Beschlussvorlage - BV/0207/20
Grunddaten
- Betreff:
-
Fortführung der LEADER-Region "Aller-Fuhse-Aue" 2021-2027
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 63.3 Stadtplanung
- Zuständigkeit:
- Ulrich Kinder
- Ziele:
- Erfüllung der Aufgaben als Oberzentrum
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | PA |
|---|---|---|---|---|
|
●
Erledigt
|
|
Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Liegenschaften
|
Vorberatung
|
|
|
|
24.09.2020
| |||
|
●
Erledigt
|
|
Verwaltungsausschuss
|
Vorberatung
|
|
|
●
Erledigt
|
|
Rat der Stadt Celle
|
Entscheidung
|
|
|
|
08.10.2020
|
Nachrichtlich an folgende(n) Ortsrat/Ortsräte gem. § 3 Abs. 5 Hauptsatzung:
Altencelle
Beschlussvorschlag:
Die Stadt Celle mit ihrem Ortsteil Altencelle wird sich weiterhin in die LEADER-Region „Aller-Fuhse-Aue“ gemeinsam mit den Samtgemeinden Flotwedel und Wathlingen und der Ge-meinde Uetze während der Förderperiode 2021 bis 2027 einbringen.
Für die Umsetzung des regionalen Entwicklungskonzepts soll wieder ein externes Regional-management ausgeschrieben und eingesetzt werden. Die Stadt Celle wird anteilig die hierfür erforderlichen Mittel bereitstellen.
Sachverhalt:
Die Samtgemeinden Flotwedel und Wathlingen, die Gemeinde Uetze sowie die Stadt Celle beschließen, sich in der anstehenden EU-Förderperiode 2021 bis 2027 gemeinsam um die erneute Anerkennung als LEADER-Region „Aller-Fuhse-Aue“ zu bewerben:
• Der Regionszuschnitt bleibt in der jetzigen Form bestehen.
• Die beteiligten Kommunen werden das erfolgreich umgesetzte Regionale Entwick-lungskonzept (REK) „Aller-Fuhse-Aue“ fortschreiben, es an die Erfordernisse der neuen Förderperiode anpassen und die dafür notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung stellen.
• Die beteiligten Kommunen werden weiterhin zukünftig an der Partnerschaft des öf-fentlichen, privaten, sozialen und wirtschaftlichen Sektors in der Lokalen Aktionsgruppe mitwirken.
• Die beteiligten Kommunen werden ein externes Regional- und Projektmanagement ausschreiben und beauftragen.
Förderperiode 2014-2020
Die Region „Aller-Fuhse-Aue“ mit den Samtgemeinden Flotwedel und Wathlingen, der Ge-meinde Uetze sowie dem Ortsteil Altencelle der Stadt Celle wurde 2015 durch das Land Nie-dersachsen offiziell und erstmalig für die Förderperiode 2014-2020 als LEADER-Region an-erkannt. Anfang 2016 wurde zur Umsetzung des Regionalen Entwicklungskonzeptes ein ex-ternes Regionalmanagement einschließlich der Geschäftsstelle installiert. Mit der Anerken-nung der Region erhielt die LEADER-Region ein Fördermittelbudget von 2,4 Mio. Euro.
Aufgabe des Regionalmanagement ist es, das Regionale Entwicklungskonzept umzusetzen, Projektträger zu beraten, Projekte mit den regionalen Akteuren zu entwickeln sowie Öffent-lichkeitsarbeit zu betreiben. Zur Umsetzung der Projekte sollen nicht nur die zur Verfügung stehenden EU-Fördermittel genutzt werden, sondern aktiv recherchiert werden, welche weiteren Fördermöglichkeiten bestehen. Obwohl die LEADER-Region erstmalig diese Methode durchführt, können sich die Erfolge sehen lassen.
Insgesamt wurden über 65 Projekte bei verschiedensten Fördermittelgebern beantragt. Da-von wurden bislang 57 Projekte positiv beschieden. Zu den bewilligten Projekten zählen auch der Auftrag für das Regionalmanagement sowie Produkte und Aktionen der Öffentlichkeitsarbeit zur Sensibilisierung der Akteure. Die bewilligten Projekte umfassen ein Investitionsvolumen von 7.521.621 Euro und ein Fördermittelvolumen von 4.578.833 Euro. Davon wurden über das LEADER-Budget insgesamt 25 Anträge gestellt. Diese umfassen ein Investitionsvolumen von 2.697.743 Euro und ein Fördermittelvolumen von 1.581.565 Euro.
Konkret für die Stadt Celle erfolgte in dieser Förderperiode die Planung und Umsetzung des Projekts „Rundwanderweg Altencelle“
Gesamtkosten, inkl. Planung: 112.863,40 Euro
Nichtförderfähige Ausgaben: 11620,75 Euro
Förderfähige Ausgaben: 101.242,65 Euro
Beantragte/erhaltene Zuwendung 72.802,06 Euro
Festsetzungsbescheid/Auszahlungsmitteilung vom 13.07.2020
Die Maßnahme 1000 Bäume für die LEADER-Region ist in der Umsetzungsphase, die Stadt Celle ist daran beteiligt, betreut durch die Naturschutzbehörde.
Weiter ist Altencelle an verschiedenen Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit beteiligt.
Förderperiode 2021-2027
Seit 1991 setzt sich die EU dafür ein, dass ländlichen Regionen mit der LEADER-Methode ein Instrument an die Hand gegeben wird, mit der sie vor Ort Partnerschaften des öffentlichen, privaten, sozialen und wirtschaftlichen Sektors aufbauen können. Die Partnerschaften sollen die Regionen dazu befähigen, deren Entwicklung mit innovativen Projekten voranzubringen. Gegenwärtig gibt es 321 LEADER-Regionen in Deutschland, die in etwa zwei Drittel der Fläche der Bundesrepublik einnehmen. In Niedersachsen sind es derzeit 41 LEADER-Regionen. Das Land Niedersachsen beabsichtigt in der nächste Förderperiode 2021-2027 flächendeckend LEADER-Regionen einzuführen und keine ILE-Regionen mehr zu zulassen. Damit soll eine Vereinheitlichung und Vereinfachung der ländlichen Entwicklungsplanung erreicht werden.
Die niedersächsische Landesregierung hat für die Förderung 2021 bis 2027 bereits jetzt ihre strategischen Ziele festgelegt. Das Oberziel „Steigerung der regionalen Gestaltungskompe-tenz“ wird durch zwei Teilziele konkretisiert:
• Die Stärkung der Eigenverantwortung von Regionen durch regionale (Mit-) Entschei-dung, insbesondere im Rahmen von LEADER und CLLD.
• Die Befähigung der regionalen Akteure durch Auf- und Ausbau von Regional- und Projektmanagements und Beratungskapazitäten.
Klimaauswirkungen:
Das LEADER-Förderprogramm stellt bei der Auswahl der Projekte hohe Anforderungen an Klimaschutz und Nachhaltigkeit.
Zu den Schwerpunkten zählen:
• Förderung regionaler Wirtschaftskreisläufe (Sicherung des traditionellen Handwerks, Hofläden, Biolandwirtschaft, Nahversorgung),
• Förderung regenerativer Energien, Nahwärmeversorgung
• Unterstützung bei der Pflege und Erstellung klimaneutraler Freizeitbeschäftigung (z.B. Wander- und Radwege) mit regionaler und überregionaler Bedeutung,
• Stärkung des klimaneutralen Tourismus
• Schutz, Pflege und Erhaltung von Natur und Landschaft (z.B. Baumpflanzaktionen, Streuobstwiesen, Informationsstützpunkte/ Schulungszentren für Natur- und Klima-schutz)
• Pflege und Erhaltung ländlicher Siedlungen mit der typischen regionalen Baukultur, (Wieder-) Verwendung natürlicher und traditioneller Baustoffe.
• Förderung der E-Mobilität
• Konkret für den OT Altencelle wurde 2020 der Rundwanderweg Altencelle fertiggestellt. Damit wird der regionale Tourismus gefördert. Informationen zu Geschichte, Natur und Landschaft stärken die Verbundenheit der Bürger mit ihrer Region. Wegebegleitend wurden 5 Eichen gepflanzt. Altencelle beteiligt sich an der Aktion: 1000 Bäume für die LEADER-Region „Aller-Fuhse-Aue“. Im Ortsteil sollen bis Ende des Jahres 53 Bäume gepflanzt werden.
Finanzielle Auswirkungen:
Kosten entstehen für die Aufstellung / Fortschreibung des Regionalen Entwicklungskonzeptes „Aller-Fuhse-Aue“ sowie das Regionalmanagement „Aller-Fuhse-Aue“. Sowohl die Fortschreibung als auch das Regionalmanagement können nach dem aktuellen Stand mit 80 % gefördert werden.
Daraus ergeben sich die folgenden finanziellen Ansätze pro Kommune für das Regionalmanagement:
Stadt / Gemeinde | Gesamtansatz 2021-2027 | Förderanteil | Eigenanteil | Eigenanteil pro Jahr |
SG Flotwedel | 132.000 € | 105.600 € | 26.400 € | 4.400 € |
SG Wathlingen | 174.000 € | 139.200 € | 34.800 € | 5.800 € |
Gemeinde Uetze | 234.000 € | 187.200 € | 46.800 € | 7.800 € |
Stadt Celle / OT Altencelle | 60.000 € | 48.000 € | 12.000 € | 2.000 € |
gesamt | 600.000 € | 480.000 € | 120.000 € | 20.000 € |
* Vorbehaltlich, dass die jetzt geltenden Fördersätze auch in der kommenden Förderperiode bestehen bleiben.
Ausgehend von Kosten für die Fortschreibung des Regionalen Entwicklungskonzeptes von 50.000 Euro und einer Förderquote von 80 % ergibt sich für die Stadt Celle ein Eigenanteil von 1.000 Euro.
Der Ortsteilbürgermeister hat bereits sein Interesse an der Fortführung der Arbeit innerhalb der LEADER-Region bekundet.
Auswirkung für Integration:
Ja, z.B. das Projekt „Time for interaktion“
