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Gesundheits- und Hitzevorsorge

© Henning Scheffen

Celle ist eine Stadt im Grünen, umringt von Parks und Gärten, Flüssen und Bächen. Diese sorgen für unser Stadtklima. Doch tun wir weit mehr, als uns auf den natürlichen Gegebenheiten auszuruhen. Klima- und Umweltschutz ist eine wichtige und damit dauerhafte Aufgabe im Portfolio der Stadt Celle: Wir haben Tausende von Bäumen im gesamten Stadtgebiet gepflanzt. Wir entsiegeln großräumig städtischen Grund wie zum Beispiel auf dem Gelände der CD-Kaserne, dem Kleinen Plan oder dem HBG-Parkplatz, gebieten Schottergärten Einhalt und sorgen damit dafür, dass Flora und Fauna sich entwickeln können. Wir berücksichtigen bei unseren Neuentwicklungen wesentliche Klimaaspekte und auch unsere Brunnen in der Altstadt, seien es die Pipenposten oder der Wassertisch auf dem Robert-Meyer-Platz, wirken mit Verdunstungskühle Hitzeinseln entgegen.

Doch wie können wir uns alle individuell gegen Hitze schützen, wo finden wir kühle Orte, welche Vorsorgemaßnahmen sollten wir treffen? Auf den folgenden Seiten haben wir für Sie nützliche Tipps und Hinweise zusammengestellt, ergänzt um eine digitale Karte mit einer übersichtlichen Anzeige „kühler Orte“. Hier finden Sie praktische Handreichungen und Empfehlungen, was zu tun ist, wenn das Thermometer steigt.
Bleiben Sie gesund!

Unterschrift_OB

(Dr. Jörg Nigge)
Oberbürgermeister

Tipps und Hinweise bei hohen Temperaturen 

Gefahren der hohen Temperaturen

Betroffener Personenkreis (vulnerable Gruppen)

Jeder Mensch regiert unterschiedlich auf starke Hitze. Vor allem Menschen ab dem 65. Lebensjahr, die alleine leben und pflegebedürftige Menschen sind stark gefährdet. Die Gefahr steigt mit zunehmendem Alter, weil die Fähigkeit des Körpers zur Selbstkühlung durch Schwitzen abnimmt. Zusätzlich haben ältere Menschen oft ein mangelndes Durstempfinden, was die Fähigkeit zu schwitzen weiter reduziert. So kann sich die eigene Körpertemperatur bei Hitze schnell auf ein gesundheitsgefährdendes Niveau erhöhen.

Doch nicht nur ältere Menschen sind gefährdet, auch folgende Gruppen zählen zur Risikogruppe und sollten der Hitze nicht leichtfertigbegegnen:

  • Säuglinge und Kleinkinder (unter 3 Jahren)
  • Schwangere
  • Menschen mit Gewichtsproblemen
  • Personen mit chronischen Erkrankungen oder Vorerkrankungen wie z. B. Herz-Kreislauferkrankungen oder Bluthochdruck etc.
  • Obdachlose
  • Menschen, die bestimmte Medikamente einnehmen, die dem Körper Flüssigkeit entziehen oder die Temperaturregulation stören, z.B. Schlafmittel, Entwässerungstabletten, blutdrucksenkende Mittel

Schnelle Temperaturwechsel belasten den Organismus!

Grundsätzlich kann sich der menschliche Organismus an Hitze anpassen. Dieser Anpassungsprozess verläuft jedoch insbesondere bei den genannten Risikogruppen verhältnismäßig langsam und eingeschränkt.
Das Gesundheitsrisiko steigt, wenn sich der Organismus bei den ersten hohen Temperaturen noch nicht auf hohe Temperaturen eingestellt hat. Ebenfalls belastend sind länger anhaltende Hitzeperioden in Kombination mit hoher Luftfeuchtigkeit, schwachem Wind und hoher Sonneneinstrahlung, insbesondere wenn die Nachttemperaturen nicht unter 20 Grad Celsius sinken

Belastung durch bodennahes Ozon

Wenn Ihnen das Atmen im Sommer schwerer als gewöhnlich fällt könnte dies an der sommerlichen Luftbelastung und insbesondere erhöhten Ozonwerten liegen.

Ca. 10 – 15 Prozent aller Menschen reagieren mit Symptomen auf erhöhte Ozonwerte, hierzu zählen Reizungen der Augen und der Schleimhäute. Zudem sind z.B. nach sportlichen Aktivitäten auch Reizungen der unteren Atemwege und daraus resultierende Entzündungen möglich. Die Belastung durch sehr hohe Ozonkonzentrationen fällt in vorstädtischen und ländlichen Regionen höher aus als in der Stadt selbst. Denn in der Stadt sind andere Luftschadstoffe vorhanden, wie zum Beispiel die Stickoxide des Verkehrs, die das photochemisch gebildete Ozon wieder neutralisieren. Entfernt von den eigentlichen Quellen bildet sich mehr Ozon in den ländlicheren Gebieten, die weniger stark von Autoabgasen belastet sind.

Informationen zur gegenwärtigen Ozon-Belastung

Gefahren für Augen und Haut durch UV-Belastung

Die Sonne bestrahlt uns nicht nur mit sichtbarem Licht und Wärme, sondern auch mit ultravioletter Strahlung (UV-Strahlen), die für Menschen weder sichtbar, noch fühlbar ist. Sie ist krebserregend und Ursache sofortiger und langfristiger Wirkungen an Haut und Augen.

Die ersten sichtbaren Folgen von UV-Strahlung sind die Hautrötung und Bräunung, diese sind in jedem Fall bereits eine Schädigung des Hautgewebes. Sonnenbrand, Sonnenallergien oder andere sogenannte fototoxische Reaktionen können hinzukommen.

An den Augen kann direkte UV-Strahlung zu schmerzhaften Binde und Hornhautentzündungen führen. Dieses wird geschwächt, da die Immunantwort, also die Reaktion des Körpers auf fremde Organismen oder Substanzen, durch UV-Strahlung unterdrückt wird.

Der einzige Schutz gegen UV-Strahlung ist die Änderung des individuellen Verhaltens durch Vermeidung von direkter Sonneneinstrahlung
(z. B. durch Kleidung oder Schattenplätze) sowie durch den Einsatz von UV-Strahlen hemmenden Sonnencremes und Sonnenbrillen.


Reduzierung der persönlichen Hitzebelastung an heißen Tagen

Damit Sie gut durch die warme Jahreszeit kommen, haben wir zahlreiche Tipps zusammengestellt, die Sie als Orientierung für eine gesunde Verhaltensweise sehen können. Grundsätzlich gilt: Achten Sie auf sich und Ihre Mitmenschen, Familienangehörige, Nachbarn und Freunde. Viele Menschen äußern nur zurückhaltend Beschwerden, um niemandem zur Last zu fallen. Umso wichtiger ist es, das soziale Umfeld aufmerksam im Blick zu haben und Hilfe anzubieten.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Weiterführende Links & Angebote


Sorgen Sie für frischen Wind - durch luftige Kleidung!

Grafik zu Hitzeschutz in Celle mit Sommerkleidung und Hut

Im Winter soll uns Kleidung wärmen und schützen. Im Sommer denken viele Menschen, dass weniger und kürzere Kleidung sinnvoll wäre, schließlich ist es warm. Genau hier entsteht ein Trugschluss. Auch im Sommer schützt uns Kleidung, vor Sonne und dem Austrocknen. Passende Kleidung ist entscheidend, um gesund durch den Sommer zu kommen.

  • Tragen Sie weite, leichte und atmungsaktive Kleidung. Sie ermöglicht, dass die Luft am Körper zirkuliert.
  • Helle Kleidung reflektiert das Sonnenlicht. Der Körper heizt sich so weniger auf als mit dunkler Kleidung.
  • Sorgen Sie dafür, dass um Sie herum eine leichte Luftbewegung herrscht. Verwenden Sie einen Fächer oder Ventilator. Bei über 35°C und niedriger Luftfeuchtigkeit kann die warme Ventilatorluft allerdings zu Überhitzung führen.
  • Schützen Sie im Freien vor allem den Kopf durch Sonnencreme mit UVSchutz, mit einer Sonnenbrille und einer Kopfbedeckung, denn das Gehirn ist durch Überhitzung besonders gefährdet.

Das können Sie tun

Denken Sie an das letzte Mal zurück, als Sie zu wenig oder zu viel Kleidung am Körperhatten. Haben Sie geschwitzt und war Ihnen die direkte Sonneneinstrahlung zu stark? Dies hilft Ihnen an sich selbst zu beobachten, wie Sie ihre Kleiderwahl dem jeweiligen Wetter besser anpassen können.
Probieren Sie es aus!

Wappnen Sie sich von innen: Essen Sie leichte Kost und trinken Sie regelmäßig Wasser!

Grafik zu Hitzeschutz in Celle: Essen und Trinken bei Hitze
  • Das Durstgefühl setzt erst ein, wenn bereits viel Flüssigkeit verloren wurde. Daher: stündlich ein Glas Wasser trinken – auch wenn man keinen Durst hat.
    Empfohlene Getränke bei Hitze: Leitungswasser, Mineralwasser, gekühlter Kräutertee ohne Zuckerzusatz, Tee mit Minze und Zitrone.
    Wichtig: nicht eiskalt trinken!
  • Nehmen Sie leichtes, frisches und kühles Essen zu sich. Essen Sie mehrere kleine Mahlzeiten mit möglichst hohem Wassergehalt, z. B. Obst, Gemüse und Salat.
  • Meiden Sie stark gezuckerte und alkoholische Getränke (auch Bier!), denn sie entziehen dem Körper Flüssigkeit.
  • Eiweißreiche Nahrungsmittel wie Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Hülsenfrüchte und Nüsse sollten ebenfalls gemieden oder reduziert werden, denn Sie erhöhen die Körperwärme.

Das können Sie tun

Machen Sie einen Essenskalender: Schreiben Sie sich eine Woche lang auf, was sie gegessen haben (Morgens, Mittags, Abends) und welchen Einfluss dies auf Ihr Wohlbefinden und Hitzeempfinden hatte. Machen Sie Ihre Notizen am Abend. Notieren Sie sich auch wie gut Sie geschlafen haben.

Im Notfall

Erkrankungen als Folge von Hitze

Smartphone mit Notrufsymbol bei Hitze

Hitze kann schwerwiegende Gesundheitsschäden (Herz-Kreislauf-Probleme, Regulationsstörungen) hervorrufen, die im Extremfall zu einem tödlichen Hitzschlag führen können. Um gesundheitliche Beeinträchtigungen zu vermeiden, ist rasches Handeln erforderlich.

Wenn die folgenden Symptome auftreten, rufen Sie unverzüglich den Notruf an (112):

  • Wiederholtes, heftiges Erbrechen
  • Plötzliche Verwirrtheit
  • Bewusstseinstrübung
  • Bewusstlosigkeit
  • Sehr hohe Köper Temperatur (über 39 °C)
  • Krampfanfall
  • Kreislaufschock
  • Heftige Kopfschmerzen

Erste Hilfe leisten

Bis zum Eintreffen der Rettung können folgende Maßnahmen hilfreich sein:

  • Wenn die Person nicht atmet, sollte ein Ersthelfender Mund-zu-Mund-Beatmung und Herzdruckmassage einleiten.
  • Atmet die Person, ist jedoch bewusstlos, so bringen Sie sie in die stabile Seitenlage, um eine freie Atmung sicherzustellen.
  • Bringen Sie die Person an einen kühlen, schattigen Ort und legen Sie ihr kühle, feuchte Tücher auf Stirn, Nacken, Arme und Beine.
  • Fächern Sie der Person Luft zu, bis der Rettungsdienst eintrifft.