Celles Weg ins Grüne: Neues Pilotprojekt Moore
CELLE. „Celles grüner Weg ist noch lange nicht zu Ende“, darauf verweist Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge seit Jahren, wenn es um das Thema Umwelt- und Klimaschutz geht. Jetzt wartet die Verwaltung mit einem neuen Vorhaben auf, das - vorbehaltlich der Ergebnisse - als prominentes Beispiel für mögliche nachhaltige kommunale Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen im Stadtgebiet dienen kann. „Die Stadt Celle wird gemeinsam mit dem Landkreis Celle sowie weiteren Kooperationspartnern in den kommenden zwei Jahren an einem Forschungsprojekt zur Reduktion der Treibhausgasemissionen aus Mooren teilnehmen. Für das Vorhaben wurden wir von der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften aus Wolfenbüttel als kommunaler Kooperationspartner ausgewählt.“
Reduktion von Treibhausgasen?
Doch was bedeutet das konkret? Im Rahmen des Pilotprojekts wird die Frage untersucht, ob die Wiedervernässung von Mooren wirklich den prognostizierten Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasemissionen leisten kann. Und das in einem sogenannten „Real-Labor“ direkt vor Ort. Ausgewählt wurde dazu das Naturschutzgebiet „Breites Moor“ nordöstlich der Stadt gen Eschede. Im Rahmen der Untersuchung arbeiten die Naturschutzbehörden von Stadt und Landkreis Celle mit der Ostfalia Hochschule sowie weiteren Projektpartnern zusammen.
Vor Ort im „Breiten Moor“
Zum Auftakt hat bereits eine erste Vor-Ort-Besichtigung stattgefunden. Dabei haben unter Federführung von Prof. Dr.-Ing. Markus Wallner, der an der Ostfalia den Lehrstuhl für Siedlungswasserwirtschaft, Wasser- und Abwassernetze, Hydrologie in Siedlungsgebieten sowie Wasserversorgung innehat, Vertreter der Naturschutzbehörden, sowie Klimafolgenanpassungsmanagerin Helena Heidenblut und Klimaschutzmanager David Rischbieter, beide Stadt Celle, das Gebiet in Augenschein genommen und die nächsten Handlungsschritte besprochen.
Ergebnisse in rund zwei Jahren
Jetzt heißt es zwei Jahre lang auszuharren, bis die abschließenden Ergebnisse vorliegen. In der Zwischenzeit wird vor Ort geforscht. Über relevante Zwischenstände wird die Öffentlichkeit unterrichtet. Innerhalb des Verbundprojektes werden Methoden für ein besseres Prozessverständnis der Speicherung und Freisetzung von Treibhausgasen in Mooren entwickelt. Letztlich können die gewonnenen Forschungsergebnisse und Erkenntnisse direkt auf weitere Moore in Deutschland übertragen werden.
Förderprogramme
Gefördert wird das Forschungsvorhaben „Entwicklung und Erprobung moorschonender Wirtschaftsweisen“ durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie Mittel des Landes Niedersachsens aus dem Programm „Übergangsregion und stärker entwickelte Region“ (ÜR/SER).