Beschlussvorlage - AN/0419/19-1
Grunddaten
- Betreff:
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Antrag der SPD-Fraktion "Angebot von nachhaltigem, regionalem und saisonalem Mittagessen in den Celler Kindertageseinrichtungen"
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 44 Kindertagesbetreuung
- Zuständigkeit:
- Susanne McDowell
- Ziele:
- Sicherung und Schaffung von eigenen kommunalen Strukturen für lebenslanges Lernen
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | PA |
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Erledigt
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Ausschuss für Schule, Kinder und Jugend
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Vorberatung
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09.06.2020
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Erledigt
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Verwaltungsausschuss
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Vorberatung
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Sachverhalt:
Die Verwaltung hält die Einrichtung einer solchen Arbeitsgruppe für nicht notwendig.
In der Küche Wietzenbruch, die sieben von acht Einrichtungen der Stadt versorgt, arbeiten zwei gelernte Fachkräfte, von denen eine auch Fortbildungen zum kindgerechten Kochen besucht hat, dieses Fachwissen aktuell hält und in den täglichen Arbeitsalltag einbringt.
Außerdem wird bereits nach den Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) gekocht.
Dies beinhaltet für einen 4-Wochen-Plan unter anderem:
20 x Getreide, Getreideprodukte und Kartoffeln
20 x Gemüse und Salat, davon mindestens 8 x Rohkost
8 x Obst (Minimum)
8 x Milch und Milchprodukte (Minimum)
8 x Fleisch/Wurst (Maximum)
4 x Seefisch (Minimum)
Zur Verdeutlichung des Essenangebotes in den städtischen Kindertagesstätten sind diesem Beschlussvorschlag exemplarisch die Speisenpläne für 3 Wochen beigefügt.
Darüber hinaus erfolgt selbstverständlich eine fettarme, salzarme und zuckerreduzierte Zubereitung der Speisen.
Des Weiteren arbeitet die Küche mit nährstofferhaltenden Garmethoden und achtet strikt auf die Einhaltung der vorgegebenen (maximalen) Warmhaltezeiten.
Durch die aktuelle Vergabe des Transportes des Essens in zwei zeitgleich startende Touren wurde die Standzeit/Warmhaltezeit des Essens noch einmal spürbar verkürzt.
Die Zubereitungs-, Warmhalte- und Transportzeiten und die Ausgabetemperatur werden dokumentiert und eingehalten.
Beim Einkauf wird auf regionale und saisonale Produkte geachtet und soweit möglich vor Ort gekauft. Auch ein Teil der Lieferanten steht für eine Versorgung mit diesen Produkten.
Zu befürchten ist, dass mit Einführung einer Arbeitsgruppe und eines verpflichtenden Ernährungskonzeptes die aktuell gelebte Spontanität und Partizipation der Kinder verloren geht.
Zurzeit können diese an der Essengestaltung mitarbeiten (ein wichtiger und verpflichtender Aspekt in der pädagogischen Arbeit und im Orientierungsplan ist die Partizipation der Kinder im Kita-Alltag), indem sie Rückmeldung zu dem Essen geben und sich abwechselnd Mittagsgerichte wünschen dürfen. Hierbei ist jede Einrichtung und Gruppe einmal dran.
Ein Beispiel für Spontanität und Partizipation ist ein von den Kindern eingeforderter Picknick-Tag. Oder es wird mal ein ganz anderer Speisenplan erstellt, um den Kindern die Vielfalt im Nahrungsangebot und der Zubereitung näher zu bringen, wie z.B. in der „veganen Woche“, die Anfang des Jahres stattgefunden hat.
Im Übrigen weist die Verwaltung darauf hin, dass der Nds. Orientierungsplan für Bildung und Erziehung die Grundlage für das pädagogische Handeln in den Kindertageseinrichtungen ist. Insofern sind die im Antrag genannten Lernfelder sowieso schon elementarer Bestandteil der täglichen Arbeit.
Und schlussendlich kann die Kostenseite – wie von der SPD Fraktion zutreffend dargelegt - nicht außer Acht gelassen werden, denn das Essen muss für Eltern bezahlbar bleiben. Die stärkere Ausrichtung nach regionalen und saisonalen Produkten hat auch dazu beigetragen, dass in diesem Jahr die monatliche Essenpauschale um 5,00 Euro angehoben werden musste.
In den Augen der Verwaltung ist aktuell das Gleichgewicht zwischen Preis und Leistung unter Beachtung ökologischer Aspekte gegeben. Höhere Kosten sind den Eltern nicht vermittelbar.
Trotzdem wird weiterhin an den Forderungen „nachhaltig, regional und saisonal“ gearbeitet, allerdings kann dies nicht immer berücksichtigt werden, wenn auf der anderen Seite auch die Vielfalt des Nahrungsangebotes vermittelt werden soll.
Aus Sicht der Verwaltung ist die Einrichtung einer Arbeitsgruppe mit Fachexpertise aus den oben genannten Gründen nicht notwendig.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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143,4 kB
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(wie Dokument)
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181 kB
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