Beschlussvorlage - AN/0183/18-1
Grunddaten
- Betreff:
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Antrag der Fraktion DIE UNABHÄNGIGEN "Prüfauftrag an die Verwaltung, inwieweit die Stadt Celle zu einem Schwerpunktzentrum im Bereich der pflegerischen Ausbildung entwickelt werden kann"
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 80 Wirtschaftsförderung
- Zuständigkeit:
- Dr. Jörg Nigge
- Ziele:
- Sicherung und Schaffung von kommunalen Strukturen für Arbeit und Wirtschaft
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | PA |
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Erledigt
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Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Liegenschaften
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Vorberatung
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11.09.2019
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Erledigt
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Verwaltungsausschuss
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Vorberatung
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Beschlussvorschlag:
Die Idee eines regionalen Pflegeausbildungszentrums als Ansatz für die Weiterentwicklung der Bildungslandschaft in Celle wird ausdrücklich begrüßt. Die hierzu eingeleiteten Prüfungen und Gespräche werden fortgesetzt. Die Verwaltung wird der Politik zu gegebener Zeit berichten, wenn sich substanzielle Anknüpfungspunkte für den Aufbau eines regionalen Pflegeausbildungszentrums herauskristallisieren sollten.
Der Antrag ist damit inhaltlich behandelt und formal erledigt.
Sachverhalt:
Die vom Bundesrat beschlossene Reform der Ausbildung im Gesundheitsbereich ist eine gute Grundlage für eine strategische Weiterentwicklung des Bildungsstandortes Celles. Auch wenn die künftige fachübergreifende Pflegeausbildung von Akteuren der Gesundheitswirtschaft teilweise kritisch gesehen wird und insbesondere zu Lasten der Altenpflege ausgehen kann, wie Praktiker vermuten, bietet es Celle vom Anspruch her grundsätzlich Chancen als Bildungsstandort.
Im Gegensatz zu einigen anderen Bundesländern ist die übergreifende Ausbildung mit Abschluss „Pflegefachfrau/Pflegefachmann“ in Niedersachsen noch nicht in der Umsetzung. Ausbildungsträger und Schulen müssen sich aber mit den Veränderungen auseinandersetzen und sich entsprechend organisieren.
Diese Veränderungen voraussehend, beschäftigt sich die Verwaltung seit mehreren Jahren mit den Möglichkeiten, ein regionales Pflegeausbildungszentrum zu etablieren.
Celle bietet bereits wesentliche infrastrukturelle Voraussetzungen. Es gibt sowohl Immobilien, die nutzbar gemacht werden können, als auch freie Grundstücke in zentraler Lage. Im Rahmen der Konversion Hohe Wende könnten Gebäude, die seinerzeit bereits für Schulungs- und Ausbildungszwecke genutzt waren, ertüchtigt werden. Dies gilt ebenso für die Herrichtung von Gebäuden als Wohnheim für Auszubildende, sofern an der Schule Bedarf entstünde, der nicht durch bestehende Unterkünfte abgedeckt wäre.
Im Zuge der strategischen Überlegungen zur Konversion Hohe Wende liegt der Verwaltung eine Ideenskizze zu einem „Pflege Campus Celle“ des Lehrstuhls der Universität Hamburg, Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, aus Ende 2014 vor. Sie zeigt in allgemeiner Form die Potenziale eines Pflegeausbildungszentrums für Celle auf. Ziele wären eine höhere Qualität durch Bündelung bestehender Ressourcen und Angebote, eine attraktive Infrastruktur an der Ausbildungsstätte, zusätzliche Ausbildungsangebote für die Schüler/innen sowie die Sicherstellung der praktischen Ausbildungseinheiten in der benötigten Vielfalt in der Großregion.
Als Potenziale werden die Bedarfe des Allgemeinen Krankenhauses Celle, des Klinikums Wahrendorff sowie verschiedener Pflegeeinrichtungen in Celle gesehen. Hinzu kämen unter Einbeziehung von Nachbarkreisen weitere zehn Kliniken sowie zahlreiche Pflegeeinrichtungen.
Unter einem Pflegeausbildungszentrum kann die Etablierung einer neuen Einrichtung verstanden werden, die in (gemeinsamer) Trägerschaft etablierter Schulträger die künftige Pflegeausbildung forciert und hierfür regional und überregional Marketing betreibt. Als Alternative böte sich die Entwicklung Celles als Schwerpunktzentrum im Bereich der Pflegeausbildung an, im Sinne einer qualifizierten Ansammlung von eigenständigen Schulträgern mit einem gemeinsamen Marketing.
Zur Sondierung der Chancen hat die Verwaltung bereits Gespräche mit einigen lokalen und regionalen Schulträgern und Ausbildungsstätten geführt und wird diese weiter fortsetzen. Vorläufig lässt sich feststellen, dass die bestehenden Institutionen sich anders organisieren müssen, dabei unter starkem Wettbewerbsdruck stehen und die Wirtschaftlichkeit ihres Ausbildungsbetriebs im Blick halten müssen. Insofern ergaben sich im Zwischenfazit bislang noch keine konkreten Ansatzpunkte für den Aufbau eines gemeinsamen Pflegeausbildungszentrums. Dies, zumal einige der Gesprächspartner Erwartungen nach einer Umsetzung über eine 100%-Finanzierung durch Dritte ansprachen, die nach Prüfung von generellen Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten nicht herbeiführbar ist.
Die Verwaltung ist seitens des Landes Niedersachsens angehalten, zur Konsolidierung des Haushalts ihre freiwilligen Ausgaben weiter zu reduzieren. Deswegen sind bislang weder Geldmittel für die Ertüchtigung und Inwertsetzung von Immobilien noch für ein Marketing zur Ausbildung an Pflegeeinrichtungen in der Haushaltsplanung berücksichtigt.
Die Verwaltung wird die eingeleiteten Gespräche fortsetzen und der Politik berichten, sollte sich hieraus ein substanzieller Anknüpfungspunkt für den Aufbau eines regionalen Pflegeausbildungszentrums ergeben.
