Mitteilungsvorlage - MV/0369/19
Grunddaten
- Betreff:
-
Entsammlung städtischer Bestände im Bomann-Museum
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Mitteilungsvorlage
- Federführend:
- 41 Kultur
- Zuständigkeit:
- Susanne McDowell
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | PA |
|---|---|---|---|---|
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●
Geplant
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Kulturausschuss
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Kenntnisnahme
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12.11.2019
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Sachverhalt:
Statusbericht
Folgende Bestände stehen zur Entsammlung an:
- Teile der Ofenplattensammlung
- Chinesische Porzellansammlung
- Große Teile der sog. Taacke-Sammlung
- Ur- und frühgeschichtliche Bestände
- ca. 60 Gemälde der städtischen Gemäldesammlung
Bevor wir diese Sammlungen potentiellen Abnehmern anbieten können, müssen diese zuerst einmal von den einzelnen Kuratoren Stück für Stück gesichtet und bewertet werden, da wir uns auch hier nicht von den Sammlungen komplett trennen möchten, da Teile dieser Sammlungen nach wie vor für unser Sammlungskonzept relevant sind.
Im Folgenden werden die einzelnen Bestände nach ihrer weiteren Verwertbarkeit und nach dem dafür notwendigen Arbeits- und Zeitaufwand untersucht.
Ofenplattensammlung
Die Sammlung der Ofenplatten, etwa 600 Stück, hat eine heterogene Eigentümerstruktur. Einige Bestände gehören der Stadt, andere dem Museumsverein und auch die Gesellschaft hat Eigentum an dieser Sammlung.
Die Bewertung der Einzelstücke durch den Antiquitätenhandel erfolgt demnächst.
Erste Gespräche mit potentiellen Interessenten wurden geführt. Es ist damit zu rechnen, dass hier kein Verkaufserlös zu erzielen sein wird. Das Interesse von zwei Museen, insgesamt 60 Ofenplatten geschenkt zu nehmen und zu präsentieren, liegt vor.
Potentielle Interessenten:
- Museen:
- Freilichtmuseum Cloppenburg
- Freilichtmuseum am Kiekeberg
- Freilichtmuseum Hösseringen
- Nienburger Museum
- Eisenkunstgussmuseum Büdelsdorf
- Handel
Chinesische Porzellansammlung
Diese Sammlung ist allein im Eigentum der Stadt, die Provenienzforschung abgeschlossen. Da es zur Beurteilung dieser Sammlung kein Fachpersonal im Museum gibt, wird versucht, eine fachliche Beratung z.B. durch Kollegen aus anderen Museen und geeignete Auktionshäuser einzuholen; etwaige Kosten dafür können ggf. aus dem Verkaufserlös beglichen werden.
Potentielle Interessenten:
- Museen
- Völkerkundliche Museen:
- Museum am Rothenbaum, Hamburg
- Museum für Asiatische Kunst, Berlin
- HAUM Braunschweig,
- Museum für ostasiatische Kunst, Köln
- Handel
Taacke Sammlung
Die Taacke-Sammlung ist sicherlich die umfangreichste und somit auch arbeitsaufwändigste Sammlung in diesem Zusammenhang. Die Sichtung und Bewertung wird aus diesem Grunde einige Monate in Anspruch nehmen. Diese Sorgfalt ist zum einen deswegen nötig, weil Teile der Sammlung auch bei uns verbleiben sollen. Zum anderen ist die Sammlung Anfang der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts für 350.000 DM angekauft worden, so dass ein Verkauf oder eine Trennung von dieser Sammlung tragfähig abgesichert werden muss.
Da es zur Beurteilung dieser Sammlung kein Fachpersonal im Museum gibt, wird versucht, eine fachliche Beratung z.B. durch Kollegen aus anderen Museen und geeignete Auktionshäuser einzuholen; etwaige Kosten dafür können ggf. aus dem Verkaufserlös beglichen werden.
Potentielle Interessenten:
- Museen
- Germanisches Nationalmuseum
- Deutsches Textilmuseum Krefeld
- Museum Europäischer Kulturen
- Handel
Ur- und frühgeschichtliche Bestände
Die ur- und frühgeschichtlichen Sammlungen, die im Depot des Museums eingelagert worden und überwiegend im Besitz der Gesellschaft zur Unterhaltung des Bomann-Museums sind, können ggf. an das Landesmuseum in Hannover abgegeben werden. Dies gilt zumindest für die Bestände, die unter Regie des Landes ergraben worden sind. Das Landesmuseum ist hier gesetzlich verpflichtet, im Auftrag des Landesamtes für Denkmalpflege diese Bestände zu deponieren.
Da die restlichen Bestände auf jeden Fall unersetzlich sind, sollte hier von weiterer Entsammlung abgesehen werden.
Erste Gespräche mit dem Landesmuseum wurden geführt.
ca. 60 Gemälde aus der städtischen Gemäldesammlung
Die Gemälde stammen fast ausschließlich aus den sog. Berliner Ankäufen kurz vor Ausbruch des 2. Weltkrieges. In der Vergangenheit wurden bereits einige Gemälde nach Berlin zurückverkauft.
Diese Sammlung ist allein im Eigentum der Stadt. Da es zur Beurteilung dieser Sammlung kein Fachpersonal im Museum gibt, sollte insbesondere wegen der vermuteten hohen Werte ein vereidigter Gutachter bestellt werden.
Da hier auf jeden Fall noch Provenienzforschung zu betreiben ist, werden neben dem vereidigten Gutachter auch hier noch Kosten anfallen. Die Kosten können ggf. aus den Verkaufserlösen beglichen werden. Realisierung ab Mitte 2021.
