüchtete Frauen mit fehlender oder geringer schulischer und beruflicher Vorqualifikation (Kooperation mit Gleichstellungsbeauftragte Stadt, Koordinierungsstelle Frauen und Wirtschaft von Stadt und Landkreis Celle, Jobcenter und Bildungsträger). Auch hier war eine interne Bestandsaufnahme Anlass, in einem Fall erfolgte die Bestandsaufnahme durch den Partner.
Auf Initiative und mit Unterstützung des Bildungsmanagements hat die CD-Kaserne im Sommer 2018 mit dem Titel „Projekt für interkulturell-systemische Integration von geflüchteten Mädchen und Jungen (PRO-ISI)“ einen umfangreichen Projektantrag beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gestellt. Hintergrund war die Bestandsaufnahme und Arbeit in der „Initiative Schutz für Frauen und Kinder vor Gewalt in Flüchtlingsunterkünften“, gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie UNICEF. Ebenfalls aus dem Gewaltschutzprojekt heraus entstand die Initiative „Aktion Noteingang“, mit der ein Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung gesetzt werden und Zivilcourage gefördert werden soll. Hierfür wurden gemeinsam mit der AWO Mittel aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben“ eingeworben.
Auch der in 2017 mithilfe einer großen Infoveranstaltung gegebene Impuls, das niedersächsische Förderprogramm „Kultur integriert“ nach Celle zu holen, hat dazu beigetragen, dass in Celle zwei umfangreiche Projekte realisiert werden können (Atelier22 e. V. und Schlosstheater). Das Theaterprojekt SOUL ALMANYA wird auf Wunsch des Theaters vom Bildungsmanagement begleitet.
Anlagen
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1
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(wie Dokument)
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42,7 kB
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2
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(wie Dokument)
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402 kB
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