Beschlussvorlage - AN/0027/22-1
Grunddaten
- Betreff:
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Antrag der Fraktion DIE UNABHÄNGIGEN "Bohrmeisterschule / Erweiterung des schulischen Angebotes um das Fach Oberflächen-Mitteltiefe Geothermie"
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 80 Wirtschaftsförderung
- Zuständigkeit:
- Thomas Bertram
- Ziele:
- Sicherung und Schaffung von kommunalen Strukturen für Arbeit und Wirtschaft
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | PA |
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Erledigt
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Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und Tourismus
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Vorberatung
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16.03.2022
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Erledigt
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Verwaltungsausschuss
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Entscheidung
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Sachverhalt:
Die Bohrmeisterschule Celle ist eine staatlich anerkannte Fachschule in freier Trägerschaft zur Ausbildung von Fach- und Führungskräften im Bereich der Aufsuchung und Gewinnung von Erdöl und Erdgas. Der Trägerverein setzt sich als Bergschulverein „Bohrmeisterschule Celle“ e.V. aus derzeit 7 Mitgliedern der Erdöl- und Erdgasunternehmen in Deutschland und Österreich zusammen. Die Aufsicht über die Ausübung und Ausrichtung der Lehrtätigkeit hat das niedersächsische Kultusministerium bzw. das regionale Landesamt für Schule und Bildung in Lüneburg. Die fachspezifische Aufsicht liegt beim Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) in Hannover.
Da sich die Exploration und Produktion von Erdöl und Erdgas aus Deutschland und Mitteleuropa zurückzieht, ist das Ausbildungsaufkommen in den klassischen Ausbildungsthemen rückläufig. Wirtschaftlich befindet sich die Bohrmeisterschule in einer Konsolidierungsphase.
Die klassischen Schulungsangebote bedienen gleichwohl einen Bedarf, da es allein in Deutschland etwa 10.000 tiefe Bohrungen gibt, die geschlossen werden müssen. Je Bohrloch können die damit verbundenen Vorgänge ca. drei Monate dauern. Ein Technikerteam schafft also die Schließung von etwa vier Bohrlöchern jährlich. Allein für diese Aufgabenstellung wird folglich noch über Jahrzehnte ausgebildetes Personal benötigt.
Im Handlungsfeld der geothermischen Entwicklung - als Bestandteil der Nutzung von erneuerbaren Energien - fehlen Fachkräfte. Ein Fachkräftemangel wird prognostiziert. Der latente Bedarf ist enorm, denn im Zuge der Energiewende besteht ein ausgeprägter Bedarf nach Wärme. 50 % des Energiebedarfs in Deutschland ist Wärme, es folgen Strom und Kraftstoffe. Hinsichtlich Wärmegewinnung kann Geothermie als grundlastfähige Energieart substanzielle Beiträge leisten.
Für entsprechende an die Energiewende angepasste Aus- und Weiterbildung gibt es noch keine Lehrkonzepte. In Vorbereitung sind Curriculae für einen Techniker-Lehrgang „Bohr-Förder-Rohrleitungstechniker“ in der Bohrmeisterschule. Dieser ist generalistisch angelegt und befähigt die Absolventen, sowohl die fossilen Energieträger Erdöl und Erdgas als auch die erneuerbaren Energien „warmes“ Wasser und Dampf zu fördern, weil die Prozesse ähnlich sind. Es wäre dann eine Marketing- und Kommunikationsaufgabe, im Lehrgangsangebot deutlich aufzuzeigen, dass Prozessabläufe neben der tiefen Geothermie auch in der oberflächen- und mitteltiefen Geothermie gelehrt werden. Darüber hinaus sollen in das Schulungskonzept zur erfolgreichen Energiewende auch die Speicherung und der Transport von Wasserstoff eingebunden werden.
Anlagen
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1
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(wie Dokument)
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84,5 kB
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