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ALLRIS - Vorlage

Mitteilungsvorlage - MV/0143/19

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Beratungsfolge

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Sachverhalt:

 

a)      Bericht über die Tagung des Museumsverbandes für Niedersachsen und Bremen

Vom 21. bis zum 23. März 2019 war der Museumsverband für Niedersachsen und Bremen e.V. mit seiner Jahrestagung Gast der Stadt Celle und des Bomann-Museums.
Unter dem Titel „Kultur für alle! Wege zu einem offenen Museum“ absolvierten über 170 Museumskolleginnen und -kollegen ein vielfältiges und interessantes Tagungsprogramm und lernten auf verschiedenen Rundgängen und Führungen die Vielfältigkeit der Stadt Celle kennen. Neben den Museen wurden dabei auch die Celler Synagoge sowie die Gebäude Otto Haeslers besucht. Der Museumsverband, dessen erster Vorsitzender der frühere Direktor des Bomann-Museums, Dr. Dieter Leister, gewesen war, äußerte sich sehr zufrieden mit der Tagung und der Gastfreundschaft Celles.

b)     Vorstellung des Ausstellungsprojektes „60er Jahre“ des Bomann-Museums

Sixties: Gegen den Strich? Zwischen „Spießern“, „Gammlern“, „Hippies“ und „Normalos“ (Arbeitstitel). Eine Ausstellung des Bomann-Museums vom 9. November 2019 bis 14. April 2020

Nach der Zeit des Aufbaus und „Wirtschaftswunders“ in den Nachkriegsjahren entsteht der Eindruck eines tiefgreifenden Wandels durch die Veränderung der Gesellschaft in den 1960er Jahren. Mit den „langen 1960er Jahren“, die von 1958 bis 1973/74 datiert werden, verbindet man gemeinhin in den alten Bundesländern bzw. der damaligen Bundesrepublik FlowerPower, 68er-Bewegung, Beatles, Woodstock, Farbfernsehen und Mondlandung. In das kollektive Gedächtnis haben sich die Bilder von Aufbruch und Protest der Jugend, besonders der Studenten in den Großstädten, tief eingegraben. Dabei wird das Verlangen nach mehr Dialog, nach Partizipation und Reform in zwei Bereiche getragen: einen öffentlichen und einen privaten. In beiden Bereichen finden sich unterschiedliche Protagonisten und Ziele, unterschiedliche Konflikte und eine unterschiedliche Art der Durchsetzung.

Die Ausstellung richtet ihr Hauptaugenmerk auf den privaten Bereich, speziell auf die Veränderungen, die es für Frauen und Kinder, für die Familien gibt und die sich als folgenreich erweisen. Der Protest gegen traditionelle Strukturen verändert langfristig die Familien und die Beziehungen und damit die Gesellschaft. Dabei ist das Nebeneinander von Tradition und Moderne allerdings oft konfliktträchtig oder widersprüchlich. Letztlich ändert sich der Alltag in allen Bereichen wie Arbeit, Freizeit, Wohnen, Mode, Ernährung, und Konsum. Dabei fokussiert die Ausstellung nicht auf das Jahr 1968, das quasi als Chiffre für die 1960er Jahre insgesamt gilt, sondern nimmt den langen Zeitraum von 1958 bis 1973 ins Visier. So können Wandel und Entwicklungen gezeigt werden.

Ein neues Leitbild entsteht – Jugendlichkeit –, das immer noch aktuell ist und dessen Folgen auch heute sichtbar sind. Das übergeordnete Thema der Ausstellung – der Wandel im privaten Bereich – soll nach einer Einführung in den politischen Gesamtzusammenhang an folgenden Themen exemplarisch aufgezeigt werden: Modekultur, Wohnkultur, Konsum- Freizeitkultur, Kinder- und Jugendkultur.
Die Ausstellung räumt mit einigen Mythen der „68er“ auf und bietet viele Anbindungen und Parallelen an die Gegenwart. Mitmachstationen laden zum aktiven Erleben der Ausstellung ein und sollen auch Familien und Kinder ansprechen. Das attraktive museumspädagogische Begleitprogramm richtet sich auch speziell an Schulen und Kitas.

c)      Entsammlung städtischer Bestände

Die Aktivitäten zur Entsammlung städtischer Bestände nehmen Gestalt an. So wurden folgende Bestandsgruppen für einen ersten Durchgang identifiziert:

(1)   Städtische Gemälde

  1. Städtische Gemälde ohne Sammlungsbezug
  2. Gemälde aus den Berliner Erwerbungen (1937/38)

(2)   Ofenplattensammlung

(3)   Chinesisches Porzellan

(4)   Textilien

  1. Taacke-Sammlung

Zu (1) a.: Es wurden 54 Gemälde identifiziert. Es handelt sich hierbei ganz überwiegend um Gastgeschenke der Celler Partnerstädte und Ankäufe von Künstlern aus ebendiesen Städten.

  • Nicht enthalten sind Gemälde, die zwischen 1933 und 1945 angekauft wurden (Provenienzforschung),
  • die städtischen bzw. regionalen Bezug haben
  • bzw. von lokalen Künstlern stammen oder aus den Ankäufen aus der Stiftung „Preußische Schlösser und Gärten“.

Aus Sicht des Museums sind diese Kunstwerke verzichtbar.

Allerdings stellt sich die Frage, inwieweit eine weitere Verwertung (Tausch, Verkauf an andere Museen, Kunsthandel, Privatverkauf) infrage kommt. Dies wird das Museum prüfen und entsprechende politische Entscheidungen vorbereiten.

 

Zu (1) b.:

In einem ersten Durchgang wurden 76 Gemälde aus den sog. „Berliner Beständen“  identifiziert, die in keinem Zusammenhang zum Sammlungsbestand des Museums stehen und auch zukünftig nicht stehen werden.

Dieser Bestand muss noch durch den Provenienzforscher Herrn Galler abschließend geprüft werden.

Danach könnten erste Kontakte zu potentiellen Abnehmern aufgenommen werden.  Hierbei sollte im ersten Angang versucht werden, den Bestand als Ganzes an seinen Herkunftsort, also Berlin, abzugeben. Da hier sicherlich auch größere finanzielle Werte zur Disposition stünden, bedarf es hier noch eine kunsthistorischen Prüfung incl. einer Wertbestimmung und letztendlich der Entscheidung, ob die Stadt Celle sich von z.T. hochkarätigen Werken trennen will.

 

 

Zu (2):

Die Ofenplattensammlung der Stadt, ca. 300 Exemplare, wurde komplett untersucht. Der Vergleich mit der Sammlung des Museumsvereins (ebenfalls etwa 300 Stück)  ergab, dass die städtische Sammlung nahezu vollständig abgegeben werden könnte.

Es wurden erste Kontakte zu potentiellen Abnehmern aufgenommen und festgestellt, dass hier bei anderen Museen durch Interesse besteht. Derzeit wird für etwa 100 Platten Interesse bekundet. 

 

Zu (3):

Das chinesische Porzellan mit insgesamt über 100 Stücken war ebenfalls eine Anschaffung der Jahre 1937/38. Es sollte zur Einrichtung des Schlosses dienen,  passt jedoch heute und auch auf absehbare Zeit nicht in das Sammlungskonzept des Bomann-/Residenzmuseums. Diese Bestände wurden durch den Provenienzforscher Herrn Galler untersucht und sind weitgehend unbelastet. Ähnlich wie bei den „Berliner Gemälden“nnen sich hier auch insgesamt erhebliche finanzielle Werte verbergen. Über diese sollte sich Klarheit verschafft werden durch eine eingehendere kunsthistorische Untersuchung und Einordnung. Da es sich hier ebenfalls ganz überwiegend um sog. „Berliner Bestände“  handelt, sollte ebenso wie bei den „Berliner Gemälden“ versucht werden, diese als Gesamtkomplex abzugeben, möglichst dorthin, wo sie einmal hergekommen  sind, nach Berlin.

Auch werde jetzt erste Kontakte zu potentiellen Interessenten in Berlin aufgenommen.

 

 

 

 

 

d) Kunst und Bühne e. V.

Der Verein Kunst und Bühne e.V. hatte einen erfolgreichen Start. Durch das herausragende Engagement der Mitglieder konnte der Betrieb der Kleinkunstbühne am Nordwall 46 erfolgreich weitergeführt werden. Durch zusätzliche Formate wurden sogar noch weitere z.T. völlig neue Zielgruppen angesprochen und das kulturelle Angebot erweitert.

 

e) 56. Regionalwettbewerb 2019

Aufgrund zu geringer Anmeldungen konnten erstmals seit 30 Jahren in Celle keine Wertungsspiele und somit kein eigener Regionalwettbewerb durchgeführt werden. Die 10 Teilnehmer*innen aus Stadt und LK Celle in den Wertungen „Violine“, „Cello“ sowie „Klavier-Kammermusik“ und „Duo Klavier Kammermusik und ein Holzblasinstrument“ wurden vom Regionalausschuss (RA) Celle an den RA Region Hannover abgegeben. Alle Celler Teilnehmer*innen erreichten einen 1.Preis, die beiden Cellistinnen Meike Lottmann und Jennifer Aßmus zusätzlich die Qualifikation zum Landeswettbewerb. Die Urkundenverleihung nahm turnusgemäß Kreisverwaltungsdirektor Reinhard Toboll am 24.02.2019 im Rahmen eines Preisträgerkonzerts im Beckmann-Saal vor. Grundsätzlich soll der Standort Celle für den Regionalwettbewerb erhalten werden, wenn es die Teilnehmerzahl zulässt.

 

f) Eleonoren-Tag 12.04.2019

Aus Anlass des diesjährigen „Eleonorentages“ gastierte das „Ensemble arabesques“ im Rittersaal des Celler Schlosses. Die mit dem „Opera Award“ ausgezeichneten Orchestersolisten aus Deutschland und Frankreich präsentierten im Jahr der Neuunterzeichnung der Elysée-Verträge ein Konzertproramm europäischer Musik aus der Zeit Eléonores, der „Grand-mère d’Europe“.

Die Besucher erlebten ein besonderes Programm dieses preisgekrönten Ensembles. Mit Werken von Dietrich Buxtehude, Marin Marais, Francois Couperin, Henri Purcell, Archangelo Corelli und Antonio Lotti wurde eine musikalische Reise durch das barocke Europa zur Zeit Herzogin Eleonores geboten.

Das Konzert, das zu einer musikalischen Sternstunde avancierte, konnte durch ein zusätzliches Programm an Museums- und Stadtführungen auf den Spuren der Hugenotten in Celle ergänzt werden. Residenzmuseum, Fachdienst Kultur und die Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde konnten hier in bester Ergänzung Kräfte bündeln und ein herausragendes Programm anbieten, das besonders auch bei den auswärtigen Gästen Anerkennung fand.

 

g) Teilnahme am Literaturfest Niedersachsen der VGH-Stiftung

Die Stadt Celle schätzt sich glücklich, bereits zum 8. Mal als Standort dieses überregionalen Festivals ausgewählt worden zu sein. Am 19. September 2019 findet in der CD-Kaserne eine Lesung zum Thema „Held/in“ statt.

 

 

 

h) 3. Celler Kindermusiktage 2020

Der FD Kultur plant, die aufgrund der mehrfachen Schuljubiläen 2019 verschobenen 3. Celler Kindermusiktage mit dem Vogler Quartett vom 24. bis 26. März 2020 durchzuführen. Vor den Sommerferien ist ein 1.Vorbereitungstreffen geplant.

 

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