Beschlussvorlage - BV/0078/08
Grunddaten
- Betreff:
-
Stärke Herausstellung der Bedeutung der Hugenotten in der Kulturarbeit für die Bürger/innen unserer Stadt und die touristische Außenwirkung(Antrag Nr. 93/2007 der FDP-Fraktion)
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- Vorzimmer FB 3
- Zuständigkeit:
- (Dr. h. c. Martin Biermann)
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | PA |
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Erledigt
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Kulturausschuss
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Vorberatung
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16.04.2008
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Erledigt
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Verwaltungsausschuss
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Entscheidung
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Sachverhalt:
Die
FDP-Fraktion hat mit dem Antrag 93/2007 um das Aufzeigen von Möglichkeiten
gebeten, wie die Bedeutung der Hugenotten für die Bürger und Besucher unserer
Stadt stärker herausgestellt werden könnte und in diesem Zusammenhang auf den
europäischen Hugenotten-Wanderweg verwiesen.
Im
Moment findet Hugenotten-Thematik in folgender Form Berücksichtigung:
1994
fand zum ersten Mal in Celle der deutsche Hugenottentag statt. In diesem
Zusammenhang wurde auch erstmals in Celle die Geschichte der Hugenotten anhand
einer Ausstellung im Celler Schloss einem breiteren Publikum zugänglich
gemacht. Diese Ausstellung entstand in Zusammenarbeit von
Evangelisch-reformierter Gemeinde, Stadtarchiv Celle und Bomann-Museum Celle.
Seit
dieser Zeit werden von der TRC im Rahmen der Themenführungen auch Führungen Auf
den Spuren der Hugenotten angeboten.
Außerdem ist geplant, eine Broschüre über die Westceller Vorstadt zu
erarbeiten. Diese Broschüre wird sehr intensiv auf die Hugenotten- Geschichte
eingehen müssen, weil dieser heutige Stadtteil von Herzog Georg Wilhelm u.a.
geplant wurde, um die Hugenotten in Celle anzusiedeln. Die heutige reformierte
Kirche ist der älteste erhaltene Hugenottentempel in Norddeutschland. Ebenso
finden sich in der Westceller Vorstadt zahlreiche barocke Gebäude, die noch
heute an ihre hugenottischen Erbauer erinnern.
Im
Residenzmuseum im Celler Schloss wird die Bedeutung der Hugenotten für Celle
mehrfach herausgestellt:
1. Eleonore d’Olbreuse:
Vorstellung ihrer Person und Bedeutung für die Celler Residenz
(„Sprechendes Gemälde“ im Treppenhaus, ihre Gemälde in den
Staatsgemächern).
2. Besondere Texte in der oberen Etage
der Staatsgemächer weisen auf die Bedeutung der Hugenotten in Celle hin sowie
auf die Gründung der Reformierten Gemeinde.
3. Der Stadterweiterung (insbesondere
zur Ansiedlung von hugenottischen Hofbeamten) unter Herzog Georg Wilhelm ist
ein eigener Ausstellungsschwerpunkt gewidmet. Der Besucher kann hier über eine
Reproduktion des historischen Plans der Stadterweiterung den heutigen Stadtplan
Celles schieben und sehen, was von der ursprünglichen Planung erhalten ist. Das
von Herzog Georg Wilhelm 1684 ausgesprochene Edikt zur Ansiedlung von Hugenotten
in Celle wird ausdrücklich erwähnt und in seiner Bedeutung beschrieben.
4. Im Ostflügel (Raum 228 –
„Von höfischer Pracht und königlichem Exil“) wird die Bedeutung der
Reformierten Kirche im Kontext der anderen Kirchen Celles herausgestellt.
Auch
in Sonderausstellungen spielt die Hugenotten-Thematik immer wieder eine große
Rolle, so z.B. in der Ausstellung „Hugenotten in Celle – Heimat
oder Exzil?“, die das Stadtarchiv Celle ab dem Tage der Archive (1.3.) in
seinen Räumlichkeiten bis zum 25.4.2008 präsentiert. Auch in der für 2010 geplanten
großen Sonderausstellung des Residenzmuseum „Frauen aus dem Welfenhaus.
Drei europäische Lebensläufe“ wird mit Eleonore d’Olbreuse das
Hugenotten-Thema Berücksichtigung finden.
Der
von der FDP-Fraktion angesprochene Wandelweg, der „Hugenotten- und
Waldenserpfad“, entwickelte sich aus der Partnerschaft einer hessischen
mit einer süd-französischen Region und soll von Südfrankreich bis nach Bad
Karlshafen reichen. Unter der Leitung eines Planungsbüros aus Marburg hat im
Februar diesen Jahres ein touristischer Workshop stattgefunden, der sich mit
der touristischen Vermarktung des deutschen Teiles dieses Fernwanderweges
beschäftigt. Die gesamte Erarbeitung wird aus europäischen Mitteln, aber auch
unter erheblicher finanzieller Beteiligung der betreffenden Landkreise und
Kommunen realisiert. Mit der Fertigstellung dieses Fernwanderweges wird für
2012 gerechnet.
Es
bliebe unter Einbindung touristischer
Kompetenz zu prüfen, ob es Sinn macht, Celle an dieses nach Süddeutschland/Frankreich
ausgerichtete Tourismuskonzept anzukoppeln.
