Mitteilungsvorlage - MV/0232/20
Grunddaten
- Betreff:
-
Mitteilungen aus den Fachdiensten 41, 42, 45, 47
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Mitteilungsvorlage
- Federführend:
- FB 4 Bildung und Kultur
- Zuständigkeit:
- Susanne McDowell
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | PA |
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●
Geplant
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Kulturausschuss
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Kenntnisnahme
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10.09.2020
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Sachverhalt:
FD 41, Mitteilungen des Fachdienstes Kultur
Der Fachdienst hält seit Beginn der Corona-Situation intensiven Kontakt zu Kulturvereinen und KünstlerInnen und informiert über die neuesten Entwicklungen hinsichtlich aktueller Corona Vorschriften der Nds. Landesregierung, Förderprogramme wie z.B. NBank, Soforthilfe des Landes, Euro-Office-Info u.v.m.
Seit Mitte März fanden keine Veranstaltungen mehr statt. Einige Veranstaltungen wurden verschoben in den Herbst bzw. in das nächste Jahr, wenige abgesagt. Ob im November, Dezember die geplanten Konzerte Celler Kulturträger stattfinden können, bleibt offen
Bereits beantragte Zuwendungen behalten ihre Zusage. Die Vereine werden im Einzelfall auch bei Corona bedingten Ausfall- und Stornierungskosten unterstützt und beraten.
Der Kunstverein Celle unterbrach seine am 01.03.20 begonnene Ausstellung in der Gotischen Halle, es fand eine virtuelle Ausstellung statt (CZ vom 21.03.20). Sie konnte am 19.05.20 wieder geöffnet werden und wurde bis zum 27.06.20 verlängert. Die nächste Ausstellung des Kunstvereins ist vom 11.10.-29.11.2020 in der Gotischen Halle unter dem Titel „Sie befinden sich hier“.
Beide Ausstellungen werden von der Stadt Celle gefördert.
Das atelier 22 hatte während des shutdowns die dortigen Ausstellungen online gestellt. Vom 13.06. bis 26.07.20 fand unter Auflagen eine Ausstellung statt (Jussuf Abbo – der heimatlose Prinz), die von der Stadt Celle gefördert wurde. Auch diese Ausstellung war online. Eine Vernissage fand nicht statt.
Der Amateurmalkreis hatte für seine diesjährige Jahresausstellung (19.07.-16.08.20) das Thema „AMC trotzt Corona“. Auch sie fand ohne Vernissage statt, aber mit einer erfolgreichen Besucherzahl von ca. 730. Der Vorstand war sehr zufrieden.
Die Sommerausstellung des bbk Celle in der Gotischen Halle „Klimatisiert“ fand vom 05.07. - 16.08.20 statt.
Durch Corona finden keine Ausstellungseröffnungen statt, so dass die Ausstellungen auch online,
z. b. auf youtube oder auf kanal29.de angesehen werden konnten.
Der neue Verein KulturTrif(f)t hatte eine für Celle einmalige Idee zu Ausstellungen inhouse, die coronabedingt nicht stattfinden konnten – sie brachten die Ausstellung nach draußen „InsideOut – KulturTrif(f)t trotzt Corona“. Die Vernissage fand am 05.06.20 online auf kanal29.de statt.
Vorgesehene Veranstaltungen für 2021 (aus 2020):
- Literaturfest Niedersachsen
- Celler Kindermusiktage
- Beethoven-Projekt
FD 41, Mitteilungen aus dem Kunstmuseum
Deutscher Lichtkunstpreis 2020 – Jan van Munster
Jan van Munster erhielt den Deutschen Lichtkunstpreis 2020 der
Robert Simon Kunststiftung. Der niederländische Künstler wird ausgezeichnet für sein herausragendes Lebenswerk. Im Mittelpunkt seines künstlerischen Schaffens stehen energetische Polaritäten und Transformationsprozesse.
Die Ausstellung (19.01-08.03.2020) zeigte zentrale Werke von van Munsters Schaffen der letzten drei Jahrzehnte und wurde begleitet von zahlreichen Führungen, Workshops und Veranstaltungen. Das NDR Fernsehen und zahlreiche nationale und internationale Medien berichten über die Preisverleihung.
TIMM ULRICHS. DIE KRÖNUNG – 80 Jahre Totalkunst
Wir feiern das Totalkunstwerk Timm Ulrichs mit einer großen Einzelausstellung von Werken aus der Sammlung Robert Simon.
„Ich kann keine Kunst mehr sehen!“ – eine der bekanntesten Arbeiten des Wort-und-Bild-Künstlers bekommt im März plötzlich eine unerwartete Bedeutung: Kurz vor Ausstellungseröffnung muss das
Kunstmuseum aufgrund der Pandemie schließen.
Bis 6. Mai wartete die fertige Ausstellung auf Besucher. Seit Anfang Juni durften unter Einschränkungen (Abstand, Maske) wieder Führungen und Veranstaltungen stattfinden, die das Publikum mit großer Freude annahm. Die Laufzeit der Ausstellung wurde verlängert bis 06.09.2020.
kunst#zuhause
Junges Gemüse, Reifes Gemüse, Museum am Mittag, Kindergeburtstage und Workshops für Kindergarten und Schulen – so sieht Kunstvermittlung im Kunstmuseum normalerweise aus. Ab 16. März war all dies plötzlich nicht mehr möglich. Als künstle- rische Stärkunsmittel im Lockdown entstanden Angebote für Kunstprojekte, die Kinder und Erwachsene übergangsweise in den eigenen vier Wänden umsetzen können.
Das wird zum Anstoß für die Entwicklung einer neuen Strategie für die digitale Präsenz des Kunstmuseums und die technische Aufrüstung für mehr digitale Angebote, als Erweiterung unserer Kunstvermittlung durch Apps und Online-Workshops.
PARALLEL WORLDS. Art, Science and Fiction
Wissenschaft hat viel zu tun mit Wissenwollen. Neugier ist aber auch ein wichtiger Motor für Kunst. Diese spannende Schnittstelle zwischen den einander so fremd wirkenden Welten von Kunst und Wissenschaft beleuchtet die Ausstellung „Parallel Worlds“ (Laufzeit: 23.09.2020 – 28.02.2021).
In zehn raumfüllenden Installationen stellt sie forschende Künstler*innen und künstlerisch tätige Wissenschaftler*innen vor. Virtuelle Portraits aus Stubenfliegen, Seifenblasen-Maschinen oder Poesie-Automaten vermitteln so verblüffende Erfahrungen und Einsichten in die nur scheinbar eindeutige Sicht auf die Welt anhand von Zahlen, Daten und Fakten.
FD 42, Mitteilungen aus der Stadtbibliothek
Rückblick
Verbundkonferenz NBib24-Niedersächsiche Bibliotheken 24 Stunden online“ am 11. März 2020 in der Alten Exerzierhalle. Der Onleihe-Verbund wurde 2009 durch 20 Bibliotheken mit finanzieller Förderung des Landes gegründet und umfasst aktuell 138 niedersächsische Bibliotheken, Celle gehört zu den Gründungsmitgliedern. Es stehen rund 125.000 E-Medien zum Download bereit. Im aktuellen Jahr zahlt jede Bibliothek 10% ihres Erwerbungsetats in den Verbund zum Erwerb von E-Medien. Die Ausleihe beträgt 12% der Gesamtausleihe.
Corona
- Am Samstag, 14. März 2020 ist die Stadtbibliothek von Nutzerinnen und Nutzern stark frequentiert worden, denn eine Corona- bedingte Schließung hat sich angekündigt, Ausleihrekord mit 2.093 Medien in 4 Öffnungsstunden.
- Das gesamte Team der Bibliothek hat sich an der Info-Hotline der Stadt beteiligt, parallel wurde ein Telefondienst für die Stadtbibliothek während einer Kernzeit besetzt.
- Unter Berücksichtigung der jeweils gültigen Hygiene- und Abstandsregeln hatte die Bibliothek ab dem 22. April für Rückgaben geöffnet, es befanden sich mehr als 20.000 Medien außer Haus.
- Für Entleihungen wurde die Stadtbibliothek mit eingeschränkten Öffnungszeiten am 6. Mai wieder geöffnet, die Zweigstelle wurde am 14. Mai eingeschränkt geöffnet.
- Während der Schließzeit wurden die entliehenen Medien automatisch verlängert.
- Zurückgegebene Medien bleiben 72 Stunden in Quarantäne, bevor sie wieder zur Verfügung stehen.
- Die Nutzung der Onleihe – Nbib24 ist von Januar - Mai gestiegen: der Download stieg von 18.819 in 2019 auf 24.114 in 2020 an.
- Mit einem Lastenfahrrad wurden Bücherkisten in Altenheime und Kindertagesstätten gebracht.
- Für die „BücherBabys“ wurden Päckchen „BücherBaby to go“ ausleihfertig vorbereitet.
- Die Bibliotheksführerscheine „BibFit“ wurden trotz abgebrochener Kurse mit Leseausweisen an die teilnehmenden KiTas feierlich überreicht.
- Es gibt derzeit einige Veränderungen in der Bestandspräsentation und der Wegeführung. Lernplätze sind wieder eingeschränkt nutzbar, ebenso W-LAN sowie Leser-PCs. Die bisherigen Veranstaltungsformate werden zu hygienevorgabekonformen Veranstaltungen überarbeitet.
- NutzerInnen haben die Rückmeldungen gegeben, dass neben der Entleihmöglichkeit ganz besonders der Aufenthalt sowie der Zugang zum Internet und den Lernplätzen sehr vermisst wurde.
- Die Mindereinnahmen belaufen sich auf ca. 37.500 Euro mit geschätzten 58.000 Euro Einnahmen in 2020.
Ferienpass 2020
Die Stadtbibliothek hat sich mit zwei Projekten beteiligt. Mit „#BiBackstage“ wurde sechs Kindern der Blick hinter die Kulissen der Bibliothek ermöglicht. Dieses Angebot soll im kommenden Jahr für den Zukunftstag erneut angeboten werden. „Kreative Geschichtsforscher gesucht“ haben im Rahmen des Ferienpasses einen offiziellen Beitrag der Stadt Celle zum diesjährigen digitalen „Tag des offenen Denkmals“ rund um das Gebäude der Stadtbibliothek und den Arno-Schmidt-Platz gedreht.
Ausblick
- BobbyCar-Kino in der Stadtbibliothek für Kinder zwischen 3 und 6 Jahren voraussichtlich im September im Innenhof. Geplant sind zwei Tage mit je drei Vorführungen.
- Vorlesen am Mittwoch wird voraussichtlich am 28. Oktober unter eingeschränkten Bedingungen starten können. Es haben sich einige Ehrenamtliche zum Vorlesen bereit erklärt.
- Die Onleihe-Schulung wird am 3. September zum ersten Mal seit der Zwangspause angeboten.
FD 45, Mitteilungen aus den Celler Museen
Corona
Durch den Lockdown waren das Bomann-Museum, das Residenzmuseum und das Kunstmuseum vom 14.März bis zum 06. Mai 2020 geschlossen.
Nach der Wiedereröffnung war der Museumsbesuch zuerst sehr verhalten und steigerte sich erst allmählich. Mit Beginn des Sommertourismus‘ stiegen die Besuche weiter an und erreichten zwar nicht ganz das Vorjahresniveau, waren aber insgesamt gesehen besser als befürchtet.
Finanziell sind die Verluste nicht exakt zu beziffern und werden erst zum Ende des Jahres verlässlich benannt werden können. Erste Schätzungen ergaben eine Summe in der Größenordnung von 60.000 bis 70.000 Euro.
Das Veranstaltungsprogramm des Museums kann zurzeit nur sehr eingeschränkt angeboten werden. Kuratorische Führungen in Kleingruppen bis 10 Personen sind wieder möglich, genauso museumspädagogische Angebote ebenfalls in sehr kleinen Gruppen. Besuche durch Reisegruppen sind zwar auch wieder möglich, nur muss auch hier auf die Abstands- und Hygienevorschriften geachtet werden, so dass zum Beispiel Busgruppen in 10er-Gruppen aufgeteilt und auf verschiedenen Routen durch die Museen geleitet werden müssen.
Nach wie vor sind touristische Führungen insbesondere durch das Schloss und das Residenzmuseum nicht möglich. Dies hat für das Museum den positiven Effekt, dass die Besucher ihre Eintrittsgelder nicht an die CTM und die Schlossführerinnen entrichten sondern an der Museumskasse. Hierdurch wird ein Teil der Einnahmeverluste ausgeglichen.
Insgesamt scheinen die Museen mit einem „blauen Auge“ durch die Corona-Krise zu kommen. 2020 und 2021 sind nach derzeitigem Stand finanziell gesichert.
Escape-Room im Bomann-Museum
Für das Ferienangebot der Stadt Celle wurde in Zusammenarbeit mit der Jugendarbeit der Stadt Celle ein provisorischer Escape-Room im Bomann-Museum installiert. Er befindet sich in den vier Räumen der ur- und frühgeschichtlichen Abteilung. Das Angebot wurde sehr gut angenommen. Alle Termine, die nur an den Wochenenden angeboten wurden, waren ausgebucht. Wegen des großen Erfolges wurde entschieden, den Escape-Room über die Ferien hinaus zu betreiben. An jeweils einem Wochenende pro Monat werden bis in den Dezember hinein Termine zur Verfügung gestellt werden.
Sollte das Angebot weiterhin so gut nachgefragt werden wie bisher, wird eine Verstetigung des Escape-Rooms eingeplant werden. Problematisch sind die bisherigen Räumlichkeiten. Da die ur- und frühgeschichtlichen Räume zu den von den Schulklassen gut gebuchten Angeboten gehören, können sie nicht auf Dauer als Escape-Romm zur Verfügung gestellt werden. Sobald der Museumsbesuch durch Schulklassen wieder möglich sein wird, muss über eine andre Lösung nachgedacht werden.
FD 47, Mitteilungen aus Stadtarchiv und Synagoge
Ausstellung „Umbruch Ost – Lebenswelten im Wandel“ vom 10.8. - 22.12.20 im Stadtarchiv
Die Ausstellung besteht aus 20 Tafeln der Bundesstiftung Aufarbeitung, die durch drei Tafeln des Online-Portals Statista mit Statistiken zur Wiedervereinigung und zur heutigen Lebensrealität in Ost und West ergänzt werden. Über QR-Codes können die Besucher Videos des NDR zu den einzelnen Themenschwerpunkten aufrufen. Ein Themenschwerpunkt liegt auf der seit 1990 bestehenden Städtefreundschaft mit der Stadt Quedlinburg.
Synagoge
In der Synagoge in Celle können wieder Führungen stattfinden. Diese sind aufgrund von Corona in ihrer Teilnehmerzahl beschränkt.
Ausstellungen
„Die Architekten Rings und Mendelsohn“ ab 03. September (bis 08. November 2020)
Die Ausstellung ist eine Leihgabe der Alten Synagoge in Essen. Eine Einführung in die Ausstellung gibt Dr. Ines Sonder vom Moses Mendelsohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien, Potsdam. Die Architekten Josef Rings und Erich Mendelsohn erreichten den Höhepunkt ihres Schaffens zeitgleich mit dem Bauhaus. Der Machtantritt der Nationalsozialisten zwang Beide ins Exil nach Palästina.
Unter dem Regenbogen – Illustrationen von Lea Grundig aus hebräischen Kinder- und Jugendbüchern, ab 19. November 2020
Die Künstlerin Lea Grundig fertigte in den 1940er-Jahren im Exil in Palästina Illustrationen für über 20 Kinderbüchern an. Etwa 150 ihrer schönsten Zeichnungen werden als Reproduktionen in der Synagoge in Celle gezeigt.
Neue Anfänge nach 1945? - Wie die Landeskirchen Nordelbiens mit ihrer NS-Vergangenheit umgingen - Die Ausstellung wurde auf August bis Oktober 2021 verschoben.
Sommerfest am 13. September 2020
Unter dem Motto „Singe Israel! Die schönsten israelischen Lieder“ laden die jüdische Gemeinde, die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit und das Stadtarchiv zum Sommerfest ein. Das Konzert findet in Zusammenarbeit mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland statt.
Vorträge
06.10.20: Dr. Thomas Sparr aus Berlin zu dem Thema „Todesfuge - Biografie eines Gedichts: Paul Celan 1920-1970“ vor. Das eindrucksvolle Gedicht überliefert die Erfahrungen der Shoa.
01.11.20: Vortrag mit Workshop zum Thema „Heilige Schriften verstehen und auslegen - Die Thora im Judentum“ statt.
26.11.20: Uwe von Seltmann beschäftigt sich mit dem 1942 ermordeten jiddischen Dichter Mordechai Gebirtig, der als „Vater des Jiddischen Liedes“ gilt.
Weitere Veranstaltungen
09.11.20 Stadtkirche: Gedenken an die Pogromnacht von 1938 und Verlegung von 9 Stolpersteinen. Die Verlegung der Stolpersteine wird von Schüler*innen der OBS I begleitet, die die Biographien der Opfer verlesen werden.
10.12.20 Entzündung der ersten Kerze an der großen Chanukkia der jüdischen Gemeinde mit Konzert der Künstlerin Anna Margolina mit Werken jüdisch-amerikanischer Komponisten wie George Gershwin und Irving Berlin; jiddische Lieder, die ungefähr zur selben Zeit in New York aufgeführt wurden.
