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Skulptureninstallation vor dem Celler Schloss

14. August bis 14. September 2025

Ob Wagner in Bayreuth, Beethoven in Bonn oder Goethe in Wetzlar: Die seriellen Figuren des international renommierten Künstlers Ottmar Hörl haben Kultstatus und sind echte Publikumslieblinge. Während der temporären Installation machen sie den „Genius loci“ ihrer Präsentationsorte visuell greifbar. Zum großen Caroline-Mathilde-Jubiläum (250. Todestag) wird Hörls Interpretation der dänischen Königin den Vorplatz des Celler Schlosses „bevölkern“.

Ottmar Hörl, 1950 in Nauheim geboren, war bis 2017 langjähriger Präsident und bis 2018 Professor an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg. Hörl ist bekannt für seine monumentalen Skulpturen und seine Arbeiten im Bereich der Konzeptkunst. Sein Werk bewegt sich zwischen klassischer Bildhauerei und modernen Konzepten und zeichnet sich durch die Verwendung von Massenproduktion und Serienarbeiten aus. In seinen Arbeiten setzt sich Hörl mit der Ästhetik der Alltagskultur auseinander. Er definiert Skulptur als „Organisationsprinzip" und entdeckt dieses Prinzip in seiner Umwelt, in der viele Dinge des täglichen Gebrauchs standardisiert und normiert sind.


Caroline Mathilde (1751-1775) wurde als britische Prinzessin geboren und war die jüngste Schwester des englischen Königs Georg III. Im Alter von nur 15 Jahren wurde sie aus politischen Gründen mit dem dänischen König Christian VII. verheiratet - eine Verbindung, die sich als äußerst unglücklich erweisen sollte. Der dänische Hof empfing die junge Königin zunächst mit großer Begeisterung, doch ihr Ehemann, der unter schweren psychischen Erkrankungen litt, wandte sich bald von ihr ab.

Nach der Geburt des Thronfolgers Frederik begann Caroline Mathilde eine Liebesbeziehung mit dem königlichen Leibarzt Johann Friedrich Struensee, der durch seinen Einfluss auf den König zur mächtigsten politischen Figur in Dänemark aufstieg. Gemeinsam mit Struensee initiierte Caroline Mathilde zahlreiche aufklärerische Reformen, die jedoch bei konservativen Kreisen auf Widerstand stießen. Die Affäre führte schließlich zu einem Staatsstreich: Struensee wurde 1772 hingerichtet, Caroline Mathilde ihrer Titel enthoben und des Landes verwiesen.

Sie verbrachte ihre letzten Lebensjahre in Celle, wo sie im Alter von nur 23 Jahren verstarb. Ihr tragisches Schicksal inspirierte zahlreiche literarische und filmische Werke und macht sie bis heute zu einer faszinierenden historischen Persönlichkeit, deren kurzes Leben zwischen höfischen Zwängen, politischen Ambitionen und persönlicher Leidenschaft viel über die Spannungen des ausgehenden 18. Jahrhunderts verrät.