Inhalt

»Kinder des Schattens. Israelische Theatertexte zur Shoah seit der Staatsgründung«

Vortrag

Die Shoah hat israelische Dramaturgen in den Jahrzehnten seit der Staatsgründung 1948 immer wieder beschäftigt. Dabei haben sich die Intensität der Auseinandersetzung und mit dem Wechsel der Generationen auch die Perspektiven, Schwerpunktsetzungen und Erzählformen verändert. Abgesehen von einigen Stücken, die als Bühnenmanuskripte in deutscher Übersetzung vorliegen, gibt es jedoch bis heute keine Publikation, die deutschsprachigen Lesern diesen zentralen Aspekt israelischer Kultur zugänglich macht. Mit 15 aus dem Hebräischen übersetzten Theatertexten, von denen die Hälfte erstmalig für diese Veröffentlichung übersetzt wurde, schafft die Anthologie »Kinder des Schattens« nun diese wertvolle Möglichkeit. 

Viele der Texte stammen von namhaften israelischen Autoren, die wichtige Stimmen im Theater und/oder in der Literatur waren und sind. So ist es etwa bei den Schriftstellern Lea Goldberg und Jehuda Amichai bezeichnend, dass sie, die nur selten fürs Theater geschrieben haben, gerade mit diesen Stücken eindrückliche Werke ins israelische Theater brachten. Andere, wie u.a. Hanoch Levin, Joshua Sobol, David Maayan und Smadar Yaaron oder in den vergangenen Jahren Gilit Itzhaki und Hadar Galron, waren oder sind zentrale Akteure der israelischen Theaterlandschaft.

Der Herausgeber Matthias Naumann, der auch mehrere Stücke für die Anthologie übersetzt hat, wird einen Einblick in die Geschichte der Verhandlung der Shoah im israelischen Theater geben. An den Stücken lässt sich ablesen, wie sich die Verhandlung der Shoah, die Auseinandersetzungen um die Erinnerung sowie das Trauma über die Zeit und mit den Generationen verändert haben.

Zeit: Montag, 9. November, 19 Uhr

Ort: Celler Synagoge, Im Kreise 24

Referent: Matthias Naumann, Autor, Übersetzer und Leiter des Neofelis Verlags

Veranstalter: Projekt »Gesellschaftliche Perspektiven gegen Antisemitismus« in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Celle e. V. und der vhs Celle

Das Projekt wird gefördert vom Landes-Demokratiezentrum Niedersachsen.

Foto: Titelbild für Kinder des Schattens, Neofelis Verlag